Gentechnik ist ein Teilbereich der Biotechnologie. Darunter versteht man Methoden, mit denen gezielt das Erbgut (= die Gene) eines Lebewesens untersucht und verändert werden. Dadurch ist es z.B. möglich, ein Lebewesen mit neuen Eigenschaften zu erzeugen. Künstlich erzeugte Erbinformationen oder Erbinformationen von anderen Arten werden dabei eingesetzt. Lebewesen, die Gene einer anderen Art besitzen, nennt man transgene Lebewesen. Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben herausgefunden, dass manche Gene durch Umwelteinflüsse (z.B. Ernährung, Lebensstil, Krankheit) ein- oder ausgeschaltet werden können. Anwendungsgebiete der Gentechnik Aus Erbmaterial, z. B. einer Blut-, Urin- oder Speichelprobe, kann ein „genetischer Fingerabdruck“ ermittelt werden. Dabei werden die Längen bestimmter DNA-Abschnitte (Seite 64), untersucht. Das Ergebnis ist ein Muster, das für jeden Menschen einzigartig ist und als genetischer Fingerabdruck bezeichnet wird. Dieses Verfahren wird bei der Aufklärung von Verbrechen sowie bei Verwandtschaftstests eingesetzt. Zahlreiche Impfstoffe und Medikamente werden mit Methoden der Gentechnik gewonnen. Dafür werden gentechnisch veränderte Enzyme oder Mikroorganismen verwendet. Sie sind aber auch für die industrielle Herstellung verschiedener Produkte wie Geschmacksverstärker oder Vitamine nutzbar. Weitere Anwendungsgebiete sind der Nachweis von Viren (z. B. HI-Viren) oder Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren (Seite 46). In der Gentherapie will man durch das Einschleusen von Genen Erbkrankheiten lindern oder heilen. Die Forschung steht hier aber erst am Anfang. In der Landwirtschaft werden Pflanzen und Tiere gentechnisch verändert. Bei Pflanzen möchte man den Ertrag steigern und sie länger haltbar oder widerstandsfähiger gegen Schadinsekten machen. Auch in der Tierzucht will man den Ertrag steigern (z.B. schnelleres Wachstum, mehr Fleisch) und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten erhöhen. Diese Methoden sind umstritten, da die Langzeitfolgen von gentechnisch veränderten Lebewesen und ihren Produkten auf den Menschen und die Umwelt nicht vollständig erforscht sind. Viele Menschen haben Bedenken, dass sich die veränderten Eigenschaften negativ auf die Umwelt und die Gesundheit auswirken könnten. Außerdem wird diskutiert, ob der Mensch das Recht hat, mithilfe von gentechnischen Methoden in das Erbgut anderer Lebewesen einzugreifen. A1 In Österreich sind der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und die Zucht gentechnisch veränderter Tiere verboten. Gentechnisch veränderte Produkte oder mit gentechnisch veränderten Zutaten hergestellte Produkte können aber nach Österreich eingeführt werden. Gentechnikfreie Lebensmittel sind in Österreich gekennzeichnet. Sucht im Supermarkt nach Produkten mit dem abgebildeten Logo. Vergleicht eure Ergebnisse. Methode: Wie kann ich Internetquellen beurteilen? b9bq29 B1 „Ohne Gentechnik“-Kennzeichen A2 Recherchiere im Internet weitere Informationen über den Einsatz des genetischen Fingerabdrucks in der Kriminalistik und bei Verwandtschaftstests. Vergiss nicht, die Internetquellen kritisch zu hinterfragen, bevor du Informationen übernimmst. Erstelle eine digitale Präsentation über deine Ergebnisse. B2 Genetischer Fingerabdruck ➝ Arbeitsheft-Seiten 32–33 Methode: Wie erstelle ich eine Präsentation am Computer? b2w3cr 74 Gentechnik – nützlich oder gefährlich? Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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