einfach bio 4, Arbeitsheft aktiv

Samenzellen haben es schwer Wenn eine Frau und ein Mann Geschlechtsverkehr haben, so hat der Mann meist einen Samenerguss. Dabei werden bis zu 500 Millionen Samenzellen (Spermien) aus dem Penis vor der Öffnung des Gebärmutterhalses abgegeben. Dieser liegt im hinteren Bereich der Scheide. Von dieser Menge sind jedoch nicht alle Samenzellen funktionsfähig. Manche von ihnen haben mehrere Schwänze oder andere Fehlbildungen, sodass sie ihre Reise in Richtung einer reifen Eizelle gar nicht erst antreten können. Außerdem ist die Scheide nicht der beste Platz für Samenzellen, denn ihre Oberfläche ist „sauer“. Grund dafür ist der in den Scheidenzellen vorkommende Zucker. Dieser wird von sogenannten Laktobazillen in Milchsäure umgewandelt. Diese Umgebung macht Samenzellen bewegungsunfähig. Durch die Flüssigkeit, die ihnen aus dem Körper des Mannes mitgegeben wird, können sie dennoch in der Umgebung der Scheide überleben und sich weiterhin bewegen. Diese Flüssigkeit kommt aus der Vorsteherdrüse (Prostata) und den Bläschendrüsen. In der Scheide gibt es weiße Blutkörperchen. Diese sind Teil des Immunsystems und wollen die Spermien (als Fremdkörper) vernichten. Die nächste Hürde ist der Gebärmutterhals. Während des Eisprungs ist der Schleimpfropf am Gebärmutterhals dünnflüssiger als sonst. Daher ist ein Durchtritt der Spermien in dieser Zeit möglich. Allerdings wissen Spermien die Richtung nicht, in die es weitergeht. So können sie sich in eine andere Richtung bewegen, ohne jemals ans Ziel zu kommen. Einige Millionen schaffen es dennoch durch den Gebärmutterhals zu gelangen. Sie bewegen sich durch die Gebärmutter in Richtung Eileiter. Normalerweise wird jeweils aus einem Eierstock (meistens nur) eine Eizelle freigesetzt. Ein neues Problem entsteht nun dadurch, dass die Spermien „gegen den Strom“ schwimmen müssen. Dieser Gegenstrom entsteht dadurch, dass der Eileiter die Eizelle vom Eierstock weg in Richtung Gebärmutter bewegt und nicht umgekehrt. Letztendlich sind es maximal einige hundert Samenzellen, die es tatsächlich bis zur Eizelle schaffen. Diese versuchen nun in die äußerste Zellschicht einzudringen. Das ist eine anstrengende Tätigkeit, bei der erneut viele Spermien absterben. Es dauert einige Stunden, bis die Schutzschichten der Eizelle entfernt sind und die tatsächliche Oberfläche sichtbar wird. Nun wird es ernst. Die erste Samenzelle, die das Eihäutchen berührt, dringt ein und verliert dabei ihren Schwanz. Sie verschmilzt mit der Eizelle. Danach verändert sich die Oberfläche der Eizelle und es können keine weiteren Spermien mehr eindringen. B2 Eizelle und Spermien Samenzellen – ein langer Weg bis zum Ziel A1 Lies den Text. Markiere dabei wesentliche Informationen mit einem Textmarker und notiere Schlüsselwörter. B1 Der Weg der Samenzellen Methode: Wie arbeite ich mit Schlüsselwörtern? b4h7xr Mensch und Gesundheit 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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