Im Textausschnitt in Ü5 hast du gelesen, dass Albert keinerlei Vorstellung von seiner Zukunft hat. Das möchte er ändern und er beschließt, sich Hilfe im Berufsinformationszentrum (BIZ) zu holen. Lies nach, wie es ihm dort ergeht. „Moin!“ – „Moin!“, antwortete Albert leise. Neben ihm stand der ihm bekannte Berufsberater: Jeansjacke, Jeanshose, Marlboro in der Brusttasche. Er schloss die Tür auf, ließ seine Kippe durch den Rost auf dem Boden davor fallen. Während er den Qualm in den Eingang des Berufsinformationszentrums pustete, nuschelte er ziemlich unverständlich: „Hereinspaziert!“ […] „Ich war neulich bei euch in der Schule, oder?“ Albert nickte. „Stimmt.“ „Wie war noch gleich dein Name? Benni?“ Der hatte gesessen. Albert schüttelte den Kopf. „Ich bin Albert.“ „Oh, das tut mir leid!“ Können Sie ja nichts für, dachte Albert. „Freut mich jedenfalls, dass du gekommen bist.“ „Ja.“ Der Berufsberater schaute auf die Uhr. „Man kann nie früh genug anfangen, seine Berufung zu finden.“ „Ja“, sagte Albert wieder, das war wahrscheinlich am besten, auch wenn er nicht wusste, wo dieses Gespräch hinführen sollte. Im Grunde war es doch egal, ob er seine Berufung um acht Uhr morgens oder um fünf Uhr nachmittags suchte, mal ganz abgesehen davon, dass Albert bis eben gerade davon ausgegangen war, dass eine Berufung sich dadurch auszeichnen würde, dass sie von jemand anderem kommt und einen findet, ganz automatisch, und wenn das schon in freier Wildbahn nicht klappte, dann wenigstens hier, im Berufsinformationszentrum. Eine Berufung musste man nicht suchen. Oder doch? […] „Wie kann ich dir helfen?“ […] „Ich brauche eine Ausbildungsstelle.“ „Weißt du denn schon, was genau du gern machen möchtest?“ „Nein!“ Der Berufsberater zeigte auf ein paar Tische mit Bildschirmen, die ganz hinten in der Ecke standen. „Probier’s mal mit unserem Berufsgenerator! Wenn du mich suchst, mein Büro ist oben.“ – „Hallo, ich bin Bizzi!“ Albert hatte sich an einen der Rechner gesetzt, auf dem Bildschirm erschien ein kleiner Bär, der ihn breit angrinste. „Ich bin dein persönlicher BÄRufsgenerator!“ Bäruf kam hier im BIZ also von Bärufung – am liebsten wäre Albert aufgestanden und gegangen […]. Bizzi hin, Bärufung her! Albert klickte auf den Bildschirm. „Wie heißt du?“, fragte Bizzi. „Albärt“, tippte er ein und wartete gespannt, ob der Bärufsgenerator das vielleicht ablehnen würde, ungültig oder so. Stattdessen antwortete Bizzi: „Toller Name.“ Na immerhin, dachte Albert. Besser als „Oh, das tut mir leid!“. Nachdem er Alter, Schulabschluss und so weiter eingegeben hatte, tauchte wieder der gut gelaunte Bizzibär auf. „Bevor es nun richtig losgeht, noch eine Frage: Wie geht es dir heute? A) Phänomenal fantastisch, B) Super, C) Ganz gut, D) Geht so.“ Albert wartete ab, aber „E) Scheiße“ und „F) Total beschissen“ wurden nicht mehr angeführt. Er klickte „D) Geht so“ an und fragte sich, ob Bizzi ihn gleich fragen würde, was denn los war, aber Bizzi läutete die nächste Runde ein. „Deine Persönlichkeit“. Albert fragte sich, warum es nicht „Deine BÄRsönlichkeit“ hieß. „Bitte klicke an, wie du wirklich bist, und nicht, wie du gerne wärst!“, lautete Bizzis Auftrag. Aus: Tobias Steinfeld: Kein Plan. Thienemann, Stuttgart 2019 (gekürzt). a) Die Feststellung des Berufsberaters in Zeile 8 (Ü7) führt zu einem Missverständnis. Lies oben nach und unterstreiche darin jenes Wort, das Albert falsch versteht. Überlege, was der Berufsberater mit dem Wort ausdrücken möchte und was Albert darunter versteht. b) Das Programm des Berufsgenerators spricht die Jugendlichen mit Wortspielen direkt an. Markiere diese Wortspiele im Textausschnitt oben. c) Welchen Zweck sollen diese Wortspiele eurer Meinung nach erfüllen? Haltet ihr diese Art der Ansprache für gelungen und angebracht? Diskutiert darüber in der Klasse. Ü7 1 5 10 15 20 25 30 35 Ü8 17 Sich bewerben und vorstellen Sprachbewusstsein Zuhören / Sprechen Schreiben Lesen 1 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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