Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

102 Das wollen wir (nicht)! Soziale Bewegungen und Demokratie Mitbestimmung – Grundlage der Demokratie Widerstand gegen politische Entscheidungen oder gegen die Benachteiligung sozialer Gruppen ist schwierig. Gruppen, die bestimmte Forderungen durchsetzen wollten, wurden nicht nur in der Vergangenheit unterdrückt und verfolgt. In einer demokratischen Gesellschaft gibt es aber das Recht, seine Überzeugungen in der Öffentlichkeit zu vertreten, wenn sie den allgemeinen Menschenrechten entsprechen. Trotzdem ist es nicht immer leicht, die Wünsche der einen Gruppe gegen die Überzeugungen einer anderen Gruppe durchzusetzen. Wie machen wir unser Anliegen bekannt? Wer eine politische Entscheidung für sein Anliegen erreichen will, braucht die Unterstützung von anderen. Das eigene Anliegen muss deshalb bekannt gemacht werden. Möglichst viele Menschen sollen mithelfen, das erhoffte politische Ziel zu erreichen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel: • Informationen über soziale Medien verbreiten • Flugblätter und Plakate machen • Briefe an entscheidende Stellen (Regierung, Parteien …) • Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen informieren • eine Bürgerinitiative gründen • Demonstrationen anmelden • Sammeln von Unterschriften für Anliegen (Volksbegehren …) Solche politischen Bewegungen sind nur in funktionierenden Demokratien ungehindert möglich. A B Für Klimaschutz (Earth Strike – am 27. 09. 2019 in Wien) Mit verschiedenen Demonstrationen versucht man, von den Regierungen strenge Maßnahmen für den Umweltschutz zu erreichen. Das schafft zunehmend hohe Aufmerksamkeit, erregt aber auch Ärger. In Österreich ist seit 1984 Umweltschutz zu einem wichtigen politischen Thema geworden. Damals wurde die Hainburger Au nach heftigen Auseinandersetzungen ein Naturpark statt einer Kraftwerksanlage. Eine Bewegung von NGOs, Prominenten und engagierten Menschen führte zur Gründung der neuen Partei „Die Grünen“. 2 Für Frieden (Fahne in Regenbogenfarben als Symbol für den Frieden, Demonstration vom 24. Oktober 2009 am Trafalgar Square, London, UK) Die moderne Friedensbewegung wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg und ab etwa 1965 gegen den Vietnamkrieg besonders an. Der Kalte Krieg und die Angst vor der Atombombe standen hier im Vordergrund. Seither haben sich Gruppen mit unterschiedlichen politischen Ansichten verschiedenen Friedensbewegungen angeschlossen. Leider konnten diese Bewegungen Kriege bisher nicht verhindern. Friedensbewegungen haben auch immer mächtige Gegnerinnen und Gegner. 1 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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