106 Arbeiten global … … verändert Österreichs Gesellschaft Veränderung in der Arbeitswelt Die Globalisierung erleichtert österreichischen Unternehmen, ihre Produkte weltweit anzubieten. Das erhält und schafft Arbeitsplätze. Die Globalisierung bringt aber auch weltweite Konkurrenz mit sich. Das kann zur Schließung von Unternehmen führen und zu Arbeitslosigkeit. Diese wirtschaftlichen Entwicklungen betreffen die Bevölkerung auf unterschiedliche Weise. Arbeiten, für die man keine besondere Ausbildung braucht, können leicht in anderen Ländern mit geringen Löhnen durchgeführt werden. Menschen in diesen Berufen werden dann arbeitslos. Über 700 000 Arbeitsplätze in Österreich hängen aber vom Export in andere Staaten ab. Arbeitskräfte mit guter Ausbildung sind hier gesucht und haben auch gute Löhne. Auswirkungen Mit der Globalisierung wuchs auch die Migration von Arbeitskräften. Seit den 1960er Jahren benötigte man für verschiedene Berufe ausländische Arbeitskräfte. Damals wurden Arbeitskräfte für einfache Tätigkeiten im Ausland gesucht. Heute benötigt man auch viele Fachkräfte. Durch die Digitalisierung und technische Entwicklungen gibt es immer weniger Bedarf für bestimmte Berufe, zum Beispiel im Einzelhandel, in Banken oder Büros. Hier gehen Arbeitsplätze verloren. Sichere Berufschancen haben gut ausgebildete Facharbeitskräfte, zum Beispiel in der Mechatronik, der Gastronomie oder kaum bekannten Berufen wie Flachglastechnologie. Auch Fremdsprachen sind ein Vorteil in der internationalen Wirtschaft. Englisch wird zum Beispiel für internationale Kontakte unbedingt gebraucht. Krisensicher sind Berufe, die schwer durch Technik ersetzt werden können, zum Beispiel im Gesundheitsbereich. A B Ankunft von 40 Gastarbeitern für die Verkehrsbetriebe auf dem Südbahnhof (30.11.1971; Wiener Verkehrsbetriebe, ÖNB-Bildarchiv) Man warb ab etwa 1960 im ehemaligen Jugoslawien und in der Türkei um „Gastarbeiter“. Sie arbeiteten oft in schlecht bezahlten Berufen. Man meinte, es würden alle nach einiger Zeit wieder heimkehren. Viele planten das eigentlich auch so. Sie schickten einen Teil ihres Lohnes an ihre Familien in der Heimat. Das war für die daheim Gebliebenen eine wichtige Unterstützung. Doch viele hatten beruflich Erfolg und holten ihre Familien nach. Bis heute besteht der Bedarf nach ausländischen Arbeitskräften. 1 Flucht vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien (22. 7. 1991) Nach den Gastarbeitern kamen wegen der Kriege im ehemaligen Jugoslawien etwa 13 000 kroatische und etwa 90 000 bosnische Flüchtlinge nach Österreich. Etwa 60 000 blieben nach Ende des Krieges in Österreich, da die Zerstörungen in ihrer Heimat sehr groß waren. Sie fanden hier auch Hilfe bei den ehemaligen Gastarbeiterfamilien. Als meist gut ausgebildete Arbeitskräfte waren sie willkommen. In Österreich waren Urlaubsreisen ins ehemalige Jugoslawien beliebt. Deshalb kannte man die jeweiligen kulturellen Eigenheiten. Das erleichterte die Integration. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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