Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

107 AH S. 53 AUFGABEN 1 Beschreibe einige Änderungen, die die Globalisierung für den Arbeitsmarkt brachte. B 5 2 Erkläre den Begriff „Working poor“. 4 3 Interpretiere 1 nach der Methode „Statistiken auswerten“ auf Seite 133. 4 Interpretiert 3 nach der Methode „Schriftliche Quellen auswerten“ auf Seite 131. 5 Analysiere am Beispiel von 2 , welche Vorteile die dringende Mitarbeitersuche für jemanden haben kann, der einen Arbeitsplatz sucht. 6 Erzähle, welche Folgen es für dich hätte, wenn ein Elternteil oder beide Eltern im Ausland arbeiten. 3 7 Interpretiere den Begriff „Gastarbeiter“. Warum nannte man die ausländischen Arbeitskräfte damals so? 1 „Working poor“ (Statistik, Statista, 2023) Als „Working poor“ bezeichnet man armutsgefährdete Personen im Alter von 18-64 Jahren, die im Verlauf des Jahres länger als sechs Monate Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig sind. Obwohl sie ein Gehalt bekommen, können sie sich notwendige Dinge nicht kaufen. Die Betroffenen können abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warmhalten oder unerwartete Ausgaben tätigen. Arme Menschen sind häufiger krank und leben oft in schlechten Wohnungen. Besonders armutsgefährdet sind alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern. 400.000 Anzahl der Working poor in Österreich von 2012 bis 2022 2012 2013 2014 2015 2016 2017 299.000 291.000 266.000 297.000 313.000 300.000 316.000 306.000 297.000 331.000 289.000 2018 2019 2020 2021 Quelle: Statista 2023 2022 Anzahl der Working poor 350.000 300.000 250.000 200.000 150.000 100.000 50.000 0 4 Pflegekräfte aus Kolumbien und Tunesien (ORF Steiermark, 29. Dezember 2022, 9.34 Uhr) Bis 2030 fehlen in Österreich 76 000 Pflegekräfte. Deshalb werden nun auch Pflegerinnen und Pfleger von anderen Kontinenten gesucht. Sie finden hier bessere Arbeitsbedingungen. Doch es ist schwer, die Heimat und die Familie lange nicht zu sehen. Mit einer guten Ausbildung gelingt auch ausländischen Arbeitskräften ein beruflicher Aufstieg. „[…] Lizeth Aguirre Diaz ist eine von fünf Kolumbianerinnen, die als Diplompflegekraft im LKH Graz West arbeitet; die 26-Jährige ist seit zehn Monaten hier. „Es geht mir gut, ich bin froh da. In Österreich kann ich eine Arbeit mit Urlaub haben, und ich habe ein bisschen Freizeit – in Kolumbien ist das normalerweise nicht so. Dort müssen wir viele Stunden arbeiten, und es ist ein anderes Gesundheitssystem“, so Lizeth Aguirre Diaz. Lizeth Aguirre Diaz kommt aus Kolumbien und arbeitet nun als Diplompflegekraft im LKH Graz West […] 600 Fachkräfte von anderen Kontinenten Sechs-Tage-Wochen, prekäre Dienstverhältnisse und nur zwei Wochen Urlaub im Jahr: Rund 100 Pflegefachkräfte verließen Kolumbien bisher, um in Österreich unter besseren Bedingungen zu arbeiten […]“ 3 Interview mit der Softwareentwicklerin Barbara Latosinska (geführt vom Autor Franz Graf, 2025) „Ich heiße Barbara und komme aus Polen. Ich bin mit 24 Jahren nach Wien gekommen. Ich konnte kaum Deutsch. Als EU-Bürgerin fand ich Arbeit und ging abends in den Deutschkurs. Im Volleyballverein konnte ich die Sprache gut üben. Nach der bestandenen Deutschprüfung begann ich ein Informatikstudium an der Fachhochschule. Dafür musste ich eine Aufnahmeprüfung in Mathematik, Logik, Physik und Englisch ablegen, um einen Studienplatz zu erhalten. Die Fragen entsprachen etwa dem Niveau einer Matura. Das Studium fand auf Deutsch statt, und ich musste hart arbeiten, um den Stoff zu verstehen. Wichtig war die Hilfe meiner netten Kolleginnen und Kollegen. Nach dem Studium hatte ich keine Probleme, einen guten Job als Softwareentwicklerin in einer Maschinenbaufirma zu finden.“ 5 1945 bis heute Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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