Politische Bildung 113 AH S. 57 27. Regenbogenparade in Wien (Foto, 2023) In vielen Städten weltweit finden jährlich Regenbogenparaden statt. Es ist ein Umzug, bei dem Menschen aus vielen Teilen der Gesellschaft zusammenkommen, um die Vielfalt sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten* zu feiern. Dafür steht symbolisch der Regenbogen. Die wichtigsten Forderungen sind: Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz, in der Bildung, im Gesundheitswesen und Anerkennung der Ehe und Adoptionsrechte für gleichgeschlechtliche Paare. 3 4 Kärnten – Protestaktion für zweisprachige Ortstafeln (Foto, 20. 2. 2006) Im Artikel 7 des Österreichischen Staatsvertrages von 1955 und im Volksgruppengesetz von 1976* sowie der Ergänzung 1993 wurden die Rechte für die Gruppe der Roma sowie die slowenische, kroatische, ungarische, tschechische und slowakische Volksgruppe sowie für die Roma und Sinti festgelegt. Es dauerte aber Jahrzehnte, bis diese Gesetze in die Praxis umgesetzt wurden: Heute gibt es in Österreich 215 Orte mit zweisprachigen Ortstafeln. In Kärnten 164, im Burgenland 152. Slowenisch, Kroatisch und Ungarisch werden in gemischtsprachigen Gebieten teilweise an Schulen unterrichtet und Volksgruppenorganisationen erhalten finanzielle Unterstützung von der Bundesregierung. Die Volksgruppenvertretungen kritisieren aber eine unzureichende praktische Umsetzung der Gesetze. Immer weniger Menschen bekennen sich zu einer dieser Volksgruppen. Lexikon Artikel 7 des Österreichischen Staatsvertrages und Volksgruppengesetz 1976 Das Gesetz wurde 1976 beschossen. Es betrifft die slowenische, kroatische, ungarische, tschechische und slowakische Volksgruppe und regelt ihre Rechte in Österreich. Diese anerkannten Volksgruppen dürfen zum Beispiel ihre Sprache, Kultur und Traditionen bewahren und werden dabei unterstützt. Das heißt, sie können in ihrer Sprache Zeitungen gestalten, Kulturvereine gründen oder in ihrer Sprache unterrichtet werden. Einige Volksgruppen haben noch zusätzliche Rechte. Das betrifft vor allem die kroatische im Burgenland und die slowenische in Kärnten. In bestimmten Gegenden dürfen sie ihre Sprache auch als Amtssprache verwenden. Außerdem gibt es zweisprachige Ortstafeln. Die Roma und Sinti wurden erst 1993 offiziell anerkannt. Seitdem gelten für sie die gleichen Rechte. Die Sonderrechte wie Amtssprache oder zweisprachige Ortstafeln gelten für sie aber nicht, weil sie über ganz Österreich verteilt leben. Sozialer Status gibt an, welche Stellung eine Person in der Gesellschaft hat. Der soziale Status hängt oft davon ab, wie viel Einfluss oder Macht jemand hat. Geschlechtsidentität beschreibt, welchem Geschlecht sich ein Mensch zugehörig fühlt – unabhängig von biologischen Merkmalen. Das kann männlich, weiblich, beides oder keines von beidem sein. Die Geschlechtsidentität ist individuell und kann sich im Laufe des Lebens verändern. AUFGABEN 1 Nenne die Grundlage für das demokratische Wertesystem und zähle die wichtigsten demokratischen Werte auf. A 2 Fasse zusammen, wie Menschen die Gesellschaft in einer Demokratie aktiv mitgestalten können. 1 3 Nenne Vorteile und Gefahren für die Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung in der Zukunft. 2 4 Zähle Beispiele für Minderheiten auf und beschreibe ihre wichtigsten Rechte. B 3–4 5 Erkläre, was mit der Überschrift „Demokratie muss gelebt werden.“ gemeint ist. A–B 1–4 6 Fasse zusammen, welche Forderungen bei den Regenbogenparaden gestellt werden. 3 7 Vergleiche das Foto in 4 mit dem darunter stehenden Text. Arbeite heraus, warum es zu dieser Protestaktion gekommen ist. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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