Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

14 Die Wirtschaftsmacht USA … … stürzte Europa in eine neue Krise. Wirtschaftsboom* Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die USA zu einem der reichsten Staaten der Welt. Autos, Kühlschränke, Waschmaschinen oder Kleidung wurden in Massenproduktion am Fließband hergestellt. Immer mehr Familien konnten sich die billigen Massenprodukte leisten. Ein Merkmal des „American way of life“ war, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung diese Güter auf Kredit kaufte. Viele Firmen machten hohe Gewinne. Wirtschaftsdepression* Der Wert von Aktien* stieg dauernd an. Viele Menschen kauften Aktien auch auf Kredit. Sie hofften, durch den rasch steigenden Wert der Aktien ihre Schulden zurückzahlen zu können und Gewinne zu machen. Damit wollten sie für Krankheit und Alter vorsorgen. 1929 begann die Wirtschaft schwächer zu werden und die Aktienwerte sanken. Die Menschen versuchten ihre Aktien so rasch wie möglich zu verkaufen. Aber niemand wollte sie kaufen. Dadurch wurden sie wertlos, und viele konnten ihre Bankschulden nicht mehr bezahlen. Dies führte dazu, dass das Finanzsystem zusammenbrach. Nach diesem Börsenkrach mussten viele Unternehmen schließen. Massenarbeitslosigkeit und Armut waren die Folge. Weltwirtschaftskrise Weil Kredite nicht zurückgezahlt werden konnten, kamen US-Banken in Schwierigkeiten. Sie forderten von Europa die sofortige Rückzahlung der Kredite. Dadurch entstand auch in Europa Geldmangel, die Produktion ging zurück und die Arbeitslosigkeit stieg. Die gesamte Weltwirtschaft war von der Krise in den USA betroffen: Sie wurde zur Weltwirtschaftskrise. A B C Geschäftsjahr Preis in US-Dollar Produktion in Stück (gerundet) 1908/09 850,00 1 000 1910/11 780,00 34 000 1912/13 600,00 168 200 1914/15 490,00 300 000 1916/17 360,00 785 400 1918/19 525,00 533 700 1920/21 bis 300,00 1 250 000 Wirtschaftswachstum – Autoindustrie in den USA (Ford T, Baujahr 1914, Foto 2008) 1 Wirtschaftskrise – Suppenküche für Arbeitslose (Foto, Fotograf unbekannt, 1930, New York/USA) In den USA gab es in der Zwischenkriegszeit keine verpflichtende Kranken- und Pensionsversicherung. Menschen aller Schichten, die arbeitslos wurden und keine Ersparnisse hatten, litten binnen kürzester Zeit bittere Not. Sie verloren ihre Wohnung, konnten sich keine ärztliche Versorgung mehr leisten und mussten sich um Gratissuppen anstellen. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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