Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

Die Erste Republik 17 AH S. 8 Lexikon Frontkämpfer kleine Gruppe radikaler Gegner der Sozialdemokraten und der Kommunisten; der Wehrverband bestand zum Großteil aus ehemaligen Frontsoldaten der k.u.k. Armee. AUFGABEN 1 Stelle mit A und B fest, welches Verhalten deiner Meinung nach nicht zu einer Demokratie gehört. 2 Stelle mit B fest, welche Parteien in Österreich ihren politischen Einfluss vergrößern wollten. 3 Erkläre in eigenen Worten, wie es zum Brand des Justizpalastes kam. B 1 4 Analysiere und vergleiche die beiden Zeitungsartikel 3 und 5 . Markiere in den beiden Zeitungsartikeln die Antworten auf die folgenden Aufgaben. – Stelle dar, welche Position die Verfasser beziehen und markiere jene Stellen im Text, die darauf schließen lassen. – Erörtere, für wen und warum diese Artikel verfasst wurden. – Erläutere mögliche Reaktionen der Leser. 5 Gestalte eine kurze digitale Präsentation nach der Methode auf Seite 130, in der du den Weg Österreichs in den Bürgerkrieg darstellst. A–B 1–5 6 Erkläre, warum wirtschaftliche Probleme oft zur Stärkung radikaler Parteien führen. Quelle: „Arbeiterzeitung“ vom 15. Juli 1927 (gekürzt) „Mörder von Schattendorf freigesprochen! Nichts wird den drei Angeklagten, die am 30. Jänner in Schattendorf in eine Menschenmenge hineingeschossen, mit vollem Vorsatz die todbringenden Schüsse auf Menschen abgefeuert haben, die zwei Menschenleben vernichtet und fünf Menschen verletzt haben, nichts wird ihnen geschehen, kein Haar wird ihnen gekrümmt werden: die eidbrüchigen Gesellen auf der Geschworenenbank haben sie von allen Schuldfragen freigesprochen und unter dem Siegesgeheul der angesammelten Frontkämpfer sind sie, die zwei Menschenleben auf dem Gewissen haben, sofort in Freiheit gesetzt worden. Eine Schurkerei ist diese Freisprechung, wie sie […] vielleicht noch nie erlebt worden ist.“ 3 Quelle: „Reichspost“ vom 15. Juli 1927 (gekürzt) „Zwei Gruppen von Angeklagten standen im Schattendorfer Prozeß vor den Richtern. Die eine Gruppe, das waren die drei Frontkämpfer, denen der Staatsanwalt die […] Schuld an dem Tode des Schutzbündlers […] und des Knaben […] beigemessen hat. Die andere […] bestand aus […] kleinen Raufbolden und einflussreichen Parteimännern, gegen die keine formelle Anklage erhoben war […] Je weiter der Prozeß vorwärts kam, desto schärfer trat das Verbrechen der zweiten Gruppe hervor […] Selbst der Staatsanwalt konnte sich diesem Eindruck nicht entziehen. „Im vorliegenden Falle will ich ohne weiteres zugeben“, sagte er, „daß die moralische Schuld auf Seite jener liegt, die damals den sozialdemokratischen Gegenaufmarsch arrangiert haben.“ Auf diesem Sachverhalt beruht in erster Linie der heutige Freispruch […]“ 5 Putschversuch der Nationalsozialisten im Juli 1934 (Foto, Panzerwagen vor dem Bundeskanzleramt) Im Juli 1934 versuchten Nationalsozialisten mit Gewalt die Macht in Österreich an sich zu reißen. Dabei wurde der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß erschossen. In Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und der Steiermark kam es zu Kämpfen. Der Putschversuch wurde schließlich niedergeschlagen. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Schuschnigg. 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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