Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

28 Eine Diktatur wird errichtet Die Nationalsozialisten beseitigten die Demokratie. Deutschland wird Diktatur Die Arbeitslosigkeit war in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg bereits sehr hoch. Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 verstärkte diese noch. Da Putschversuche und Bürgerkriege zusätzlich für Unsicherheit bei den Menschen sorgten, sehnten sie sich nach Ordnung und Sicherheit. Die NSDAP, die 1923 mit einem Putschversuch scheiterte, erhielt nun auch aufgrund intensiver Propaganda großen Zulauf. Deshalb wurden sie 1932 bei demokratischen Wahlen mit über 33 Prozent stärkste Partei. 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Da er als Regierungschef aber von Abstimmungen abhängig war und er ohne Reichstag* regieren wollte, legte er dem Reichstag das „Ermächtigungsgesetz*“ vor. SA* und SS* schüchterten Abgeordnete mit Drohungen ein und Hitler selbst drohte sogar offen mit Bürgerkrieg. Außerdem befanden sich einige Abgeordnete auf der Flucht oder in Haft. So wurde das Gesetz mit einer großen Mehrheit bestätigt. Eine Partei, eine Meinung, ein Volk Bald nach dem „Ermächtigungsgesetz“ gab es nur noch die NSDAP, da alle anderen Parteien und Gewerkschaften verboten wurden. Alle wichtigen Ämter im Staat, im Rundfunk und in der Presse wurden mit Nationalsozialisten besetzt. Dadurch erreichte nur noch ihre Meinung die Menschen. Gesicherte Arbeitsplätze, vom Staat finanzierte Reisen und Feste sollten die Massen für den Nationalsozialismus begeistern. Die Regierung versuchte, ins Leben der Menschen einzugreifen und es zu kontrollieren. Deshalb wurde der Beitritt zu den verschiedenen NS-Organisationen vorgeschrieben. Dies sollte das Gefühl vermitteln, einer großen Gemeinschaft anzugehören. A B Reichsparteitage in Nürnberg (Propagandafoto der NSDAP, 1936) Unter Propaganda versteht man die eindringliche Werbung für politische Ideen und Überzeugungen mit dem Ziel, andere dafür zu gewinnen. Die Parteitage in Nürnberg waren die größten Propaganda- und Massenveranstaltungen mit manchmal mehr als einer Million Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Massenveranstaltungen sollten Stärke und Macht zum Ausdruck bringen. Jede und jeder sollte sich als Teil des Volkes sehen: „Du bist nichts, dein Volk ist alles!“ Am wichtigsten war die beinahe religiöse Ausrichtung auf den „Führer“. Seine Person wurde in den absoluten Mittelpunkt gerückt. Uniformierte Parteimitglieder bildeten geschlossene Blocks, die sich nach Hitler ausrichteten. Dieser „thronte“ auf einem altarähnlichen Podium und nahm die Huldigungen entgegen. 1 Adolf Hitler begrüßt eine Gruppe Mädchen bei einem Erntedankfest (Propagandafoto, 1937) Die NS-Propaganda nutzte jede Möglichkeit, Hitler werbewirksam zu zeigen. Mithilfe von Plakaten, Fotos und Filmen wurde der Eindruck erzeugt, der Führer sei fehlerlos, allwissend, von allen geliebt und immer zugegen. Persönliche Begegnungen und öffentliche Auftritte sollten die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Führer vertiefen. Einfache Parolen wie „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ hatten das Ziel, die nationale Geschlossenheit zu stärken und das Ideal einer „Volksgemeinschaft“ mit einem einzigen Führer zu bewerben. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==