DER ZWEITE WELTKRIEG 31 AH S. 14 Lexikon Devisen Zahlungsmittel in ausländischer Währung Juliabkommen Am 11. Juli 1936 nahm Schuschnigg auf Druck Hitlers zwei Nationalsozialisten in die Regierung auf. Er versprach, verhaftete Nationalsozialisten freizulassen und die Außenpolitik im Sinne Deutschlands zu führen. Im Gegenzug erkannte Hitler die Unabhängigkeit Österreichs an. Opfer, Täterin, Täter, Mitläuferin und Mitläufer (Pressefoto, Fotograf Albert Hilscher, März 1938, Wien) Gleich nach dem „Anschluss“ wurden jüdische Geschäfte gekennzeichnet und oft auch Scheiben eingeschlagen. Über 160 000 Jüdinnen und Juden mussten das Land verlassen. Auch Roma und Sinti, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen und politische Gegnerinnen und Gegner des Regimes wurden verfolgt. Viele Österreicherinnen und Österreicher waren an diesen Verfolgungen, manche auch an grausamen Verbrechen beteiligt. Zahlreich waren die Mitläuferinnen und Mitläufer. Sie leisteten keinen Widerstand. Oft waren sie sogar Mitglieder der NSDAP. So konnten sie beispielsweise ihre Arbeit behalten und liefen nicht Gefahr, verfolgt oder verhaftet zu werden. 4 Volksabstimmung nach dem „Anschluss“ (Propagandafoto, 12. März 1938, Salzburg) Um den Einmarsch in Österreich vor der Welt zu rechtfertigen, setzte Hitler für den 10. April 1938 eine Volksabstimmung fest. Einerseits gab es in der Bevölkerung ohne Zweifel eine große Begeisterung für Hitler und den Nationalsozialismus. Mit Plakaten, Filmen, Flugzetteln, Musik und günstigen Radios wollte die NS-Propaganda auch die Unentschlossenen überzeugen. Auch von Politikern und Geistlichen gab es Ja-Empfehlungen. Andererseits war Österreich keine Demokratie mehr und viele Gegnerinnen und Gegner des „Anschlusses“ waren verhaftet oder nicht mehr wahlberechtigt. 99,73 Prozent stimmten für den „Anschluss“. 5 AUFGABEN 1 Ermittle, unter welchen Voraussetzungen die Nationalsozialisten versuchten, an die Macht zu kommen. Mit welchen Mitteln versuchten sie, ihre Ziele zu erreichen? A–B 1–5 2 Schildere die Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich. A–B 1–3 5 3 Nenne Hitlers Ziele. Lässt sich aufgrund der Darstellung auf diesen Seiten etwas über die Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher bezüglich des „Anschlusses“ sagen? 4 Erkläre in eigenen Worten die Begriffe „Opfer“, „Täterin/Täter“ und „Mitläuferin/ Mitläufer“. Beziehe 2 und 4 mit ein. Auf wen könnte was zutreffen? Wie sieht der Zeitzeuge in 2 die Situation? 5 Erkläre, warum 99,73% der abstimmenden Personen sich 1938 für einen Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich ausgesprochen haben. 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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