Bausteine Geschichte 4, Schulbuch [Prüfauflage]

DER ZWEITE WELTKRIEG 47 AH S. 22 Quelle: Österreichs Verantwortung Bundeskanzler Franz Vranitzky (1986–1997) sprach am 8. Juli 1991 vor dem Nationalrat über die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. „[…] Juden, Zigeuner, körperlich oder geistig Behinderte, Homosexuelle, Angehörige von Minderheiten, politisch oder religiös Andersdenkende – sie alle wurden Opfer […] Dennoch haben viele Österreicher den „Anschluss“ begrüßt, haben das nationalsozialistische Regime gestützt […] Über eine moralische Mitverantwortung für Taten unserer Bürger können wir uns auch heute nicht hinwegsetzen […] Vieles ist in den vergangenen Jahren geschehen, um […] angerichteten Schaden wiedergutzumachen. Vieles bleibt nach wie vor zu tun […] Wir bekennen uns zu allen Taten unserer Geschichte […] und so wie wir die guten für uns in Anspruch nehmen, haben wir uns für die bösen zu entschuldigen – bei den Überlebenden und bei den Nachkommen der Toten […]“ 4 AUFGABEN 1 Fasse zusammen, was du über Ghettos weißt. A 2 Ermittle aus B und 3 die für dich wichtigsten fünf Fakten zum Thema Konzentrationslager und notiere sie. 3 Diskutiere mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler, warum das Foto in 1 weltweit so bekannt wurde. Begründet, warum es für viele zu einem „Sinnbild des Leidens“ wurde. 4 Stelle die Informationen aus B und 3 dem Foto in 2 gegenüber. Begründe, warum es sich bei 2 eindeutig um ein Propagandafoto handelt. 5 Formuliere drei Fragen an den Zeichner von 3 . 6 Nimm Stellung zur Rede in 4 . Prüfe mithilfe der Methode „Internet-Recherche“ auf Seite 128 wie Österreich mit dieser Verantwortung umging und umgeht. Alltag im Konzentrationslager (Zeichnung eines Häftlingskindes, um 1943) Ab 1933 dienten Konzentrationslager, die „KZ“, zur Ausschaltung und Abschreckung der politischen Opposition. Sie waren nicht geheim. Über dem Eingang mancher Lager stand „Arbeit macht frei“. Doch die Ziele der Arbeit waren Erniedrigung, Folter und Tod. Neuankömmlinge wurden gleich bei der Ankunft eingeschüchtert. Ihr Eigentum wurde ihnen weggenommen. Sie mussten sich nackt ausziehen, die Haare wurden ihnen abgeschnitten und statt eines Namens erhielten sie eine Nummer. Sie hatten keine Rechte und waren willkürlichen Strafen und Foltern ausgesetzt. In dünner Sträflingskleidung wurden sie den Arbeitskommandos zugeteilt. Viele starben durch die harte Arbeit bei schlechter Ernährung. 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==