48 Vernichten … … war das einzige Ziel. Organisierter Völkermord 1941 beschlossen die Nationalsozialisten die endgültige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa. Verharmlosend sprachen sie von „Endlösung“. Dieser nationalsozialistische Massenmord an Jüdinnen und Juden, dem geschätzte sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen, wird „Shoah*“ oder „Holocaust*“ genannt. Die zweitgrößte Opfergruppe stellen die Roma und Sinti dar. Schätzungen gehen von bis zu 500 000 Menschen aus. Genaue Zahlen gibt es nicht. Große Vernichtungslager wurden vor allem im besetzten Polen errichtet. Die Transportfahrten aus den verschiedenen Teilen des Reiches und aus besetzten Gebieten nach Osten waren genau geplant. Vorwiegend jüdische Menschen, aber auch Roma, Sinti und politische Gegnerinnen und Gegner der Nationalsozialisten wurden unter dem Vorwand der „Umsiedlung“ nach Polen gebracht. Die Menschen wurden in Viehwaggons transportiert. Es gab kein Essen, nichts zu trinken und auch keine Toiletten. Viele Verschleppte starben schon auf den tagelangen Bahnfahrten. Vernichtungslager Die Existenz der Vernichtungslager wurde, im Gegensatz zu den öffentlich bekannt gemachten Konzentrationslagern, streng geheim gehalten. Sie dienten ausschließlich der Ermordung der verschleppten Personen. Um das Ziel der Vernichtungslager zu verschleiern, wurden die Massentötungen zur Tarnung „Säuberungen“ und „Sonderbehandlungen“ genannt. Das Konzentrationslager Auschwitz war gleichzeitig auch ein Vernichtungslager. Aus ganz Europa wurden vor allem Jüdinnen und Juden dort hingebracht und ermordet. Insgesamt starben dort weit mehr als eine Million Menschen. A B Verladerampe in Auschwitz (Selektion ungarischer Jüdinnen und Juden, Fotograf und Zweck unbekannt, 1944) Bei der Ankunft in den Vernichtungslagern kam es zur sogenannten „Selektion“ der Gefangenen. Es wurde dabei ausgewählt, welche Menschen sofort in Gaskammern getötet werden sollten. Die anderen wurden zur Arbeit als Totengräber oder Leichenverbrenner, in Werkstätten oder in Küchen eingesetzt. Diese sogenannten „Funktionshäftlinge“ wurden meist nach wenigen Monaten getötet und durch neue Kräfte ersetzt. 1 Schloss Hartheim in Oberösterreich (Foto, 2008) Menschen mit Behinderungen wurden nach dem „Euthanasie-Erlass“ von 1939 systematisch in eine von sechs Anstalten transportiert. Mit diesem einzigen von Hitler persönlich unterzeichneten Auftrag wurde die Vernichtung von körperlich und geistig beeinträchtigten sowie psychisch kranken Kindern auch auf Erwachsene ausgedehnt. Die Gedenkstätte in Schloss Hartheim erinnert daran, dass zwischen 1940 und 1944 hier 30 000 Menschen mit Behinderungen ermordet wurden. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==