98 Österreichs Nachbarn … … nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Deutschland Die Politik Gorbatschows ermutigte die Bevölkerung der DDR, für mehr Freiheit zu demonstrieren. Ab Herbst 1989 kam es zu großen Versammlungen gegen die Regierung der DDR. Diese verliefen friedlich. Die Menschen forderten freie Wahlen, Meinungsfreiheit und Reisefreiheit. Die Regierung der DDR verlor die Unterstützung der Sowjetunion. Bürgerinnen und Bürger der DDR flüchteten in Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in Budapest, in Prag und in Warschau. Nach langen Verhandlungen erlaubte die DDR-Regierung den Besetzerinnen und Besetzern die Ausreise in den Westen. Ungarn öffnete daraufhin im September 1989 die Grenzen nach Österreich. Tausende gelangten auf diesem Weg in den Westen. Diese Ereignisse führten schließlich zum Fall der „Berliner Mauer“. 1990 wurden die beiden deutschen Staaten wieder vereint. Die Tschechoslowakei löst sich auf 1989 trat in der Tschechoslowakei nach tagelangen friedlichen Protesten die kommunistische Regierung zurück. Noch im gleichen Jahr wurde der Schriftsteller Vaclav Havel zum Staatspräsidenten gewählt. Im Jahr darauf wurden die ersten freien Parlamentswahlen nach 1945 abgehalten. Tschechische und slowakische Vertreter bildeten eine Regierung. Wirtschaftliche Gründe und der Wunsch nach Selbstständigkeit auf beiden Seiten führten am 1. Jänner 1993 zur friedlichen Auflösung der Tschechoslowakei. Es entstanden die Tschechische Republik mit der Hauptstadt Prag und die Slowakische Republik mit der Hauptstadt Bratislava. Das Volk wurde zu dieser Entscheidung nicht befragt. Beide Länder wurden am 1 . April 2004 Mitglieder der EU. A B Probleme der Wiedervereinigung (Foto, Fotograf Daniel Biskup, DDR, 1990) Nach der Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs kam es zur Wiedervereinigung Deutschlands. Doch 40 Jahre Teilung hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Annäherung zwischen Ost- und Westdeutschen war ein schwieriger Prozess. Viele Fabriken im Osten waren veraltet und wurden geschlossen. Zwei Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Die Verbesserungen der Betriebe, der Lebensbedingungen, des Verkehrs, der Verwaltung und der Umwelt waren sehr teuer. Der Osten Deutschlands kämpft bis heute um den wirtschaftlichen Anschluss an den Westen. 1 Containerschiff in Koper (Slowenien, Foto, 2024) Slowenien erklärte sich am 25. Juni 1991 unabhängig vom jugoslawischen Staat. Es kam zu einem Bürgerkrieg zwischen der jugoslawischen Volksarmee und Soldaten des slowenischen Staates, der zehn Tage dauerte. Während dieser Zeit entsandte die österreichische Regierung das Bundesheer an die Grenze zu Slowenien. Slowenien wurde am 01. Mai 2004 Mitglied der EU, seit dem 1. Jänner 2007 hat es den Euro als Währung. Das Land entwickelte sich wirtschaftlich gut. Österreichische Wirtschaftsunternehmen pflegen gute Handelsbeziehungen zu diesem Nachbarland. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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