Alles Geschichte! 8, Schulbuch

147 Ludwig XIV. zu seinen Regierungsmitgliedern bei seinem Regierungsantritt 1661 Herr Kanzler, ich habe Sie mit meinen Ministern und Staatssekretären rufen lassen, um Ihnen Folgendes zu sagen: Bis jetzt habe ich zwar meine Geschäfte durch den verstorbenen Herrn Kardinal besorgen lassen. Nun aber ist es Zeit, dass ich sie selbst in die Hand nehme. Sie werden mich mit Ihren Ratschlägen unterstützen, wenn ich sie von Ihnen verlange. Sie, Herr Kanzler, ersuche ich, nichts zu siegeln, als was ich Ihnen zu diesem Zweck in die Hand gebe. Ihnen, meine Herren Staatssekretäre, verbiete ich, irgendetwas zu zeichnen, sei es auch nur einen Pass, ohne mir darüber vorgetragen zu haben. Der Schauplatz hat sich verändert. Ich werde in der Führung meines Staates, in der Verwaltung der Finanzen und in der Leitung der Außenpolitik anderen Grundsätzen folgen als der verstorbene Herr Kardinal. Sie kennen jetzt meine Befehle. Ihre Sache, meine Herren, ist es, sie auszuführen. M4: Zit. nach Gaxotte: Frankreichs Aufstieg in Europa, 1951, S. 9 f. Ludwig XIV. in seinen Memoiren (1661–1668) über sich selbst Gott, der den Menschen Könige gab, will, dass man sie achte als seine Stellvertreter: ihm allein steht das Recht zu, die Regierungen der Könige zu prüfen. – Ich bin die Sonne meines Landes, ich bin eine geheiligte Person. Die Gottähnlichkeit des Königs von Frankreich muss verehrt werden, dass Gott selbst eifersüchtig auf die erwiesenen Ehrungen sein möchte. M5: Ludwig XIV.: Memoiren, 1931, 25 f. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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