Thema Die Vielfalt der Primaten Die Evolution der Primaten Die Tennisspielerin in der Abbildung oben links kann den Ball über den Kopf servieren. Das ist möglich, weil unsere Vorfahren diese besondere Armbewegung im Laufe der Evolution entwickelt haben. Nur wenige Tierarten können den Arm so weit über den Kopf heben. Besonders gut gelingt diese Bewegung den Gibbons, die in Asien leben ( oben Mitte). Auch Orang-Utans in Asien ( oben rechts) sowie Schimpansen und Gorillas in Afrika können den Arm über den Kopf strecken. Diese Fähigkeit entstand ursprünglich beim Schwingen von Ast zu Ast in den Bäumen und half den Tieren, sich im Lebensraum Wald sicher zu bewegen. Ähnlichkeiten wie diese zeigen, dass Menschen und Menschenaffen nahe miteinander verwandt sind und gemeinsame Vorfahren haben. Menschen und Affen gehören zur selben Säugetierordnung: den Primaten ( S. 7 Abb. 3). Welche Entwicklungen und Anpassungen bei frühen Primaten waren wichtige Voraussetzungen für die Entstehung des Menschen? Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf die Evolution der Primaten und auf die Merkmale unserer Vorfahren. Die ersten Primaten waren nachtaktiv Die ersten Primaten lebten vor rund 80 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit beherrschten noch viele tagaktive Saurier die Erde. Die frühen Primaten waren nur etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter groß und nachtaktiv. Ihre Warmblütigkeit half ihnen, auch in kühlen Nächten und reaktionsschnell zu bleiben. Für das Leben in der Dunkelheit waren diese Tiere gut angepasst. Ihr Geruchs- und Gehörsinn war besonders gut entwickelt. Die nach vorne gerichteten Augen lagen dicht nebeneinander und ermöglichten dreidimensionales Sehen. Das half beim Klettern und Springen zwischen Ästen. Zusätzlich besaßen ihre Augen eine spiegelnde Schicht, die das vorhandene Licht verstärkte. Dadurch konnten sie auch bei wenig Licht besser sehen. Eine solche Struktur findet man noch heute bei vielen nacht- und dämmerungsaktiven Säugetieren. Primaten werden auch als Herrentiere bezeichnet Warmblütigkeit bedeutet, dass die Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur mehr oder weniger gleichbleibt. Um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, wird aber Energie benötigt. Alle Säugetiere sind warmblütig. dreidimensionales Sehen oder räumliches Sehen bedeutet, dass nicht nur Höhe und Breite von Objekten gesehen werden können, sondern auch, wie weit etwas entfernt ist. Erkläre den Vorteil der Nachtaktivität für das Überleben der frühen Primaten und begründe, warum die Saurier in den kühlen Nächten kaum aktiv sein konnten. Du bist dran! 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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