Siedlungsökologie – auf einen Blick! Siedlungsökologie – auf einen Blick! Kulturfolger nutzen Vorteile in Siedlungen ă Manche Pflanzen und Tiere kommen in Siedlungen gut zurecht, weil sie Merkmale besitzen, die dort vorteilhaft sind. Sie nutzen Gebäude, Grünflächen, Abfälle oder Verkehrswege als Lebensraum, Nahrungsquelle oder Ausbreitungsweg. Solche Arten nennt man Kulturfolger. ă Straßentauben brüten an Gebäuden und Brücken, weil diese Strukturen Felsnischen ähneln. Der Breitwegerich wächst an trittbelasteten Stellen, weil seine zähen, elastischen Blätter sich nach dem Betreten wieder aufrichten können. ă Wenn Nahrung, Brutplätze und Verstecke reichlich vorhanden sind und natürliche Begrenzungen wie Fressfeinde oder Nahrungsknappheit nur schwach wirken, können sich manche Kulturfolger stark vermehren. ă Durch die verschiedenen Nutzungsbereiche einer Stadt ergeben sich vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Kulturfolger finden in dem vom Menschen geschaffenen Lebensraum zwar andere, aber teilweise günstigere Lebensbedingungen als in ihrem natürlichen Lebensraum. Durch ihre starke Vermehrung können manche Kulturfolger Probleme verursachen. Umweltbedingungen in Siedlungsräumen verändern sich ă Dicht bebaute Bereiche erwärmen sich stärker als das Umland, weil Asphalt, Stein und Beton Wärme speichern. Grünflächen, Bäume, begrünte Dächer und Fassaden kühlen durch Schatten und Verdunstung. ă Verkehr kann gezielt gesteuert werden: Weniger Autoverkehr, mehr öffentliche Verkehrsmittel, sichere Radwege und mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger verringern Lärm, Abgase und Flächenverbrauch. ă Lichtverschmutzung und Klimawandel verändern die Bedingungen für Lebewesen. Künstliches Licht kann natürliche Licht-Dunkel-Signale überlagern; Wärme und Trockenheit begünstigen manche Arten, während andere seltener werden. Siedlungen verändern Stoffflüsse ă In Siedlungsgebiete gelangen Nahrung, Trinkwasser, Rohstoffe und Konsumgüter von außen. Gleichzeitig entstehen Abwasser, Abfall und Abgase, die wieder abgeleitet werden. ă Produkte belasten die Umwelt schon vor der Nutzung: Für Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verpackung und Transport werden Rohstoffe, Wasser und Energie benötigt; dabei können Abgase, Abwässer oder andere umweltschädliche Stoffe entstehen. ă Produkte lange zu verwenden, zu reparieren, weiterzugeben oder zu recyceln, verringert den Bedarf an neuen Rohstoffen und Energie. Bioabfälle können kompostiert oder in Biogasanlagen genutzt werden. Bebauung schafft unterschiedliche Lebensbedingungen ă Die Struktur eines Stadtbereichs beeinflusst die dort vorhandenen Lebensräume. Dicht bebaute Innenstädte mit wenig Grün bieten andere Lebensbedingungen als Wohngebiete, Parks oder Stadtrandbereiche mit Grünflächen. ă Versiegelte Flächen verändern die Funktionen des Bodens. Gebäude, Straßen und Plätze bedecken den Boden. Dadurch kann Regenwasser schlechter versickern und die kühlende Wirkung der Verdunstung nimmt ab. ă Die Struktur von Gebäuden ermöglicht bestimmten Tierarten das Leben im Siedlungsraum. Mauernischen, Dachvorsprünge und Brücken dienen Turmfalken, Mauerseglern und Straßentauben als Lebensräume, weil sie natürlichen Felsstandorten ähneln. 85 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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