Organsysteme des Menschen Antibiotika bekämpfen bakterielle Infektionen Antibiotika sind Arzneimittel, die gezielt Bakterien bekämpfen und deren Vermehrung stoppen. 1928 entdeckte der schottische Bakterienforscher Alexander Fleming zufällig das erste Antibiotikum Penicillin ( Begegnungen mit der Natur, Band 2). Bakterien kommen in großer Zahl vor und vermehren sich sehr schnell – Kolibakterien bei guten Bedingungen etwa alle 20 Minuten. Dabei kann sich ihr Erbgut leicht verändern. Die meisten dieser Mutationen sind wirkungslos oder sogar nachteilig, manche aber vorteilhaft, etwa wenn sie das Bakterium unempfindlich gegen Antibiotika machen. Ein Beispiel ist MRSA, ein Erreger, der häufig in Krankenhäusern vorkommt. MRSA-Bakterien haben sich durch Mutationen so verändert, dass das Antibiotikum nicht mehr an seiner Zielstelle andocken kann – wie ein Schlüssel, der nicht mehr ins passende Schloss passt. Das Medikament wirkt nicht mehr, und das Bakterium überlebt. Solche Bakterien nennt man resistent. Das bedeutet, dass sie gegen ein bestimmtes Antibiotikum unempfindlich geworden sind und sich dadurch weiter vermehren können, obwohl das Medikament eingesetzt wird. Nimmt ein Mensch ein Antibiotikum, sterben die empfindlichen Bakterien ab ( Abb. 15 B), resistente überleben ( Abb. 15 C) und verbreiten ihre Resistenz an andere ( Abb. 15 D). So entstehen immer mehr resistente Bakterien. Darum sollten Antibiotika nur bei wirklichem Bedarf und stets nach Vorschrift eingenommen werden. Zu häufiger oder falscher Gebrauch fördert die Entstehung von resistenten Bakterienstämmen. Die Entwicklung neuer Eigenschaften innerhalb einer Art nennt man Mikroevolution. Schmerzen sind Warnsignale Infektionen werden oft von Schmerzen begleitet. Dies ist meist sehr unangenehm. Schmerzen sind allerdings wichtige Schutzeinrichtungen des Körpers. Sie machen darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. Dadurch kann man seinen Körper bei der Bekämpfung von Krankheiten unterstützen, etwa durch Schonung oder durch die Einnahme von Medikamenten. Bei Fieber wird die Körpertemperatur reguliert Eine erhöhte Körpertemperatur, meist auf über 38 °C, unterstützt die Abwehrreaktion. Viele Krankheitserreger können sich bei höherer Temperatur schlechter vermehren. Außerdem arbeiten bestimmte Abwehrzellen des Körpers bei Fieber schneller und wirksamer. Ziel des Fiebers ist es also, die Krankheitserreger zu bekämpfen und die Heilung zu unterstützen. Fieber ist aber für den Körper anstrengend. Ruhe, leichte Kost und ausreichend Flüssigkeitszufuhr fördern die Genesung. Sehr hohes Fieber (über 40 °C) muss – besonders bei Kindern – ärztlich beobachtet werden. Antibiotika Einzahl: Antibiotikum; anti- (griech.) = gegen, bios (griech.) = Leben Mikroevolution bezeichnet kleine Veränderungen, die durch Mutation und natürliche Selektion entstehen und zu Variationen innerhalb einer Population führen. Makroevolution beschreibt größere Veränderungen über sehr lange Zeiträume, etwa die Entwicklung des aufrechten Gangs oder die Entstehung neuer Arten, wenn Populationen voneinander getrennt werden und sich unterschiedlich anpassen. Im Gegensatz zur Mikroevolution lässt sich Makroevolution nicht direkt beobachten, sondern nur anhand von Belegen (zB Fossilien) rekonstruieren. 15 Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien (Schema) A B C D Beschwerden, die bei einer Virusinfektion auftreten – zum Beispiel Fieber oder Gelenksschmerzen – können mit passenden Medikamenten gelindert werden. Gegen manche Viren gibt es sogenannte Virustatika. Diese speziellen Wirkstoffe hemmen die Vermehrung der Viren im Körper. Vor vielen Viruskrankheiten kann man sich außerdem durch eine Impfung schützen. Antibiotika helfen dabei jedoch nicht. Begründe, warum das so ist. Du bist dran! 96 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==