Statistik und Wahrscheinlichkeit F 134 Statistik und Wahrscheinlichkeit Sir Francis Galton gilt als einer der Begründer der statistischen Wissenschaft und war wohl einer der berühmtesten und vielseitigsten britischen Naturwissenschaftler. Er wurde 1822 als jüngstes von sieben Kindern in Birmingham geboren und 1909, zwei Jahre vor seinem Tod, für seine Verdienste um die Wissenschaft zum Ritter geschlagen. Von seinem noch berühmteren Cousin, dem Evolutionstheoretiker Charles Darwin, wurde Galton dazu inspiriert, sich auch mit den Grundlagen der Vererbungslehre zu beschäftigen. Sir Francis Galton (1822 –1911) Vom Messen zur statistischen Analyse Galton führte die verschiedensten Experimente durch und untersuchte unter anderem die Körpergrößen von Kindern und deren Eltern. Dabei stellte er fest, dass Kinder überdurchschnittlich großer Eltern in vielen Fällen wieder überdurchschnittlich groß waren. Allerdings waren sie im Schnitt etwas kleiner als ihre Eltern, also näher am Gesamtdurchschnitt. Ebenso verhielt es sich mit den Kindern besonders kleiner Eltern. Sie waren kleiner als der Durchschnitt, aber etwas größer als ihre Eltern und somit wieder näher am Gesamtdurchschnitt. Galton hatte die Idee auch Pflanzen auf ihre Größe zu untersuchen. Dafür maß er den Durchmesser der Samen der Gartenwicke und zog aus diesen Samen neue Pflanzen. Er beobachtete, dass Pflanzen aus überdurchschnittlich großen Samen selbst wieder überdurchschnittlich große Samen hatten, die allerdings etwas kleiner waren als die ihrer Mutterpflanze. Galton bezeichnete dieses Phänomen als „Rückkehr zur Mitte“. Aus seinen Erkenntnissen entwickelte Galton eine statistische Untersuchungsmethode, die heute unter dem Namen Regressionsanalyse bekannt ist. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Zusammenhang zwischen mehreren Merkmalen untersucht werden soll. Eine modifizierte Form dieses Verfahrens wird zB bei Wahlhochrechnungen und Wahlanalysen verwendet, bei denen alte mit neuen Wahlergebnissen verglichen und Zusammenhänge untersucht werden. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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