Physik verstehen 2, Schulbuch

45 Vom Licht und vom Sehen Was sind „Sonnentaler“? Unter einem dichten Laubbaum kannst du bei Sonnenschein viele kreisrunde Lichtflecken erkennen (Abb. 45.1). Manche Lichtflecken sind hell, andere sind dunkler. Sie werden „Sonnentaler“ genannt, weil sie wie Münzen („Taler“) am Boden aussehen. Sonnentaler sind Lichtbilder der Sonne. Sie entstehen durch den Lochkamera-­ Effekt ( Seite 43). Das Sonnenlicht scheint durch die Lücken zwischen den Blättern. Am Boden kannst du die Sonnenbilder erkennen (Abb. 45.2). Kleine, hellere Sonnentaler entstehen, wenn die Lücke im Laub unten liegt. Dringt das Sonnenlicht weiter oben durch eine Lücke, so ist der Sonnentaler groß und dunkler. Bei großen Lücken werden die Taler unscharf. Sie sind aber heller, weil mehr Licht durch die Lücke scheint. Die Sonnentaler werden länglich, wenn das Sonnenlicht am Morgen oder am Abend schräg auf das Laub scheint. Starkes Sonnenlicht kann deine Augen schädigen. Schaue daher nie direkt in die Sonne, auch nicht mit einer Sonnenbrille! hohe Lücke tiefe Lücke Sonne zu Mittag Sonne am Abend groß klein länglich rund 45.2 So entstehen Sonnentaler. 45.1 Sonnentaler im Schatten eines Laubbaumes Sonnenbilder Bohre in die Mitte eines großen Kartonstücks ein Loch von etwa 5 mm Durchmesser. Halte den Karton ins Sonnenlicht. Betrachte den Schatten in etwa 2 m Entfernung zB auf einer Wand. Wie groß ist der Sonnentaler im Schatten des Kartons? Die Sonne ist etwa 150 Millionen km von der Erde entfernt. Kannst du aus deinen Messungen den Durchmesser der Sonne mit einer Schlussrechnung ausrechnen? V1 A4 Sonnentaler Loch im Karton Wie sind einfache Augen von Tieren aufgebaut? Die meisten Tiere können sich am Licht orientieren. Der Regenwurm hat zB lichtempfindliche Zellen auf seiner Haut (Abb. 45.3). Dadurch erkennt er, ob er sich im Licht oder im Dunkeln aufhält. Zu viel Sonnenlicht würde ihm schaden. Er zieht sich dann in die Erde zurück. Quallen haben zB Sehzellen auf einem Fleck (Flachauge). Damit können sie auch die Richtung erkennen, aus der das Licht kommt. Durch die Ausbildung von mehreren Vertiefungen (Grubenaugen) erkennen zB Muscheln die Richtung des Lichts noch besser. Das Blasenauge funktioniert wie eine Lochkamera (Abb. 45.4). Der Nautilus – ein Verwandter der Tintenfische (Abb. 45.5) – kann damit einfache Lichtbilder auf seinen Sehzellen erzeugen. Bei anderen Lebewesen entwickelten sich Linsenaugen ( Seite 75). Sie können mehr Licht aufnehmen und genauere Bilder erzeugen. 45.3 Der Regenwurm hat Sehzellen auf seiner Haut. Sehnerv lichtempfindliche Schicht (Netzhaut) Hautgewebe flüssigkeitsgefüllter Hohlraum 45.4 Das Blasenauge funktioniert wie eine Lochkamera. 45.5 Der Nautilus sieht durch ein Blasenauge. Wie ein Regenwurm Der Regenwurm kann Licht auf seiner Haut so empfinden wie wir die Wärmestrahlung. Lass dich mit verbundenen Augen durch das Zimmer führen. Kannst du Wärmequellen (Heizkörper, sonniges Fenster, Personen …) auf deiner Haut spüren? Beschreibe deine Beobachtungen. V2 A5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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