Physik verstehen 4, Schulbuch

55 Über Wetter und Klima Wie wird das Wetter gemessen? Folgende Zustände der Atmosphäre können zB gemessen werden: • Temperatur ( Seite 28): In Wetterberichten wird meist die „Lufttemperatur im Schatten“ angegeben. Der Temperatursensor des Thermometers darf nicht direkt von der Sonne angestrahlt werden. Außerdem sollte er 2 m vom Boden und von Wänden entfernt sein. Die Temperatur wird in Grad Celsius (°C) angegeben. • Luftdruck ( Seiten 56–57): Er wird mit Barometern gemessen und in der Maßeinheit Hektopascal (hPa) angegeben. Der Luftdruck auf Meereshöhe beträgt etwa 1 013 hPa. Bei sinkendem Luftdruck ist das Wetter oft wolkig und regnerisch, bei steigendem Luftdruck sonnig. • Relative Luftfeuchtigkeit ( Seite 60): Hygrometer zeigen an, wie viel Wasserdampf in der Luft vorhanden ist. Die Luftfeuchtigkeit wird in Prozent (%) angegeben. Je mehr Wasserdampf die Luft enthält, desto eher können Nebel, Tau oder Wolken entstehen. • Wind ( Seiten 58–59): Die Windgeschwindigkeit (Richtung und Tempo in km/h) wird in etwa 10 m Höhe mit Windmessern und Windfahnen gemessen. • Bewölkung ( Seiten 60–61): Durch Beobachtung kannst du feststellen, welcher Anteil des Himmels mit Wolken bedeckt ist, zB wolkenlos, die Hälfte oder bedeckt. Wolkenarten geben auch Auskunft über das Wetter. • Niederschlag ( Seite 61): Der Niederschlag wird mit einem Regenmesser in l/m2 gemessen. Eine Wassermenge von 1 Liter auf 1 m2 Bodenfläche entspricht einer Niederschlagshöhe von 1 mm. 55.2 Apps nutzen die Sensoren des Smartphones zB zur Temperatur- und Luftdruckmessung. 55.1 Wetterstation mit Thermometer, Hygrometer, Barometer und Angabe der Bewölkung. 55.3 TAWES – Teil-Automatisches-WetterErfassungs-System Luftdruck Lufttemperatur Luftfeuchtigkeit Strahlungsmessung Niederschlagsmenge Sonnenschein ja/nein Bodentemperatur Wie entstehen Wettervorhersagen? Der aktuelle Zustand der Atmosphäre wird von einem Netz von Bodenmessstationen ermittelt. Die blauen Punkte in Abb. 55.4 zeigen dir die etwa 270 teilautomatischen Wetterstationen (TAWES, Abb. 55.3) der GeoSphere Austria. Zusätzliche Messdaten liefern die Sonden von Wetterballons (Abb. 55.5). Sie liefern Informationen über das Wetter in bis zu 35 km Höhe. Wettersatelliten liefern Daten auch aus unzugänglichen Gebieten der Erde (Abb. 55.6). Eine Computersimulation wertet die gesammelten Daten aus und erstellt eine Vorhersage der Atmosphärenzustände. Die Daten (wie Temperatur oder Luftdruck) können aber nie ganz genau erfasst werden und sich ständig ändern. Daher ist eine Wettervorhersage nie vollständig sicher und kann sich vom tatsächlichen Wetter einer Region unterscheiden. 55.4 Wetterstationen in Österreich (Quelle: basemap.at/GeoSphere Austria) 55.5 Wetterballon 55.6 Wettersatelliten beobachten die gesamte Erdatmosphäre. Wettermessungen Welche Messgeräte könnt ihr nutzen, um das Wetter zu dokumentieren? Nutzt zB ein Thermometer, eine Wetterstation (Abb. 55.1) oder eine Wetter-App (Abb. 55.2). Beobachtet und messt das Wetter eine Woche lang zu festen Tageszeiten – etwa morgens und abends zu Hause. Tragt die Werte in eine Tabelle ein und erstellt ein Diagramm, zB mit einem Tabellenkalkulationsprogramm. Vergleicht eure Ergebnisse: Gibt es Unterschiede zwischen Messmethoden, Wohnorten …? Diskutiert gemeinsam: • Wie genau und zuverlässig sind die Daten? • Was könnte Messungen ungenau machen (zB Standort, Sonneneinstrahlung)? • Welche Methode haltet ihr für am zuverlässigsten – und warum? V2 A5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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