59 Über Wetter und Klima Wie entstehen weltweite Windsysteme? Das weltweite Windsystem (Abb. 59.1) entsteht durch die sich lokal unterscheidende Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne aufgrund der geneigten Drehachse der Erde. Die Eigendrehung der Erde beeinflusst die Luftströmungen und bewirkt somit die Windrichtungen. Nicht nur die Sonne und die Erddrehung, auch die Landschaft beeinflusst den Wind. Über dem Wasser gibt es weniger Reibung als über dem Land. Deshalb wehen Winde über dem Meer oft stärker. Auch Gebirge spielen eine wichtige Rolle (Abb. 59.2): Wenn Luft an einem Berg aufsteigt, kühlt sie sich ab. Kalte Luft kann aber weniger Wasserdampf halten. Deshalb kondensiert der Wasserdampf, es bilden sich Wolken ( Seite 60–61) und es kommt zu Regen oder Schnee. Dabei wird sogenannte Kondensationswärme frei – die Wärme, die beim Übergang von Wasserdampf zu Wasser entsteht ( Seite 49). Oben am Bergkamm ist die Luft dadurch schon einen Teil ihrer Feuchtigkeit losgeworden. Auf der anderen Seite des Berges sinkt die Luft wieder ab. Dabei erwärmt sie sich. Sie bleibt aber trocken, weil der Wasserdampf schon zuvor ausgefallen ist. So entsteht ein warmer, trockener und oft sehr starker Wind: der Föhnwind (Abb. 59.2). Manche Wettererscheinungen können sehr heftig sein. Über warmen tropischen Meeren entstehen manchmal riesige Wirbelstürme (Abb. 59.3). Damit sich ein solcher Sturm bildet, muss das Meerwasser wärmer als 26 °C sein. Dann verdunstet besonders viel Wasser, und die Luft nimmt viel Wasserdampf auf. Steigt diese feuchte Luft auf, kühlt sie ab. Der Wasserdampf kondensiert zu Wolken und es regnet. Dabei wird Kondensationswärme frei. Dadurch steigt die Luft noch schneller nach oben. Es entsteht ein starker Aufwärtsstrom, der durch die Erdrotation in eine Drehbewegung versetzt wird – ein Wirbelsturm entsteht. Ein Tornado ist eine kleinere, aber sehr schnelle Wirbelbewegung der Luft, die sich bei Gewittern auch über Land bilden kann. Er dauert meist nur kurz, kann aber große Schäden anrichten (Abb. 59.5). Wie können wir die Windstärke bestimmen? Die Beaufort-Skala teilt den Wind nach Tempo und Auswirkungen ein (Abb. 59.4). Bestimme die Windstärke (Abb. 59.4) Recherchiere, wie du durch Beobachtungen die Windstärke abschätzen kannst. Führe eine Woche lang Windbeobachtungen durch und notiere die geschätzte Windstärke. Überprüfe deine Beobachtungen zB mit einer Windkarte aus dem Internet. Stürme ab Windstärke 8 können Menschenleben gefährden und Schäden verursachen. Überlegt Sicherheitsmaßnahmen in der Gruppe. Verfasst ein Merkblatt mit Verhaltensmaßnahmen bei Stürmen. 59.2 Trockene und warme Föhnwinde entstehen, wenn feuchte Luft über ein Gebirge strömt. 20° 28° 20° 10° 12° 6° 0° südlich der Alpen Alpen nördlich der Alpen 59.3 Tropische Wirbelstürme entstehen über warmen Meeren nördlich und südlich des Äquators. kalte Luft warme Luft Kondensation Kondensation Auge Verdunstung Meerwasser > 26 °C Regen Regen Infobox: Wirbelstürme heißen im Atlantik und Nordpazifik Hurrikan, in Asien Taifun und im indischen Ozean Zyklon. 59.5 Ein Tornado bei Schwechat am 17. Oktober 2017 V3 A3 59.4 Einteilung der Windstärke nach der Beaufort-Skala 1 leichter Luftzug 1–5 km/h 2 leichte Briese 6–11 km/h 3 schwacher Wind 12–19 km/h 4 mäßiger Wind 20–26 km/h 5 frischer Wind 29–38 km/h 6 starker Wind 39–49 km/h 7 steifer Wind 50–61 km/h 8 stürmischer Wind 62–74 km/h 9 Sturm 75–88 km/h 10 schwerer Sturm 89–102 km/h 11 orkanartiger Sturm 103–117 km/h 12 Orkan ab 118 km/h 59.1 Das weltweite Windsystem Film vf2n8k Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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