Physik verstehen 4, Schulbuch

92 5Gefährdung durch Strahlung Wodurch ergibt sich die Strahlenbelastung? Wir Menschen sind immer einer natürlichen Belastung durch ionisierende Strahlung ausgesetzt. Radioaktive Stoffe befinden sich im Erdboden, in der Luft, in Nahrungsmitteln und in Baustoffen (Abb. 92.1). Sie geben α-, β- und γ-Strahlung ab ( Seiten 84–85). Trifft hochenergetische Teilchenstrahlung (zB Protonen) aus dem Weltall auf die Atmosphäre, so entsteht die Höhenstrahlung. Dieser sind wir umso stärker ausgesetzt, je höher wir uns auf der Erde befinden (zB im Gebirge). Durch die Verwendung von radioaktiven Stoffen in der Medizin haben wir zusätzlich eine künstliche Strahlenbelastung. Durch Verbrennen fossiler Brennstoffe, Kernwaffenversuche und Reaktorunfälle kamen radioaktiven Stoffe in die Umwelt (Abb. 92.2). Auch Röntgenuntersuchungen und Langstreckenflüge erhöhen die persönliche Strahlenbelastung. Die Strahlenbelastung eines Menschen (Abb. 92.3) erfolgt durch: • Bestrahlung von außen: zB vom Erdboden oder der Höhenstrahlung • Bestrahlung von innen: Radioaktive Stoffe gelangen durch Einatmen oder durch die Nahrung ins Körperinnere. • Kontamination: Radioaktive Stoffe befinden sich auf dem Körper und in der Kleidung. Besprecht in Gruppen: Bei welchen Berufen ergeben sich erhöhte Strahlenbelastungen? Beachtet dazu auch die Abb. 92.4 und Abb. 92.5. Wie wirkt die Strahlung radioaktiver Stoffe auf den Körper? Die Strahlung radioaktiver Stoffe wirkt ionisierend ( Seite 82). Dadurch werden Körperzellen geschädigt oder sogar zerstört. Bei zu starker Strahlenbelastung kann der Körper die Schäden nicht mehr reparieren. Es kann zB zu Hautrötungen, Haarausfall, Übelkeit, Durchfall, Blutarmut und Fieber kommen. Auch die Erbanlagen (DNA) können geschädigt werden. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, steigt. Bei sehr hoher Strahlenbelastung kann es zu Organversagen und Tod kommen ( Seite 24). Besonders strahlungsempfindliche Organe sind zB die Haut, das Knochenmark und die Hoden oder Eierstöcke (Abb. 92.6). α-, β- und γ-Strahlung wirken unterschiedlich auf den menschlichen Körper. Die Möglichkeit der Abschirmung ( Seite 85) sagt jedoch nichts über die Gefährlichkeit einer Strahlungsart aus! 92.1 In schlecht belüfteten Kellern sammelt sich das radioaktive Gas Radon aus dem Boden. Natürliche Strahlenbelastung: zB aus der Erde, Luft, Höhenstrahlung … Künstliche Strahlenbelastung: zB durch Röntgenuntersuchungen, Kohleabgase, Kernwaffenversuche, Reaktorunfälle … M 92.2 Durch den Reaktorunfall in Fukushima (Japan) im Jahr 2011 kamen radioaktive Stoffe in die Umwelt. A1 92.3 Die Belastungswege durch radioaktive Stoffe Boden Tiere Pflanzen Ablagerung Luftgetragene radioaktive Stoffe (Gase, Schwebstoffe) Trinken Gewässer Bewässerung Einatmen Nahrung 92.4 Eine Granitarbeitsplatte enthält natürliche radioaktive Isotope. 92.5 Pilotinnen verbringen viel Zeit in großer Höhe. Schilddrüse rotes Knochenmark Lunge Magen Darm Keimdrüsen Haut 92.6 Strahlungsempfindliche Organe  Arbeitsheftseite 48 Zusatzmaterial vj85d5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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