92 4 Arbeitsheftseite 44 Aufbau und Herstellung von Kunststoffen Was verstehen wir unter „Kunststoffen“? Laurie meint zu Ronnie: „Bei uns zu Hause gibt’s so viel Plastik.“ Ronnie bemerkt: „Ja bei uns auch. Aber wieso sagt man eigentlich Kunststoff?“ Natürlich vorkommende organische Werkstoffe sind zB Baumwolle oder Holz. Manche dieser Stoffe werden vor der Verarbeitung chemisch verändert, zB Leder. Organische Werkstoffe bestehen aus sehr langen Riesenmolekülen („Makromolekülen“). Kunststoffe kommen in der Natur nicht vor. Ihre langen Molekülfäden werden aus kleineren Molekülen künstlich hergestellt. Wie teilen wir Kunststoffe ein? „Schau, was ich aus der alten PET-Flasche gemacht hab!“, sagt Laurie (Abb. 92.2). „Das sieht ja wie eine Blume aus! Wie machst du das?“, fragt Ronnie. Laurie erklärt: „Zuerst habe ich die Flasche zerteilt und Zacken geschnitten. Über einer Teelichtflamme lassen sich die Zacken dann gut verformen.“ Der Kunststoff PET verformt sich bereits bei der Temperatur von kochendem Wasser (Abb. 92.3). Der Hitzetest – eine Einteilung (Abb. 92.4 und 92.5) Schutzbrille! Verbrennungsgefahr! Arbeite bei guter Lüftung oder unter dem Abzug! Erwärme Kunststoffproben mit einer Tiegelzange über der Brennerflamme. Erhitze sie nicht stark! Erstelle eine Tabelle über verschiedene Kunststoffproben und ihr Verhalten beim Erwärmen. Schmelzbare Kunststoffe (Plastomere oder Thermoplaste) bestehen aus unverknüpften Makromolekülen, die beim Erwärmen aneinander „vorbeigleiten“ (Abb. 92.4). Bei harten Kunststoffen, die sich bei starkem Erhitzen zersetzen (Duromere oder Duroplaste), sind die Molekülketten untereinander zu einem starren Netz verknüpft. Sie lassen sich nicht schmelzen (Abb. 92.5). Elastische Kunststoffe, zB Schaumgummi, nennen wir Elastomere. Ihre Moleküle sind weitmaschig vernetzt (Abb. 92.6). 92.1 Im Alltag verwenden wir viele Kunststoffe. Kunststoffe bestehen aus langen Molekülketten (Makromolekülen). M 92.2 Lauries PET-Blumen – Manche Kunststoffe sind beim Erwärmen verformbar. Das bedeutet das Wort „Plastik“. 92.3 Der Kunststoff einer Getränkeflasche („PET“) verformt sich bei Hitze. V1 Infobox: Makromoleküle bestehen aus Ketten von einigen 1 000 bis 100 000 Atomen! A1 Plastomere bestehen aus unverbundenen Makromolekülen und lassen sich beim Erwärmen verformen. Duromere sind hart, verkohlen beim Erhitzen und bestehen aus stark vernetzten Makromolekülen. Elastomere sind elastisch, ihre Moleküle sind nur schwach vernetzt. M 92.4 Der Hitzetest: Plastomere schmelzen beim Erhitzen. 92.5 Der Hitzetest: Duromere schmelzen nicht, zersetzen sich aber beim Erhitzen. 92.6 Elastomere sind elastisch wie Gummi. Zusatzmaterial wn737e Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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