Chemie verstehen 4, Schulbuch

99 Wie ist Rübenzucker (Saccharose) aufgebaut? Wir spalten Rübenzucker! (Abb. 99.1) Achtung Schutzbrille! Erhitze im Reagenzglas 5 ml Rübenzucker-Lösung mit einer Spatelspitze Weinsäure ein paar Minuten lang. Gib danach mit einem Spatel solange Natriumcarbonat (Soda) dazu, bis das Aufschäumen beendet ist. Du hast die Lösung neutralisiert. Teste auf Traubenzucker mit der Fehling-Lösung (siehe V1) oder mit Glucose-Harntest-Streifen aus der Apotheke. Die Saccharose-Moleküle nehmen während des Erhitzens mit der Säure Wasser-Moleküle auf und zerfallen in Glucose- und Fructose-Moleküle. Das kannst du durch die Fehling-Probe (siehe V1) nachweisen. Rübenzucker ist ein Zweifachzucker (Disaccharid). Jedes seiner Moleküle besteht aus zwei Einfachzucker-Molekülen (Glucose und Fructose, Abb. 99.2). Er ist der wichtigste „Transportzucker“ in Pflanzen, da er nicht so leicht mit anderen Verbindungen reagiert. Besonders viel Saccharose enthalten Zuckerrüben (Abb. 99.4), Zuckerrohr und die Zuckerpalme. Zuckerblasen (Abb. 99.3) Lass 100 g Zucker mit 30 ml Wasser in einem Topf auf einer Herdplatte leicht köcheln. Beobachte die Temperatur mit einem Thermometer. Tauche einen Drahtring in die Zuckerschmelze. Bei etwa 118 °C kannst du aus dem Drahtring Zuckerblasen blasen. Beschreibe, was beim Erhitzen des Zuckers passiert und welche Eigenschaften des Zuckers du dabei erkennen kannst. Wie wird Rübenzucker hergestellt? In der Zuckerfabrik werden Zuckerrüben (Abb. 99.4) gewaschen, zerkleinert und in heißem Wasser gelöst. Zu diesem Rohsaft wird Kalkmilch dazugegeben, um Säuren zu neutralisieren und Eiweiße zu binden. Der Kalk wird dann durch Zugabe von Kohlenstoffdioxid entfernt. Der Zuckerrohsaft wird filtriert und durch Erhitzen eingedickt. Nach der Trocknung wird der Zucker in verschiedene Formen (zB Würfelzucker, Staubzucker, Kandiszucker …) weiterverarbeitet. Welche Rolle spielt Zucker in unserer Ernährung? Zucker dient als schnelle Energiequelle für unseren Körper. Er wird in Form von Glucose von unseren Zellen genutzt, um Energie bereitzustellen – besonders für das Gehirn und die Muskeln. Obst und Gemüse enthalten neben anderen Zuckerarten (zB Fructose) noch weitere Verbindungen (zB Vitamine und Ballaststoffe), die für den Körper wichtig sind. In vielen Süßigkeiten und Fertigprodukten steckt viel raffinierter Zucker. Er ist stark verarbeitet und enthält kaum weitere Nährstoffe. Das führt bei übermäßigem Konsum zu Gesundheitsproblemen, wie zB Übergewicht, Karies und Diabetes („Zuckerkrankheit“). Daher ist es besser, Zucker in Form von frischem Obst und Gemüse oder Vollkornprodukten zu sich zu nehmen, statt in stark verarbeiteten Lebensmitteln. Du solltest darauf achten, nicht mehr als 50 g Zucker (etwa 13 Zuckerwürfel) pro Tag zu dir zu nehmen. V2 SaccharoseLösung + Weinsäure neutralisiert Glucosenachweis 99.1 Wir spalten Rübenzucker! Rübenzucker besteht aus Glucose und Fructose. A2 Rübenzucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker (Disaccharid) und besteht aus einem Teil Traubenzucker (Glucose) und einem Teil Fruchtzucker (Fructose). Die Summenformel ist C12H22O11. M 99.2 Bei der Bildung eines Saccharose-­ Moleküls aus einem Glucose- und einem Fructose-Molekül wird ein Wasser-Molekül abgespalten. CH HO H2O Glucose Fructose Saccharose V3 Infobox: Disaccharide sind zB auch: Lactose (Milchzucker, aus Galactose und Glucose) in der Milch, und Maltose (Malzzucker, aus Glucose und Glucose) in keimendem Getreide. A3 99.3 Zuckerblasen: Saccharose ist leicht schmelzbar, lässt sich zu Fäden spinnen und erstarrt glasartig. Diese Eigenschaften sind die Grundlage zur Herstellung von Süßwaren aus Zucker. 99.4 Zuckerrübe GefBU x566wv Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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