Impuls Physik 4, Schulbuch

9 90 Nukleare Zwischenfälle und Zivilschutz Der letzte nukleare Zwischenfall ereignete sich 2011 in Fukushima. Durch eine Naturkatastrophe wurden Teile des Kernkraftwerks zerstört. Radioaktives Material wurde freigesetzt und verunreinigte die Umwelt. In diesem Abschnitt kannst du dich über die Risiken von Kernkraftwerken und Kernwaffen informieren. Du erfährst auch welche Schutzvorkehrungen man im Ernstfall treffen kann. Was ist ein nuklearer Zwischenfall? Als nuklearen Zwischenfall bezeichnet man Vorfälle, bei denen es zum Austritt von radioaktiven Stoffen kommt. Das kann zB bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk oder bei der Zündung von Kernwaffen passieren. Über Aufbau und Funktion eines Kernkraftwerks lernst du im nächsten Abschnitt. Erzähle von Vorfällen aus der Vergangenheit, die man als nuklearen Zwischenfall bezeichnen kann. Welche Risiken gibt es bei einem nuklearen Zwischenfall? Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk passiert die Freisetzung von ionisierender Strahlung langsamer als bei der Zündung einer Kernwaffe. Beim Kernkraftwerk-Unfall ist man nicht sofort einer tödlichen Dosis ausgesetzt, so bleibt noch Zeit, das Gebiet zu räumen. Bei der Kernwaffe beträgt die Dosis sofort bis zu 3 000 mSv pro Stunde. Was zu einer akuten Strahlenkrankheit und zum Tod führen kann. Dazu kommt, dass durch die Detonation eine Druckwelle und aufgrund der hohen Temperaturen Flächenbrände entstehen. Gebäude und die direkte Infrastruktur werden zerstört oder beschädigt. Was versteht man unter „Infrastruktur“? Finde Beispiele. Die radioaktiven Stoffe, die bei einem Kernkraftwerk-Unfall freigesetzt werden, besitzen höhere Halbwertszeiten als die freigesetzten Stoffe einer Kernwaffe. Beim Kernkraftwerk-Unfall bleiben Gebiete, in die die radioaktiven Stoffe gelangten, für viele Jahre verunreinigt. Die Belastung durch die verursachte ionisierende Strahlung ist gesundheitsschädlich. Man hat bis zum Fallout ( Infobox) Zeit, um Schutzmaßnahmen zu treffen. Geschützt kann man sich kurz draußen aufhalten, um zB Lebensmittel und Medikamente zu besorgen. Befindet man sich im näheren Umfeld einer Kernwaffen-Detonation, ist ein Aufenthalt im Freien für ca. 3 Wochen nicht möglich. Der Einsatz von Kernwaffen zerstört nicht nur Städte, sondern hat tiefFallout Nach einer Kernwaffendetonation oder einem Kernreaktorunfall kommt es zum sogenannten „Fallout“. Die Verbreitung und das Herabsinken von radioaktiven Stoffen mit der Luft werden so bezeichnet. Die mit radioaktiven Stoffen angereicherte Luft verbreitet sich, je nach Wetterlage, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in unterschiedliche Richtungen. Ein radioaktiver Niederschlag führt zu einer erheblichen Strahlenbelastung in seiner Umgebung. Das Einatmen der belastenden Luft ist sehr schädlich. Die Verunreinigung der Oberflächen von Kleidung und Gebäuden ist abwaschbar. Im Erdboden bleiben radioaktive Stoffe allerdings über lange Zeit nachweisbar. ï ï Bei einem Kernkraftwerk-Unfall und bei der Zündung einer Kernwaffe werden radioaktive Stoffe freigesetzt. Beide Zwischenfälle unterscheiden sich in Stärke und Dauer der freigesetzten Strahlung. Das bedeutet über einen langen Zeitraum Folgen für Lebewesen und die Umwelt. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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