Mathematik verstehen 8, Schulbuch

147 9.2 Funktionale Abhängigkeiten Winkelfunktionen R Definition Das Bogenmaß eines Winkels ist der Quotient a = ​b _ r ​, wobei b die Länge des zum Winkel gehörigen Bogens mit dem Radius r ist. Das Verhältnis ​b _ r ​ist vom gewählten Radius r unabhängig. Zusammenhang zwischen Gradmaß g und Bogenmaß a: ​a _ π ​ = ​ g _ 180 ​ Polarwinkelmaße liegen stets in [0; 2 π), Drehwinkelmaße können jedoch auch außerhalb dieses Intervalls liegen. Deshalb erweitert man die Definition von Sinus, Cosinus und Tangens: Definition Ist a * ℝ ein Drehwinkelmaß und ​‾a ​* [0; 2 π) das dazugehörige Polarwinkelmaß, so setzt man: (1) sin (a) = sin (​‾a ​) (2) cos (a) = cos (​‾a ​) (3) tan (a) = ​ sin (a) _ cos (a) ​ ​(füra≠±​ π _ 2 ​, ± ​ 3 π _ 2 ​, ± ​ 5 π _ 2 ​, …)​ Winkelfunktionen (Kreisfunktionen, trigonometrische Funktionen): Sinusfunktion sin: R ¥ R 1 x ¦ sin (x) Cosinusfunktion cos: R ¥ R 1 x ¦ cos (x) Tangensfunktion tan: A ¥ R 1 x ¦ tan (x), wobei A = R\​{± ​π _ 2 ​, ± ​ 3 π _ 2 ​, ± ​ 5 π _ 2 ​, …}​ Definition Eine reelle Funktion f: A ¥ R heißt periodisch, wenn es eine positive Zahl p gibt, sodass für alle x * A auch x + p * A und f (x + p) = f (x) ist. Die Zahl p heißt eine Periode der Funktion f. Die Sinus- und Cosinusfunktion sind periodische Funktionen mit der kleinsten Periode 2 π. Die Tangensfunktion ist eine periodische Funktion mit der kleinsten Periode π. • Für alle x * ℝ: sin (x) = cos ​(x – ​π _ 2 ​)​ • Für alle x * ℝ: cos (x) = sin ​(x + ​ π _ 2 ​) ​ Funktionen der Form x ¦ a · sin (b · x) R Wir betrachten die Funktionen f und g mit f (x) = sin (x) und g (x) = a · sin (b · x) mit a, b * ​ℝ ​+.​ Der Graph von g geht aus dem Graphen von f durch zwei Veränderungen hervor: • Streckung (0 < b < 1) bzw. Stauchung (b > 1) mit dem Faktor b normal zur 2. Achse • Streckung (a > 1) bzw. Stauchung (0 < a < 1) mit dem Faktor a normal zur 1. Achse Es gilt nebenstehend: g (x) = 3 · sin (2 x) b r 1 0 – 0 1 sin(x) sin x π 2π π – 4 π – 4 π – 2 π – 2 3π – 2 9π – 4 1 0 – 0 1 cos(x) cos x π 2π π – 4 π – 4 π – 2 π – 2 3π – 2 9π – 4 1 0 – 0 1 tan(x) tan x π 2π π – 4 π – 4 π – 2 π – 2 3π – 2 9π – 4 0 1 –1 – –2 –3 2 π – 2 π – 2 3π – 2 π 2π f (x), g (x) x g f Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==