Mathematik verstehen 8, Schulbuch

159 9.4 Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik Mit wachsendem n nähern sich die relativen Häufigkeiten h​ ​n ​(​a ​i )​ den Wahrscheinlichkeiten ​p​i ​ und somit nähern sich die relativen Häufigkeitsverteilungen von X der Wahrscheinlichkeitsverteilung von X. Dabei zeigt die Erfahrung: Empirisches Gesetz der großen Zahlen Wird eine Versuchsserie zu je n Teilversuchen mehrfach durchgeführt und ist n groß, so weichen die einzelnen relativen Häufigkeitsverteilungen nur wenig voneinander ab und schwanken um die entsprechende Wahrscheinlichkeitsverteilung. Erwartungswert und Varianz einer diskreten Zufallsvariablen R Sei X eine Zufallsvariable mit den möglichen Werten a​ ​1 ​, ​a ​2 ​, …, ​a​k ​. Mit zunehmender Anzahl der Versuchsdurchführungen nähern sich die relativen Häufigkeiten h (​​a ​1 ​), h (​​a ​2 ​), …, h (​​a ​k ​) den Wahrscheinlichkeiten ​p​1 ​, ​p ​2 ​, …, ​p​k ​der möglichen Werte von X. Damit nähern sich der Mittelwert ​‾x ​ und die empirische Varianz ​s​ 2 ​den folgenden Werten μ und ​σ ​ 2:​ ​‾x ​= a1 · hn (a1) + … + ak · hn (ak) s 2 = (a 1 – ​‾x )​ 2 · h n (a1) + … + (ak – ​‾x )​ 2 · h n (ak) μ = a1 · p1 + … + ak · pk σ 2 = (a 1 – μ) 2 · p 1 + … + (ak – μ) 2 · p k Definition Es sei X eine Zufallsvariable mit den Werten a1 , a2 , …, ak , die jeweils mit den Wahrscheinlichkeiten p1 , p2 , …, pk angenommen werden. Dann nennt man • μ = E (X) = a1 · p1 + a2 · p2 + … + ak · pk den Erwartungswert von X, • σ 2 = V (X) = (a 1 – μ) 2 · p 1 + (a2 – μ) 2 · p 2 + … + (ak – μ) 2 · p k die Varianz von X, • σ = ​� _ V (X) ​die Standardabweichung von X. Der Erwartungswert, die Varianz bzw. die Standardabweichung einer Zufallsvariablen X ist näherungsweise gleich dem Mittelwert, der empirischen Varianz bzw. der empirischen Standardabweichung der erhaltenen Werte von X bei häufiger Versuchsdurchführung. Satz (Verschiebungssatz für die Varianz): σ 2 = ​a ​ 1 ​2 ​· ​p ​ 1 ​+ ​a ​ 2 ​2 ​· ​p ​ 2 ​+…+​a​ k ​2 ​· ​p ​ k ​– ​μ ​ 2​ Datenveränderungen R Satz Für zwei Zahlenlisten x​ ​1 ​​, ​x ​2 ​​, …, ​x​n ​und ​y​1 ​​, ​y ​2 ​​, …, ​y​n ​gilt: • Ist ​​y ​i​ = ​x ​i ​+ c für i = 1, 2, …, n, dann ist ​​‾y ​ ​ = ​‾x ​+ c und ​s ​y ​= ​s ​x ​. • Ist ​​y​ i​ =c·​x​i​ für i = 1, 2, …, n, dann ist ​​‾y ​ ​ = c · ​‾x ​ und ​s ​y ​=c·​s​x ​. Entsprechungen: Beschreibende Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung R Begriff der beschreibenden Statistik Begriff der Wahrscheinlichkeitsrechnung Variable (Merkmal) Zufallsvariable relative Häufigkeit Wahrscheinlichkeit relative Häufigkeitsverteilung Wahrscheinlichkeitsverteilung Mittelwert Erwartungswert empirische Varianz Varianz empirische Standardabweichung Standardabweichung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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