Mathematik verstehen 8, Schulbuch

63 4.1 Diskrete und stetige Zufallsvariablen Für eine diskrete Zufallsvariable X mit den endlich vielen möglichen Werten ​a​1​, ​a ​2​, ⋯, ​a ​k ​bzw. den abzählbar unendlich vielen möglichen Werte ​a​1​, ​a ​2​, ​a ​3​, ⋯​, die mit den Wahrscheinlichkeiten ​p ​1​, ​p ​2​, ⋯, ​p ​k ​bzw. p​ ​1​, ​p ​2​, ​p ​3​, ⋯ ​angenommen werden, definiert man: • Erwartungswert von X: ​ μ = E ​(X) ​= ​a ​1 ​p ​1 ​+ ​a ​2 ​p ​2 ​+ ⋯ + ​a ​n ​p ​k ​bzw. ​μ = E ​(X) ​= ​a ​1 ​p ​1 ​+ ​a ​2 ​p ​2 ​+ ⋯​ • Varianz von X: ​σ​ 2 ​= V ​(X) ​= ​(​a ​ 1 ​– μ) ​ 2 ​p ​ 1 ​+ ​(​a ​2 ​– μ) ​ 2 ​p ​ 2 ​+ ⋯ + ​(​a ​k ​– μ) ​ 2 ​p ​ k ​bzw. ​σ ​2 ​= V ​(X) ​= ​(​a ​ 1 ​– μ) ​ 2 ​p ​ 1 ​+ ​(​a ​2 ​– μ) ​ 2 ​p ​ 2 ​+ ⋯​ • Standardabweichung von X: ​σ = ​� _ V ​ (X) ​ BEMERKUNG Ohne Technologieeinsatz berechnet man die Varianz ​σ ​ 2 ​einfacher mithilfe des sogenannten Verschiebungssatzes auf folgende Weise: ​σ ​2 ​= ​a ​ 1 ​2 ​p ​ 1 ​+ ​a ​ 2 ​2 ​p ​ 2 ​+ ⋯ + ​a ​ k ​2 ​p ​ k ​– ​μ ​ 2 ​bzw. ​σ ​2 ​= ​a ​ 1 ​2 ​p ​ 1 ​+ ​a ​ 2 ​2 ​p ​ 2 ​+ ⋯ – ​μ ​ 2​ Den Erwartungswert ​μ ​und die Varianz ​σ ​2 ​einer Zufallsvariablen X kann man auf folgende Art interpretieren: ​μ ​ist näherungsweise gleich dem Mittelwert ​‾x ​und ​​σ ​2​ ​ist näherungsweise gleich der empirischen Varianz​​s​ 2 ​der erhaltenen Werte von X bei häufiger Wiederholung des zugehörigen Zufallsversuchs. 4.01 Zwei Würfel werden geworfen. Die Variable X gibt die Augensumme der beiden Würfel an. Die zugehörige Wahrscheinlichkeitsfunktion P ist durch die nachfolgende Tabelle gegeben. 1) Ergänze in der folgenden Tabelle die Werte der Verteilungsfunktion F von X! 2) Stelle die Funktionen P und F durch Stabdiagramme dar! Wert ​a ​i ​von X 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 ​P ​(​a ​i​)​ ​ 1 _ 36 ​ ​ 2 _ 36 ​ ​ 3 _ 36 ​ ​ 4 _ 36 ​ ​ 5 _ 36 ​ ​ 6 _ 36 ​ ​ 5 _ 36 ​ ​ 4 _ 36 ​ ​ 3 _ 36 ​ ​ 2 _ 36 ​ ​ 1 _ 36 ​ ​F ​(​a ​i​)​ 4.02 Das Marktforschungsinstitut Ultra schätzt, dass nur 10 % der Anrufe bei Telefonumfragen ein Erfolg sind, dh. zu einem Interview führen. Die Zufallsvariable X gibt die Anzahl der Anrufe an, die nötig sind, bis erstmalig ein Interview zustande kommt. 1) Gib die Menge der prinzipiell möglichen Werte von X an! Begründe, dass X diskret ist! 2) Gib eine Termdarstellung der Wahrscheinlichkeitsfunktion P von X an! 3) Zeige: ​F ​(k) ​= 1 – 0,​9​k ​​ist eine Termdarstellung der Verteilungsfunktion F von X. HINWEIS Gehe vom Ereignis „Die ersten k Anrufe sind nicht erfolgreich.“ aus! 4) Berechne F​ ​(5) ​und interpretiere das Ergebnis im Sachzusammenhang! 4.03 Berechne zur Variablen X des angegebenen Zufallsversuchs den Erwartungswert E (X), die Varianz V (X) und die Standardabweichung! Interpretiere diese Ergebnisse! a) X = Augenzahl beim Wurf eines Würfels b) X = Augensumme beim Wurf zweier Würfel AUFGABEN R Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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