Mathematik verstehen 8, Schulbuch

65 4.1 Diskrete und stetige Zufallsvariablen Man sagt: Durch die Dichtefunktion f (oder die Verteilungsfunktion F) wird die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariablen beschrieben. BEACHTE • Die Funktionswerte einer Dichtefunktion f geben keine Wahrscheinlichkeiten an. Aber: Bei bekannter Dichtefunktion f kann man Wahrscheinlichkeiten mithilfe der Integralrechnung als Inhalte von Flächen unter dem Graphen von f ermitteln. • Wegen Eigenschaft (2) gilt: Inhalt der Gesamtfläche unter dem Graphen von f = = ​P ​(– • < X < •) ​= 1.​Dass X irgendeine reelle Zahl als Wert annimmt, ist somit sicher. 4.05 Sei X eine stetige Zufallsvariable und a​ * R​. a) Begründe anhand der nebenstehenden Skizze: P​ ​(X = a) ​= 0​ b) Begründe mit der Additionsregel: P​ ​(X ª a) ​= P(X < a)​ LÖSUNG a) P​ ​(X = a) ​ist gleich dem Inhalt einer zu einer Strecke entarteten Fläche unter dem Graphen von f, daher gilt: ​P ​(X = a) ​= 0​ b) ​P ​(X ª a) ​= P ​(X < a) ​+ P ​(X = a) ​= P ​(X < a) ​+0=P(X<a)​ Analog zu Aufgabe 4.05 b) kann man begründen: ​P ​(X º a) ​= P(X > a) ​und ​P ​(a ª X ª b) ​= P ​(a < X ª b) ​= P ​(a ª X < b) ​= P ​(a < X < b)​ Wir fassen diese Besonderheiten von stetigen Zufallsvariablen zusammen: • „Punktereignisse“ haben die Wahrscheinlichkeit 0, obwohl sie eintreten können. • Wahrscheinlichkeiten zu abgeschlossenen, halboffenen und offenen Intervallen mit denselben Intervallgrenzen sind gleich groß. Wahrscheinlichkeiten in Intervallen mithilfe der Verteilungsfunktion F berechnen: a F (a) f a 1 – F (a) f b F(b) – F (a) f a ​P (X ª a) =​​ ​F (a) = ​∫ – • ​ a ​f (x) dx​ ​P (X º a) =​​ 1 – F(a) = 1 – ​∫ – • ​ a ​f (x) dx​ ​P(aªXªb)=​ ​F (b) – F (a) = ​∫ a ​ b ​f (x) dx​ Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung von stetigen Zufallsvariablen sind analog zu den jeweiligen Begriffen bei diskreten Zufallsvariablen definiert. Dabei werden aus Summen Integrale, aus ​a​i ​wird ​x​und aus ​p​i ​wird ​f ​(x) ​dx​. Definition • Erwartungswert von X: μ =E(X)=​∫ – • ​ • x​ · f (x) dx • Varianz von X: ​σ​ ​2 ​= V (X) = ​∫ – • ​ • (​x – μ) ​2 ​· f (x) dx • Standardabweichung von X: σ = ​� ____ V (X) ​ 4.06 Drücke die folgende Wahrscheinlichkeit mithilfe der Verteilungsfunktion F der stetigen Zufallsvariablen X aus! 1) ​P ​(X < x)​, 2) ​P ​(X > x)​, 3) ​P ​(a < X ª b) ​mit a < b​, 4) ​P ​(X < a ∨ X > b) ​mit a < b​ a F (a) f AUFGABEN R Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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