Big Bang 4, Schulbuch

106 30.3 Warp-Antrieb im Kopf Radioaktive Stoffe in der Medizin Ionisierende Strahlung ist normalerweise schädlich. Deshalb ist es verwunderlich, dass ausgerechnet in der Medizin radioaktive Stoffe zur Diagnose und Heilung eingesetzt werden. Weil bei Radioaktivität die Atomkerne eine Rolle spielen und Kern auf lateinisch nucleus heißt, spricht man von Nuklearmedizin. In B 30.29 siehst du die Lage der Schilddrüse (rosa eingefärbt) im Körper. Was hat dieses Organ für eine Aufgabe? Recherchiere im Internet. Deine Eltern müssen unterschreiben, ob du im Falle eines Reaktorunfalls in der Schule Iodtabletten bekommen darfst oder nicht. Was hat die Verabreichung für einen Sinn? Und welcher Zusammenhang besteht zu A 11 ? Diskutiere in der Gruppe darüber. In der Nuklearmedizin injiziert man manchmal radioaktive Isotope in den Körper. Warum haben diese immer eine ziemlich kurze Halbwertszeit (T 30.2, S. 104)? In Wiener Neustadt gibt es ein Zentrum für Ionentherapie, das MedAustron. Besorge dir Information darüber, was dort gemacht wird und erstelle dazu eine Präsentation. B 30.30 Das Herz des MedAustrons ist ein Teilchenbeschleuniger. A 11 B 30.29 Die Lage der Schilddrüse in deinem Körper A 12 A 13 A 14 Es gibt zwei Anwendungsgebiete für radioaktive Stoffe in der Medizin: Untersuchungen und Behandlungen. Fangen wir mit den Untersuchungen an. Dabei schluckt oder spritzt man radioaktive Medikamente. Ihre ionisierende Strahlung ist für den Körper im Prinzip ungesund. Deshalb darf man nur ganz kleine Mengen mit kleiner Halbwertszeit nehmen, damit sich die Stoffe rasch abbauen ( A 13 ). Die radioaktiven Medikamente nennt man auch Tracer (engl. trace = Spur), weil man auf Grund der ausgesendeten Strahlung ihre Spur verfolgen kann. Bei einer Knochen-Szintigraphie nimmt man Technetium-99, das sich in den Knochen vor allem dort einlagert, wo diese sehr stark wachsen. Auf diese Weise kann man Knochentumore oder Wachstumsaktivitäten anhand der dunklen Stellen gut erkennen (B 30.31). Die Hauptaufgabe der Schilddrüse ist die Speicherung von Iod und die Bildung mehrerer Hormone, die wiederum den Energieumsatz steuern ( A 11 ). Ob eine Fehlfunktion vorliegt, kann man mit einer Schilddrüsen-Szintigraphie untersuchen (B 30.32). Dazu verwendet man Iod-123. Je stärker die Aktivität, desto stärker lagert sich das Iod an. Auf diese Weise kann man die Schilddrüsenaktivität messen. B 30.32 Schilddrüsen-Szintigramm: rot bedeutet hohe Aktivität. Wenn nach einem Reaktorunfall radioaktives Iod-131 in die Umwelt gelangt, wird dieses ebenso wie nichtradioaktives Iod aus der Atemluft über Lebensmittel und Wasser in den Körper aufgenommen. Es reichert B 30.31 KnochenSzintigramm eines gesunden Kinderskeletts. Weil die Knochen vor allem an den Wachstumsfugen an den Enden wachsen, erscheinen diese schwarz. Auch einen Knochentumor würde man so erkennen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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