87 29 Wie die Technik die Welt verändert Manche Stoffe sind in der Lage UV-Licht in sichtbares Licht umzuwandeln. Man nennt sie fluoreszierend. Zum Beispiel befinden sich in Banknoten an bestimmten Stellen fluoriszierende Stoffe ( A 6 ), die im UV-Licht spektakulär zu leuchten beginnen. Das ist schwer nachzumachen und ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal. Um solche Effekte hervorzurufen, verwendet man spezielle UV-Lampen, die man im Alltag völlig unphysikalisch „Schwarzlicht“ nennt (B 29.14; A 7 ). Beim Schwarzlichttheater verwendet man fluoriszierende Kleidung und Schminke, um spektakuläre Effekte hervorzurufen (B 29.10). Auch der Stoff Chinin, der sich im Tonicwater befindet, ist fluoreszierend. Deshalb beginnt dieses im UV-Licht faszinierend zu strahlen (B 29.15). In der Astronomie haben Infrarot- und Ultraviolettstrahlung eine große Bedeutung, weil Aufnahmen von kosmischen Objekten im unterschiedlichen Licht jeweils andere Details enthüllen. a) b) c) B 29.15 Eine Flasche Tonicwater leuchtet im UV-Licht wie eine Lampe. B 29.16 Der Helixnebel, blumig auch „Auge Gottes“ genannt, im sichtbaren Licht (a), in einer UV-Aufnahme (b) und in einer IR-Aufnahme (c). Infrarotstrahlung hat eine größere Wellenlänge als das sichtbare Licht (B 29.8). Umgekehrt hat Ultraviolettstrahlung, kurz Ultraviolett oder UV, eine kürzere Wellenlänge als Licht. Kürzere Wellenlängen bedeutet aber mehr Energie (B 28.15, S. 82), und das macht UV für deine Haut zu einer gewissen Bedrohung. UV-Strahlung unterteilt man noch einmal in UV-A, UV-B und UV-C. UV-C hat die kleinste Wellenlänge und ist daher die energiereichste und aggressivste UVStrahlung. Glücklicherweise wird das UV-C der Sonne von der Atmosphäre einkassiert. UV-A und UV-B erreichen aber die Erde und deine Haut. Sie dringen dort in tiefere Schichten ein (B 29.13) und könnten diese, aufgrund ihrer höheren Energie, beschädigen. B 29.13 a) UV-A und UV-B dringen in die Haut ein und können diese schädigen. b) Sonnencreme blockt die UV-Strahlung zumindest teilweise ab. Zu viel Sonne führt kurzfristig zu einem Sonnenbrand und langfristig zu Hautkrebs. Deshalb solltest du starke Sonne meiden und zumindst immer reichlich Sonnencreme verwenden. Diese reflektiert die UVStrahlung oder wandelt sie in unschädliche IR-Strahlung um. Der Sonnenschutzfaktor gibt an, wie viel länger du dich eingecremt in der Sonne aufhalten kannnst, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren ( A 8 ). Würdest du zum Beispiel bei sehr empfindlicher Haut ohne Creme nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommen, könntest du mit einem Faktor 50 immerhin 500 Minuten (also etwas über 8 Stunden) in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. B 29.14 Detailaufnahme einer UV-Lampe, umgangssprachlich „Schwarzlicht“ genannt: Solche UV-Lampen senden UV-A-Strahlung nahe dem sichtbaren Bereich aus und sind ungefährlich. Das UV-Licht selbst kannst du nicht sehen. Weil sie aber auch etwas violettes Licht aussenden, sind sie für deine Augen sichtbar. a b UV-A UV-B UV-A UV-B Sonnencreme Oberhaut Unterhaut Kurz zusammengefasst Infrarot- und Ultraviolettstrahlung gehören, wie auch das Licht, zu den elektromagnetischen Wellen. IR hat eine größere Wellenlänge als Licht und weniger Energie, UV hat eine kürzere Wellenlänge und mehr Energie. Deshalb kann UV für den Körper gefährlich werden. Ungefährliches UV-A wird im Alltag aber oft praktisch eingesetzt. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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