Big Bang 4, Schulbuch

89 29 Wie die Technik die Welt verändert Atom „geschluckt“ werden, man nennt das mit dem Fachausdruck absorbiert, hängt von dieser Ordnungszahl ab. In T 29.1 siehst du die 6 häufigsten Elemente in deinem Körper. Von diesen absorbiert Calcium die Röntgenstrahlen mit Abstand am besten, zum Beispiel 8000-mal so gut wie Wassertoff. Weil Calcium vor allem in Knochen und Zähnen vorkommt, erscheinen diese auf Röngtenbilder besonders deutlich ( A 10 ). In B 29.18 sind übrigens im Gebiss schon die vorbereiteten, bleibenden Zähne zu sehen. % der Atome Ordnungszahl Z relative Absorption (Z3) Wasserstoff (H) 62 1 1 Sauerstoff (O) 24 8 8 · 8 · 8 = 512 Kohlenstoff (C) 12 6 216 Stickstoff (N) 1,1 7 343 Phosphor (P) 0,22 15 3375 Calcium (Ca) 0,22 20 8000 T 29.1 Die 6 häufigsten Atomsorten in deinem Körper machen bereits über 99 % aus. Wie stark Röntgenstrahlung absorbiert wird, hängt von Z · Z · Z = Z3 ab, also von der 3. Potenz von Z. Viele Metalle haben hohe Ordnungszahlen. Zum Beispiel hat Titan, aus dem die medizinischen Implantate gemacht werden, die Ordnungszahl 22. Deshalb sind Titanteile im Körper am Röngenbild sehr gut zu sehen. Blei hat sogar die Ordnungszahl 82. Es absorbiert Röntgenlicht mehr als eine halbe Million mal besser als Wasserstoff. Wenn man bei einer Röntgenaufnahme eine Bleischürze verpasst bekommt, ist man bestens geschützt ( A 9 ). Ein spezieller Röntgenapparat ist die Computer-Tomographie, kurz CT. Dabei wird man in eine Röhre geschoben und rundherum geröntgt. Man bekommt dann dünne Schnittbilder vom Körper (B 29.22) und die Diagnose von Krankheiten oder Verletztungen wird dadurch erleichtert ( A 11 ). B 29.22 Schnittbilder des Körpers mit Hilfe einer CT Wenn Strahlung mit hoher Energie in deinen Körper eindringt, wird dieser beschädigt. Die Strahlung kann nämlich aus den Hüllen der Atome (B 28.8, S. 80) Elektronen herauschlagen. Den Atomen fehlen dann ein oder mehrere Elektronen und sie sind positiv geladen. Geladene Atome nennt man allgemein Ionen, und diese tun dem Körper nicht gut. Strahlung, die im Körper Ionen erzeugt, nennt man ionisierende Strahlung. Röntgen- und Gammastrahlung gehören aufgrund ihrer hohen Energie zur ionisierenden Strahlung. Die Gammastrahlung wird noch ausführlich bei der Radioaktivität in Kap. 30.2 (S. 103) besprochen. B 29.23 Durchschnittliche jährliche Strahlungsbelastung in Österreich und wie sie verursacht wird. Die Belastung des Körpers durch ionisierende Strahlung wird in Millisievert (mSv) angegeben. Bei dieser Angabe ist der Schaden berücksichtigt, den die Strahlung am Körper anrichtet, und deshalb kann man die Zahlen gut vergleichen. Die durschnittliche Strahlenbelastung in Österreich beträgt 4,5 Millisievert pro Jahr (B 29.23). Etwas mehr als die Hälfte ist natürlichen Ursprungs, der Rest kommt durch medizinische Anwendungen zustande, zum Beispiel durch Röntgenaufnahmen. Die Belastungen hängen stark davon ab, was geröntgt wird. Ein einzelnes Zahnröntgen zum Beispiel ist eine beinahe verschwindend kleine Belastung. Am stärksten wird der Körper bei einem CT belastet, weil man dabei quasi rundherum geröntgt wird. Ein CT vom Rumpf entspricht einem Vielfachen der natürlichen Jahresdosis und sollte nicht leichtfertig eingesetzt werden! Untersuchung Strahlenbelastung Zahnröntgen, Einzelbild 0,01 mSv Zahnröntgen, Panoramabild (B 29.18) 0,05 mSv Schädelröntgen (B 28.18, S. 82) 0,2 mSv Lungenröntgen 0,2 mSv Halswirbelsäulen-Röntgen 2 mSv CT Schädel 2 mSv Brustwirbelsäulen-Röntgen 5 mSv CT Rumpf 11 mSv T 29.2 Belastung des Körpers durch Röntgenaufnahmen kosmische Strahlung 7 % 4,3 mSv natürliche Strahlung künstliche Strahlung terrestrische Strahlung 12 % Inhalation von Radon 30 % Sonstige 1 % Aufnahme durch die Nahrung 7 % medizinische Anwendungen 43 % Kurz zusammengefasst Röntgenstrahlen werden erzeugt, indem man Elektronen auf Metall prallen lässt. Sie durchdringen den Körper und werden vor allem von Zähnen und Knochen absorbiert. Weil Röntgenstrahlung zur ionisierenden Strahlung gehört und den Körper schädigen kann, sollte man sie sparsam und gezielt einsetzen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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