Big Bang 4, Schulbuch

91 29 Wie die Technik die Welt verändert Aber gehen wir wieder zur Geschichte der drahtlosen Übertragungen zurück. Den nächsten Meilenstein setzt der Italiener Guglielmo Marconi ( A 15 ). Er führte die Versuche von Heinrich Hertz weiter, baute in den Senderstromkreis einen Taster ein und konnte so Morsesignale mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen durch die Luft übertragen, ohne auf Telegrafenleitungen angewiesen zu sein. In B 29.25 siehst du Marconi mit seiner Erfindung. Links unten im Bild befindet sich die Sendeantenne mit den beiden Kugeln, die auch Heinrich Hertz bei seinen Versuchen verwendete. 1901 überbrückte Marconi mit einer Funkverbindung eine Strecke von 3400 km von Europa über den Atlantik nach Kanada. Die Nachricht war kurz: Drei Punkte, also drei Mal ein kurzes Knacken, für den Morsecode des Buchstabens S. 1909 erhielt er für seine Erfindung den Nobelpreis. Die Bedeutung dieser Technologie wurde schnell erkannt, und Industrie sowie Militär steckten viel Geld in deren Verbesserung. Hedy Lamarr (B 29.28) war eine österreichische Filmschauspielerin, die Ende der 1930er in Hollywood berühmt wurde. Sie war aber auch eine geniale Erfinderin und wird heute manchmal als „Lady Bluetooth“ bezeichnet. Dieser Spitzname ist keine Übertreibung, allerdings stellt er ihre Beiträge sehr vereinfacht dar. Lamarr war während des 2. Weltkrieges Mitentwicklerin des sogenannten Frequenzsprungverfahrens. Dabei werden die Hertz einer EM-Welle pausenlos verändert. Diese Idee wurde ursprünglich für die Steuerung von Torpedos entwickelt, um das Abfangen durch Feinde zu verhindern. Lamarr war ihrer Zeit voraus und ihre Erfindung wurde letztlich gar nicht umgesetzt. Ihr Patent war aber die Grundlage für viele moderne drahtlose Technologien, darunter auch Bluetooth (B 29.29) und W-LAN. B 29.28 Hedy Lamarr (eigentlich Hedwig Kiesler) im Jahr 1940 B 29.29 Die Technik, zwei Geräte miteinander zu koppeln, nennt man Bluetooth. Dann überträgt zum Beispiel ein Handy durch EM-Wellen die Musik zu den Ohrhörern. Bis zum Mobiltelefon dauerte es aber noch. 1973 startete man bei Motorola die Entwicklung und im Jahr 1983 erhielt man die Zulassung. Das erste Handy der Welt (B 29.30) hatte fast 800 g und war mit Antenne 33 cm hoch! Es kostete rund 4000 $, was umgerechnet auf heute etwa 11.000 $ entspricht! Trotzdem hatten schon ein Jahr später 300.000 Menschen dieses Handy. Mit den heutigen Smartphones war das Gerät natürlich nicht zu vergleichen. Man konnte damit nur telefonieren, nicht einmal SMS waren möglich. Heutige Smartphones können Nachrichten senden und empfangen, Fotos machen, man kann Musik hören, Videocalls machen, spielen, Filme ansehen und natürlich auch wie auf einem PC mit dem Browser im Internet surfen. Moderne Smartphones sind Computer im Miniformat. „Generation“ und Jahr Übertragungsgeschwindigkeit relativ 1G – 1983 analog 2,4 kbit/s 1 2G – 1991 digital 400 kbit/s 170 3G – 2001 42 Mbit/s 17.500 4G – 2009 1 Gbit/s 420.000 5G – 2019 20 Gbit/s 8.300.000 T 29.3 Richtwerte zu den Übertragungsgeschwindigkeiten der Mobilfunknetze: kbit/s = Kilobit/Sekunde = 1000 bit/s, Mbit/s = Megabit/Sekunde = 1.000.000 bit/s, Gbit/s = Gigabit/Sekunde = 1.000.000.000 bit/s Über die Jahrzehnte hat sich die Technik der drahtlosen Kommunikation immer wieder verbessert. Die Handys wurde immer kleiner und die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten immer größer. Details zu T 29.3 werden im nächsten Abschnitt besprochen. Momentan ist vor allem die ganz rechte Spalte wichtig: Die 5. Netzgeneration überträgt Daten bereits viele Millionen Mal schneller als die erste. B 29.30 Marty Cooper mit dem von ihm erfundenen ersten Mobiltelefon, das Dynatac 8000X von Motorola. Kurz zusammengefasst Der deutsche Physiker Heinrich Hertz konnte bereits 1886 elektromagnetische Wellen künstlich erzeugen. Guglielmo Marconi baute diese Idee aus und funkte 1901 von Europa nach Kanada. Das Handynetz wurde ab 1983 entwickelt und ausgebaut. Heute gibt es schon die 5. Generation (5G), die viele Millionen Mal schneller ist als die erste Generation von Handys. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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