Big Bang 4, Schulbuch

95 29 Wie die Technik die Welt verändert Die Mobilfunkantenne dieser Zelle empfängt die Daten, hat aber keine Ahnung, wo sich Bobs Handy befindet. Deshalb muss sie die Daten zum Rechenzentrum weiterleiten (b), das ist so eine Art Vermittlungsstelle (B 29.41). Das Rechenzentrum weiß, in welcher Funkzelle das Handy von Marc angemeldet ist und schickt jetzt die Daten dorthin (c). Dazu kann es nötig sein, dass die elektrischen Signale zwischendurch in Lichtpulse umgewandelt werden müssen, wenn sie durch Glasfaserkabel geschickt werden. B 29.41 Die Computer eines Rechenzentrums: Hier sind alle Daten des Funknetzes gespeichert. Wenn die 1er und 0er in der Funkzelle von Marc angekommen sind, dann werden sie über eine elektromagnetische Welle an das Handy von Marc gesendet (d). Mit einem Digital-Analog-Wandler, kurz DA-Wandler, wird aus den 1ern und 0ern wieder eine kontinuierliche elektrische Schwingung. Der Vorgang in B 29.35 (S. 93) läuft also nun in die Gegenrichtung von rechts nach links ab. Zum Schluss wird die elektrische Schwingung im Lautsprecher wieder in eine Schallwelle umgewandelt und gelangt dann an Marcs Ohr. Wenn zu Beginn von einer unglaublich komplexen Technologiekette die Rede war, war das keine Übertreibung! Und weil vor allem im Rechenzentrum etwas Zeit verloren geht, ist die Stimme im Handy immer etwas zeitversetzt zu hören ( A 21 ). Technologie Frequenz Mikrowellenherd 2,45 GHz W-LAN 2,4 GHz und 5 GHz 5G 2 GHz, 3,4 bis 3,8 GHz und 24 bis 40 GHz T 29.6 Frequenzen von W-LAN und 5G im Vergleich mit einem Mikrowellenherd: 1 GHz = 1 Gigahertz = 1.000.000.000 Schwingungen pro Sekunde Auch beim W-LAN werden 1er und 0er mit Hilfe einer EM-Welle durch die Luft geschickt. In der Stadt befindest du dich immer im Einflussbereich von vielen Hotspots, wie ein Blick auf das Handy ganz leicht zeigt. Aber ist so viel Strahlung nicht gefährlich ( A 23 )? Allgemein kann man sagen, dass Funknetz und W-LAN im Bereich der Mikrowellen senden (T 29.6 und Kap. 29.1, S. 84). Anders als zum Beispiel Röntgenstrahlung gehören diese aber nicht zur ionisierenden Strahlung (siehe Kap. 29.3, S. 88). Sie können also das Erbgut nicht direkt beschädigen! Allerdings wärmen Mikrowellen den Körper auf – das ist ja auch der Trick des Mikrowellenherdes. Daher wärmen auch alle Funknetze den Körper etwas auf (B 29.42). Kann das zu gesundheitlichen Problemen führen? B 29.42 Wie ein 5-minütiges Gespräch mit dem Handy den Bereich um die Ohrmuschel erwärmt. Es gibt mehr als 1500 wissenschaftliche Studien, die die gesundheitlichen Auswirkungen der Funknetze untersucht haben. Ein Zusammenhang mit Krebs, etwa mit Hirntumoren, wurde nicht gefunden – auch nicht über mehrere Jahrzehnte hinweg. Zum Beispiel hat sich die Anzahl der Gehirntumore in Österreich in den letzten 30 Jahren nicht verändert, obwohl die Zahl der Handys dramatisch angewachsen ist ( A 22 ). Bei 5G verwendet man höhere Frequenzen, als bei den alten Netzen, und darüber gibt es noch wenig Daten. Allerdings ist es so: Je höher die Frequenz der Mikrowellenstrahlung, desto weniger tief dringt sie in den Körper ein. Bei 2,4 GHz (W-LAN) sind es ein paar Zentimeter, bei 10 GHz weniger als 1 mm. Weil 5G höhere Frequenzen verwendet als die alten Netze, dringt die Strahlung weniger tief ein. Ob 5G trotzdem zu gesundheitlichen Problemen führt, wird sich erst in Zukunft durch weitere, sehr gründliche Untersuchungen über viele Jahre zeigen. Kurz zusammengefasst Um ein Gespräch von einem Handy aufs andere zu übertragen, müssen die Daten digitalisiert und von einer Funkzelle über das Rechenzentrum zur anderen Funkzelle gesendet werden. Es gibt bis jetzt keinerlei Hinweise darauf, dass Handystrahlung für den Menschen gefährlich ist. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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