Zeitbilder 4, Schulbuch

110 Der Kalte Krieg M1 Berlinkrise (Karikatur, Fitzpatrick, USA, 1948) M3 Bewohnerinnen und Bewohner der Bernauer Straße flüchten am 13. August 1961 in den Westen Berlins. (Foto 13.8.1961) Europa und Asien Supermächte Die USA und die UdSSR verfügten über Atomwaffen. Doch es kam nie zu einem direkten militärischen Konflikt. Es blieb bei Drohungen. Deshalb nennt man diesen Zeitabschnitt auch Kalter Krieg. Berlinkrise Die Siegermächte hatten Deutschland und Berlin in vier Besatzungszonen geteilt. Berlin war rundum von der sowjetischen Zone eingeschlossen. Die drei Westmächte führten 1948 die Deutsche Mark als Währung in den Westzonen und den drei Berliner Westsektoren ein. Daher verhängte die Sowjetunion eine Blockade Westberlins: Verbindungswege wurden gesperrt, Lebensmittellieferungen eingestellt. 2,1 Mio. Menschen waren ohne Versorgung. Die USA und Großbritannien versorgten Westberlin über eine Luftbrücke. Nach elf Monaten beendete die Sowjetunion die Blockade. Gründung von BRD und DDR Im Mai 1949 wurde in den westlichen Besatzungszonen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Durch ihre Bindung mit den Westalliierten kam es mithilfe des Marshallplans zum raschen Wirtschaftsaufschwung. Die BRD wurde NATO-Mitglied (1954). Im Oktober 1949 wurde in der sowjetischen Zone die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ausgerufen. Dort kam die kommunistische SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) an die Macht. Die DDR schloss sich dem COMECON und dem Warschauer Pakt an (1955). Massenflucht und Mauerbau Bis 1961 flohen über drei Mio. Menschen aus der DDR in die BRD. Deshalb war die Landgrenze zur BRD mit Minenfeldern und Stacheldraht abgesperrt. Nur in Berlin war die Flucht noch relativ leicht. Unangekündigt ließ die DDR-Regierung daher ab 13. August 1961 quer durch Berlin eine Betonmauer errichten. Vietnamkrieg Vietnam wurde 1954 in ein kommunistisches Nordvietnam und ein von den USA unterstütztes Südvietnam geteilt. Gegen die Diktatur in Südvietnam entstand der Vietcong, eine kommunistische Widerstandsbewegung. Er führte mit Soldaten aus Nordvietnam und mit Waffenhilfe aus China und der UdSSR einen Guerillakrieg* gegen die südvietnamesischen Regierungstruppen. Diese wurden von den USA mit über 500 000 Soldaten unterstützt. Aber sie konnten den Vietcong nicht besiegen und zogen 1973 ab. Südvietnam wurde besiegt und mit dem Norden zur Sozialistischen Republik Vietnam vereinigt. Stellvertreterkriege In diese Kriege waren die USA und die UdSSR nicht selbst verwickelt, sondern nur von ihnen unterstützte „Stellvertreter“, oder es war nur eine der beiden Supermächte beteiligt: die USA im Koreakrieg (1950–1953) und in Vietnam (1946–1975), die UdSSR in Afghanistan (1979–1989). M2 Kurz vor dem Mauerbau Q In der Pressekonferenz am 15. Juni 1961 ging es um einen Friedensvertrag. Westberlin sollte nach Auffassung des DDR-Regimes eine neutrale Stadt werden. Damit soll sie nicht zur BRD, also auch nicht zur NATO gehören. Journalistin: „Herr Vorsitzender! Bedeutet die Bildung einer freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird?“ Walter Ulbricht: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ (nach: bundesfinanzministerium.de, 2021) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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