112 Das Ende des Kolonialismus M1 Entkolonialisierung in Afrika und Asien ab 1945 0 2000 km Algerien 1962 Libyen 1951 Tschad 1960 Sudan 1956 Indien 1947 Pakistan 1947 Myanmar 1946 Laos 1954 Vietnam 1954 Kambodscha 1954 Philippinen 1946 Taiwan, 1945 Korea 1945 Malaysia 1963 Indonesien, 1949 Ceylon 1946 Jordanien 1946 Kongo 1956 Niger 1960 Nigeria 1960 Mali 1960 Mauretanien 1960 Senegal, 1960 Gambia, 1965 Guinea, 1958 Sierra Leone, 1961 Côte d‘Ivoire, 1960 Burkina Faso, 1960 Ghana, 1957 Benin 1960 Madagaskar, 1960 Togo, 1950 Gabun, 1960 Sambia, 1964 Zentralafrika, 1960 Botsuana, 1956 Lesotho, 1956 Swasiland, 1968 Malawi, 1964 Kenia, 1963 Syrien, 1946 Libanon, 1946 Zypern, 1956 Tunesien 1956 Israel, 1945 Kuwait, 1961 Uganda, 1962 Somalia, 1960 Eritrea, 1952 Süd-Jemen 1957 Tanganika (1961), Sansibar (1963), vereint zu Tansania, 1964 Ruanda, 1962 Burundi, 1962 Äquat. Guinea 1955 Marokko 1956 unabhängig vor 1945 Frankreich Großbritannien Niederlande Belgien Spanien Italien Japan Amerika abhängige Staaten 1968 M2 Einführung der Apartheid Q Der nationalistische Ministerpräsident Südafrikas, Dr. Malan, hat dem Parlament einen Gesetzentwurf unterbreitet, der eine eigene politische Vertretung der indischen Minderheit vorsieht. Dr. Malan erklärte auch, er beabsichtige, den Negern ihre Vertretung im Parlament zu entziehen. Dafür sollen sie in einer für sie geschaffenen Körperschaft die Möglichkeit erhalten, „ihre Angelegenheiten vorwiegend selbst zu verwalten und ihren Nationalcharakter zu bewahren“. Bis jetzt durften die Neger einige Vertreter in die Kammer wählen. Auch die Inder hatten das Recht, sich in beschränktem Maße an der Wahl zu beteiligen. Dr. Malan und seine Partei wollen nun das Schlagwort von der „Apartheid“, der totalen Abtrennung der Farbigen von den Weißen, mit dem sie die Wahlen gewonnen haben, verwirklichen. Malan erklärte allerdings, seine Regierung werde den Farbigen gegenüber keine Unterdrückungspolitik verfolgen. (nach: Neues Österreich, 18.8.1948) Ende der Kolonialherrschaft in Afrika Das Streben nach Selbstständigkeit Kolonien in Afrika und Asien waren für die europäischen Kolonialmächte wirtschaftlich interessant. Im 20. Jh. aber wurde ihre Herrschaft immer stärker in Frage gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Europa politisch und wirtschaftlich geschwächt. Das kam den Unabhängigkeitsbewegungen zugute. Kämpfe um die Unabhängigkeit In manchen Kolonien verhandelten Kolonialmacht und Kolonie. Dies führte zu einvernehmlicher Entkolonialisierung. Meist aber war die Ablösung mit langen politischen Auseinandersetzungen verbunden. Manche Kolonien wurden erst nach bewaffneten Kämpfen durch Befreiungsbewegungen unabhängig. An ihrer Spitze standen oft Menschen, die in europäischen und amerikanischen Schulen und Universitäten ausgebildet worden waren. Als erstes Land konnte sich Indien von der Kolonialherrschaft befreien. Wenig später erfassten die Freiheitsbestrebungen Afrika. Schweres Erbe der Kolonialherrschaft In vielen Ländern, vor allem in Afrika, gibt es bis heute immer wieder blutige Kriege. Die neuen afrikanischen Staaten waren meist in den Grenzen entstanden, die die europäischen Mächte im 19. Jh. willkürlich festgelegt hatten. Rücksicht auf religiöse und kulturelle Unterschiede der verschiedenen Völker wurde dabei nicht genommen. Oft übernahmen einheimische Diktatoren die Macht. Südafrika Ab 1948 war das System der Apartheid (niederländ.: Trennung) Gesetz. Es bedeutete die völlige Trennung aller Lebensbereiche der ca. drei Mio. „Weißen“ von den etwa zwölf Mio. „Schwarzen“ Menschen in Südafrika. Die „Weißen“ konnten sich durch die Politik der Apartheid eine lange Vorherrschaft sichern. Ab 1990 wurden die Apartheidgesetze schrittweise abgeschafft und verboten. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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