Zeitbilder 4, Schulbuch

114 Aktuelle Konflikte M1 OSZE Hamburg (Karikatur, RABE, 9.12.2016) M4 Kalter Krieg in der Ukraine (Karikatur, Kostas Koufogiorgos, 19.1.2022) Atomsperrvertrag und Abrüstungsverträge Der Atomwaffensperrvertrag (1968) sollte atomare Aufrüstung und Weitergabe von Kernwaffen verbieten. Er wurde bisher von 191 Staaten unterzeichnet (Stand 2025). Die Atommächte Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan sind keine Mitglieder. Seit 1972 schlossen die USA und die UdSSR Abkommen über Rüstungsbegrenzungen (Vernichtung aller Mittelstreckenraketen, Verringerung atomarer Sprengköpfe, Verringerung der Truppenstärken in Europa). Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Ab 1973 versuchten europäische Staaten, die USA, Kanada und die UdSSR, sich durch Beratungen politisch anzunähern und eine Vertrauensbasis zu schaffen. 1975 unterzeichneten sie die „Schlussakte von Helsinki“. Darin verpflichteten sie sich zu friedlicher Konfliktlösung, Anerkennung bestehender Grenzen, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der Staaten sowie zur Einhaltung der Menschenrechte. Weitere Konferenzen überprüften, ob die Schlussakte eingehalten wurde. Mit dem Ende des Kalten Kriegs endete auch die KSZE. Mit Sitz in Wien hat die Nachfolgeorganisation der KSZE 57 Mitglieder und elf außereuropäische Partnerstaaten. Sie arbeitet für Frieden und Sicherheit. M2 Atomwaffensperrvertrag Artikel I Q Jeder Kernwaffenstaat, der Vertragspartei ist, verpflichtet sich, Kernwaffen und sonstige Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber an niemanden weiterzugeben und einen Nichtkernwaffenstaat weder zu unterstützen noch zu ermutigen noch zu veranlassen, Kernwaffen oder sonstige Kernsprengkörper herzustellen oder sonst wie zu erwerben oder die Verfügungsgewalt darüber zu erlangen. (nach: ris.gv.at) M3 Der Ukrainer Pjotr (16) erzählt. O Ich stamme aus Charkiw. Meine Mutter ist Ukrainerin, mein Vater Russe. Mit den Angriffen Russlands hatten wir nicht gerechnet. Plötzlich war es mir peinlich, Halbrusse zu sein. Mama und Oma arbeiteten im Reha-Zentrum. Am 24.2.2022 um fünf Uhr früh kam die Nachricht vom Angriff auf unsere Stadt. Schnell packten wir und flohen in den Keller des Reha-Zentrums. Uns Kindern wurde gesagt, dass alles gut würde, aber wir durften nicht hinauf. Nur die Erwachsenen gingen einkaufen. Russische Panzer kamen in die Stadt, alle mussten im Keller bleiben. Nachrichten gab es nur über soziale Netzwerke. Kämpfe sah ich nicht, aber wir konnten die Flugzeuge hören. Ein paar Tage später war es plötzlich ruhiger, und wir verließen den Keller. Es gab auch Züge Richtung Westen, aber dort durften keine Haustiere mitfahren. Ein Freund mit einem Auto fuhr nach Westen. Wir haben nicht lange nachgedacht und fuhren mit. Unser Hund durfte auch mit, da es unvorstellbar war, ihn zurückzulassen. Vier Tage waren wir unterwegs und durften in Kindergärten und Schulen schlafen. An der Grenze trafen wir auf österreichische Hilfe. Meine Freunde sind jetzt auf viele Länder verteilt. Ich finde es sehr nett von allen Menschen, die uns geholfen haben. Wir hatten trotz allem Glück. Ob ich jemals zurückkann, weiß ich nicht: Es gibt keine Arbeit in der Ukraine. Außerdem hätte ich als Halbrusse in der Ukraine Schwierigkeiten. Aber vor den Russen habe ich Angst. (Oral History, Gespräch mit Pjotr, 2023) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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