Anwendungsbereich 9: Gesellschaftlicher Wandel im 20. und 21. Jahrhundert in Österreich 137 heute Gegen sexuelle Übergriffe und Rassismus #MeToo Diese soziale Bewegung geht auf eine Aktion zurück, die afroamerikanischen Frauen und Mädchen beistehen wollte, die sexuell missbraucht worden waren. Unter #MeToo sollten betroffene Frauen in Tweets über das Erlebte sprechen statt beschämt zu schweigen. Ein amerikanischer Filmproduzent wurde von zahlreichen Schauspielerinnen wegen sexueller Übergriffe beschuldigt und rechtskräftig verurteilt. Weitere Anklagen folgten. Allerdings führte #MeToo leider auch dazu, dass einige Männer im Berufsleben aus Angst vor falschen Anschuldigungen vermeiden, mit einer Frau alleine in einem Raum zu sein oder Arbeitgeber Frauen gar nicht erst einstellen. #BlackLivesMatter Diese 2013 in den USA gegründete länderübergreifende Bewegung setzt sich dafür ein, Schwarze Menschen vor Polizeigewalt zu schützen. Immer wieder gehen Polizisten, die unbewaffnete und oft unbeteiligte Schwarze Männer getötet haben, straffrei aus. Massendemonstrationen unter #BlackLivesMatter machen auf das Problem aufmerksam und wollen ein Umdenken in der Gesellschaft erreichen. M13 #MeToo Q 2006 verwendete die amerikanische Bürgerrechts- und Menschenrechtsaktivistin Tarana Burke erstmals MeToo. Damit wollte sie vor allem eines erreichen: Ein Signal an alle Frauen senden, die Opfer sexueller Gewalt wurden, um ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind. Als Gründerin dieser Bewegung und als jemand, der sich seit mehr als drei Jahrzehnten für Probleme von Schwarzen Frauen und Mädchen einsetzt, leitet sie heute die Girls for Gender Equity Organisation, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt. Ihr ging es um eine Bewegung, die Sichtbarkeit schafft. Sichtbarkeit von sexueller Belästigung, Scham und Angst. Gegenüber der Öffentlichkeit öffneten sich auch Männer und teilten persönliche Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Die Bewegung machte somit auch darauf aufmerksam, dass sexuelle Belästigung und Gewalt nicht nur Frauen widerfahren kann, sondern auch Männer betroffen sind. (nach: woman.at, 13.3.2023) M12 Eine deutsche Journalistin mit einem Schwarzen Elternteil berichtet. Q Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd schien es für ein paar Wochen, als wäre Deutschland in Sachen Antirassismus in Aufbruchsstimmung. Unter Schwarzen Kolleg:innen herrschte ein Gefühl von Dringlichkeit. Wir mussten uns zu Wort melden. Unterschwellig schwebte dabei immer mit: Denn bald kann das alles wieder vorbei sein. Plötzlich erhielten wir von allen Seiten Medienanfragen: Wir sollten der Mehrheitsgesellschaft erklären, wer Schwarze Menschen sind und was sie wollen in diesem Land. Schwarze Menschen wurden aufgefordert, ihre Rassismuserfahrungen offenzulegen. Große Unternehmen sprachen ihre Solidarität aus, behaupteten, sie würden von nun an ihre Mitarbeiter:innen in antirassistischen Workshops schulen. Doch je mehr Schwarze Medienschaffende an Sichtbarkeit gewannen, desto weniger wurde der Diskurs wirklich vorangetrieben. Es schien, als sollten wir immer über dasselbe sprechen: Rassismus als Einzelfall und nicht als strukturelle Kontinuität, die sich durch alle Aspekte dieses Landes zieht. (nach: Die Zeit, 25.5.2023) 1 Beschreibe M8. Arbeite die Anliegen der Protestierenden heraus. Recherchiere weitere Themen von Human Rights Watch auf www.hrw.org. (PSK II) 2 Nimm mithilfe von M9 Stellung zur Situation der Pressefreiheit in Österreich. Recherchiere den aktuellen Rang Österreichs im Pressefreiheitsindex. Finde die Gründe für die Position heraus. (PHK III) 3 Vergleiche M10 mit dem Schulbuchtext. Nenne zusätzlich erwähnte Gesichtspunkte. Erläutere, wie das Foto die Anliegen von ROG vermittelt. (PSK II) 4 Arbeite auch mithilfe der Bildunterschrift die Botschaft des Plakates M11 heraus. (PSK II) 5 Interpretiere, was das Logo (M11) für die Arbeit und die Ziele von Amnesty bedeutet. Es geht auf das Sprichwort zurück: „Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen.“ (PSK III) 6 Fasse M12 zusammen. Erläutere die Kritik der Journalistin am Umgang mit Schwarzen Menschen in Deutschland. (PSK II) 7 Fasse den Artikel M13 zusammen. Diskutiert in der Klasse, ob eine Bewegung wie #MeToo zu mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern führen kann. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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