138 Den eigenen Weg finden M1 Hippies übergeben vor dem Buckingham Palace eine Einladung an die Queen zu einem Event. (Foto 1967) M5 Skater (Foto 2023) Jugendkulturen Es gab und gibt nicht eine einzige Jugendkultur, sondern viele unterschiedliche. In welcher sich Jugendliche bewegen, ist abhängig von ihren Interessen, ihrer Bildung, ihrer sozialen Herkunft und der Zeit, in der diese entstand. Um sich von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen, haben viele Jugendliche und junge Erwachsene schon seit dem Zweiten Weltkrieg eigene Bekleidungs- und Verhaltensnormen entwickelt. Meist lieben sie auch dieselbe Musik. Beispiele Die Hippies in den 1960-er Jahren setzten sich für Frieden und den Schutz der Natur ein, demonstrierten gegen den Vietnamkrieg (S.110), waren Konsumverweigerer, trugen lange Haare und farbenfrohe Kleidung. Die Goths (engl.: „düster“) seit den 1980-er Jahren trugen schwarze Kleidung, beschäftigten sich mit Esoterik und vergangenen Epochen. Die Emos (engl.: „emotional“) im 1. Jahrzehnt des 21. Jh. bekannten sich dunkel gekleidet und geschminkt zu traurigen Gefühlen. M2 Punksängerin Nina Hagen bei einer Demonstration im Burggarten in Wien: Es ging darum, Jugendlichen mehr Freiräume für Veranstaltungen zu schaffen. (Foto 16.9.1979) M3 Cosplayerin (Foto 2024) M4 Beates Leben als Grufti O Das Zubehör war schwarze Kleidung von oben bis unten, dekoriert mit Ketten, Kreuzen oder Anstecknadeln. Dazu toupierte Haare und dunkel umrandete Augen. Ein Kinderspiel. Aber nicht in der DDR! Natürlich gab es schwarze Hosen und Blusen, doch die waren meist nicht lässig genug. Wir hegten und pflegten die mühsam zusammengestellte schwarze „Uniform“, wuschen und trugen sie oft, nähten und flickten sie. Und auch wenn man in seiner Trauerkluft im Grunde jedem suspekt war, sie war zumindest geduldet. Das Tragen sichtbarer Kreuze in der Schule war verboten. Da hatte ich es mit meinem etwa zehn Zentimeter großen Kreuzanhänger recht schwer. Unter dem T-Shirt machte er keinen Sinn – man wollte ihn ja zeigen und damit etwas aussagen (mir ist im Moment leider entfallen, was genau das war). Aber warum will jemand freiwillig so sein? Erklären kann ich es heute nicht mehr so genau. Die Gruftis waren ein einziger modischer Protest. Gegen den Staat, gegen die Gleichförmigkeit, gegen das verordnete Jugendbild. Man wollte provozieren, auffallen und vielleicht zum Nachdenken anregen. Man wollte eins: nicht im Einheitsbrei des Sozialismus untergehen. (nach: mdr.de, 2.6.2022) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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