Anwendungsbereich 9: Gesellschaftlicher Wandel im 20. und 21. Jahrhundert in Österreich 139 heute M7 Pride Parade in München am 24. Juni 2023 (Foto 2023) M6 Geschlecht und Gender Q Die Geschlechtszugehörigkeit hat vielfältige Auswirkungen auf unser Leben. Unsere Erfahrungen, Möglichkeiten und sozialen Beziehungen sind dadurch geprägt, mit welchem Geschlecht wir auf die Welt kommen und ob wir den damit zusammenhängenden Erwartungen entsprechen. Nicht nur die biologischen Differenzen (sex) sind es, die Frauen und Männer unterscheiden, sondern auch das soziale Geschlecht (gender), das die gesellschaftlichen Vorstellungen und sozialen Zuschreibungen in Bezug auf Geschlechterrollen und deren Auswirkungen bezeichnet. Was wir als normal oder abnormal, gut oder schlecht, passend oder unpassend empfinden, wird in vielfacher Weise durch die vorherrschenden Traditionen, Vorstellungen, Denk- und Verhaltensweisen mitbestimmt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Zugleich sind die gesellschaftlichen Strukturen durch traditionelle Geschlechtervorstellungen geprägt und schaffen dabei Ungleichheiten, die nur durch kritische Analyse und zielgerichtete Maßnahmen ausgeglichen werden können. Aber auch die biologischen Aspekte werden durch gesellschaftliche Vorstellungen mitbestimmt, wie etwa die Behandlung von Intersexualität deutlich macht: Menschen, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt kommen, werden einem Geschlecht zugeteilt und operativ „angepasst“ – die Einteilung in Mann oder Frau wird gesellschaftlich, sozial, rechtlich und politisch verlangt. Die Geschlechterverhältnisse haben sich in vielen Ländern dank Frauenbewegung und -politik in den letzten hundert Jahren grundlegend verändert, doch ist die Gleichstellung der Geschlechter inzwischen zur Realität geworden? (nach: demokratiezentrum.org) L lesbian Frauen, die auf Frauen stehen G gay Männer, die auf Männer stehen B bisexual Menschen, die auf Männer und Frauen stehen T transsexual Menschen, die sich nicht mit ihrem körperlichen Geschlecht (Mann / Frau) identifizieren T transgender Menschen, deren Geschlechtsidentität (alle Identitäten) nicht mit den körperlichen Merkmalen übereinstimmt I intersexual Menschen mit Geschlechtsmerkmalen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind Q queer Menschen, die keiner Sexualnorm entsprechen A asexual Menschen ohne Interesse an Sex + und alle anderen M8 LGBTIQA+ LGBTIQA+ Diese Abkürzung wurde aus den Anfangsbuchstaben englischer Wörter gebildet, die jeweils für eine sexuelle Orientierung stehen. Ob ein Mensch heterosexuell oder LGBTIQA+ ist, ist angeboren und daher kein Grund, darauf stolz zu sein, sich zu schämen oder auf andere herabzuschauen. Toleranz und Achtung von Menschen, auch wenn sie auf andere Weise leben oder lieben, sind Zeichen einer demokratischen Einstellung. 1 Beschreibe M1. Begründe das Hippie-Motto „Make Love not War!“ vor dem Hintergrund des VietnamKrieges (S.110). (HSK II) 2 Analysiere M2. Recherchiere zur Punkbewegung. Nenne die wichtigsten Merkmale. (PSK II) 3 Nenne mithilfe des Schulbuchtextes Unterschiede zwischen Goths und Emos. (PSK II) 4 Recherchiere zu den Jugendbewegungen der Cosplayer und der Skater. Benenne die Merkmale in M3 und M5. (PSK II) 5 Fasse M4 zusammen. Erläutere, womit Beate als Grufti Schwierigkeiten hatte. Überprüfe, in welchen Textstellen ihre heutige Distanz zu ihrem Leben als Grufti ersichtlich ist. (PSK III) 6 Erkläre mithilfe von M6, was „gender“ bedeutet und wie es sich von „sex“ unterscheidet. (PSK II) 7 Erläutere die Botschaft, die M7 vermittelt. Bewerte diese Einstellung. (PUK III) 8 Gib die Erklärungen in M8 in eigenen Worten wieder. (PSK I) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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