Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 31 Sprache der Nationalsozialisten Die Sprache der Nationalsozialisten war propagandistisch: Für grausame Taten verwendeten sie oft verharmlosende Begriffe (Tätersprache). Diese sind in diesem Schulbuch unter Anführungszeichen und kursiv gesetzt, ausgenommen in Originalquellen. „Rassenlehre“ Die Nationalsozialisten unterschieden verschiedene „Rassen“. (Anmerkung: Menschenrassen gibt es nicht!) Als wertvollste „Rasse“ galten die „Arier“*, die germanischen Völker, also auch die Deutschen. Jüdische Menschen waren in ihren Augen eine „wertlose Rasse“. Außerdem erklärten sie auch Sinti, Roma (S.62 f.) und Angehörige anderer Nationen für „rassisch minderwertig“. Das führte zu Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich zum Massenmord an diesen Menschen. „Volksgemeinschaft“ und „Lebensraum“ „Volksgemeinschaft“ war ein Propagandawort der Nationalsozialisten: So wollten sie die Menschen durch die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft manipulieren, Opfer für den NS-Staat zu bringen. Minderheiten wie jüdische Menschen, Roma und Sinti, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung und „Asoziale“ waren aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Nationalsozialisten wollten als „Herrenrasse“ über andere Völker herrschen. Sie behaupteten, mehr „Lebensraum“ für das deutsche Volk in Osteuropa zu brauchen. Die dortigen Völker, die sie auch für „minderwertig“ hielten, wollten sie versklaven. M7 Für die „Volksgemeinschaft“ Q Der grundlegende Gedanke der nationalsozialistischen Bewegung ist die Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft. Sie tritt an die Stelle des Klassenstreites, der Ständevorurteile, der Parteileidenschaft, überwindet die vielfachen Spaltungen und Trennungen früherer Zeiten und erinnert immer wieder, dass wir als Deutsche eine Gemeinschaft, eine Zusammengehörigkeit, ein Volk bilden und dass für diese Volksgemeinschaft der Einzelne seine ganze Kraft und seine Tätigkeit einsetzen muss. (nach: Steirische Alpenpost, 9.9.1938) M5 Aus dem nationalsozialistischen Parteiprogramm von 1920 Q 4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession (= religiöses Bekenntnis). Kein Jude kann daher Volksgenosse sein. (nach: bpb.de) 1 Beschreibe M1. Vergleiche die Symbole mit denen, die in M4 zu sehen sind. Beurteile, wie hier die Bedeutung Hitlers hervorgehoben werden sollte. (HMK III) 2 Erkläre anhand der Bilder und der Textquellen auf dieser Doppelseite den Begriff „Führerkult“. (HFK II) 3 Arbeite aus M2 die Kritik an Hitler und am Führerkult heraus. (HMK II) 4 Erläutere, wie sich in M3, das eigentlich für eine Jugendorganisation wirbt, Führerkult zeigt. (PUK II) 5 Fasse M5 zusammen. Erläutere die Bedeutung dieses Punktes aus dem nationalsozialistischen Parteiprogramm für Jüdinnen und Juden. (HOK II) 6 Beschreibe mithilfe von M6 die Folgen des Nationalsozialismus für jüdische Geschäftsleute. (HMK I) 7 Erkläre mithilfe von M7, wie für die Nationalsozialisten die „Volksgemeinschaft“ sein sollte. (HMK II) 8 Nimm Stellung zur Rolle Hitlers in M8. (PMK III) M6 Boykott jüdischer Geschäfte: „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“ (Foto 1.4.1939) M8 Germania (= Deutschland) klammert sich an Hitler: „Das deutsche Volk weiß: je größer die Not, desto stärker immer der Führer.“ (Illustration, Kladderadatsch, 1934) ab 1920 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==