Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 33 „Machtergreifung“ Reichskanzler Bei der Reichstagswahl im November 1932 wurde die NSDAP die stimmenstärkste Partei. Im Jänner 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Damit war es ihm gelungen, auf verfassungsmäßigem Weg an die Regierung zu kommen. Reichstagsbrand Im Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude in Berlin ab. Die Nationalsozialisten machten dafür eine „kommunistische Verschwörung“ verantwortlich. Daraufhin verabschiedete der Reichstag die Notverordnung „Zum Schutz von Volk und Staat“ und setzte damit die Grundrechte außer Kraft. Gesetze zur Absicherung der Macht Seit März 1933 standen Strafen auf jegliche Kritik an der Regierung. Durch das „Ermächtigungsgesetz“ regierten Hitler und die NSDAP ohne den Reichstag. Alle anderen Parteien wurden aufgelöst. Als Hindenburg 1934 starb, wurde Hitler auch Reichspräsident. Als „Führer und Reichskanzler“ hatte er nun die alleinige Macht. Das Deutsche Reich war eine nationalsozialistische Diktatur geworden. „Gleichschaltung“ Die NSDAP griff in das ganze Leben der Menschen ein. Durch „Gleichschaltung“ begann sie, alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft, die nicht direkt dem „Führer“ unterstanden, entweder aufzulösen oder in die Partei einzugliedern. NSDAP-Mitglieder besetzten Führungspositionen und ersetzten unerwünschte und jüdische Beamtinnen und Beamte. Parteiorganisationen Die „Deutsche Arbeitsfront (DAF)“ ersetzte die freien Gewerkschaften. Mitgliedschaft war Pflicht. Die einzigen noch erlaubten Jugendorganisationen waren der „Bund Deutscher Mädel (BDM)“ und die militärisch organisierte „Hitlerjugend (HJ)“. Diese trat oft mit der ebenfalls uniformierten „Sturmabteilung (SA)* “ auf. Die „Geheime Staatspolizei (Gestapo)*“ verfolgte alle Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus. Sie kamen in die Konzentrationslager* der „Schutzstaffel (SS)* “. Goebbels Joseph Goebbels* war als „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ hauptverantwortlich für die „Gleichschaltung“ im Deutschen Reich. Dadurch wurde es möglich, dass er viele Menschen durch Propaganda für den Krieg begeistern konnte. Seine „Reichskulturkammer“ sorgte für die „Gleichschaltung“ in der Kultur. Nur Mitglieder durften als Kulturschaffende arbeiten. Presse, Rundfunk, Theater, Musik, Bildende Kunst und Film mussten nationalsozialistischen Vorstellungen entsprechen, sonst drohte ein Verbot. Bücher, deren Autorinnen und Autoren jüdisch, kommunistisch oder pazifistisch* waren, waren unerwünscht und wurden öffentlich verbrannt, zB die Werke von Albert Einstein, Thomas Mann, Sigmund Freud, Erich Kästner, Bertolt Brecht oder Bertha von Suttner. M5 Robert Ley (1890–1945), einer der führenden Politiker des Nationalsozialismus, über das Privatleben Q Wenn du schläfst, ist es deine Privatsache, sobald du aber wach bist und mit einem anderen Menschen in Berührung kommst, musst du daran denken, dass du ein Soldat Hitlers bist. Privatleute haben wir nicht mehr. Die Zeit, wo jeder tun und lassen konnte, was er wollte, ist vorbei. (nach: R. Ley, Soldaten der Arbeit, 1938) M6 Massenveranstaltungen der Nationalsozialisten Q Massenveranstaltungen der NS-Propaganda dienten dazu, anschauliche Bilder einer „Volksgemeinschaft“ zu inszenieren, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben und die Deutschen auf den Krieg vorzubereiten. Die Menschen wurden über die Medien, aber auch ganz konkret vor Ort, auf die Person Adolf Hitler und gleichzeitig eine konstruierte Gemeinschaft eingeschworen. (nach: bueckeberg-ggmbh.de/) 1 Untersuche M1, M3 und M4. Erläutere die Wirkung der Bilder. (PMK I, PMKII, PMK III) 2 Fasse M2 zusammen. Beurteile das Menschenbild Hitlers. Nimm Stellung, ob den Menschen in M1 die Aussage in M2 bewusst war. (HOK III) 3 Erkläre mithilfe des Schulbuchtextes die Aussage von M5. (HFK II) 4 Finde heraus, welche Jugendorganisationen es heute in Österreich gibt und welche Ziele sie haben. (PHK II) 5 Erkläre die Propagandawirkung der Begriffe in Anführungszeichen auf dieser Doppelseite. (PUK II) 6 Formuliere mithilfe von M6 und dem Methodenkasten eine eigene Anleitung zum Umgang mit Propagandafotos. (HFK III) 1920 1938 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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