34 Das Ende der Ersten Republik in Österreich M5 Der ermordete Bundeskanzler Engelbert Dollfuß nach dem Attentat im Bundeskanzleramt (Polizeifoto 25.7.1934) M1 Nachruf auf Kanzler Dollfuß Q Dollfuß kam aus dem christlichsozialen Bauerntum. Die Dominante seines staatsmännischen Wirkens war seine katholische Weltanschauung. Darum seine Gegnerschaft gegen den marxistischen Sozialismus, aus dem er den Geist der Gottlosenbewegung, den Geist des bolschewistischen Ostens auf sein Volk herüberwehen sah. Daher sein Widerstand gegen den Nationalsozialismus und dessen antikatholische Einstellung. (nach: Neues Wiener Tageblatt, 26.7.1934) NSDAP in Österreich Ende des 19. Jh. vertrat der deutschnationale Politiker Georg von Schönerer* viele Ideen des späteren Nationalsozialismus: die Überlegenheit der „arischen Herrenrasse“, Ablehnung der „jüdischen Rasse“ und des Katholizismus als „undeutsch“, ein einziges Reich aller Deutschen. Schönerers Reden beeinflussten Adolf Hitler. Die im Mai 1918 gegründete Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei in Österreich war eine völkische, antikapitalistische, antikommunistische und antisemitische Partei. Bis Anfang der 1930-er Jahre war sie eine zerstrittene kleine Gruppe. Erst die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler (1933) brachte der NSDAP in Österreich starken Zulauf. „Illegale“ Nach der Ausschaltung des Parlaments im März 1933 (S.29) hofften die Nationalsozialisten auf Neuwahlen. Als es nicht dazu kam, verübten sie im ganzen Land Sabotage- und Terroranschläge. Die Regierung Dollfuß reagierte mit dem Verbot der NSDAP. Die aus dem Deutschen Reich unterstützten Nationalsozialisten verstärkten nun als „Illegale“ den Terror. Juli-Putsch Am 25. Juli 1934 überfielen ca. 150 Nationalsozialisten das Bundeskanzleramt, als die meisten Minister bereits fort waren. Kanzler Dollfuß flüchtete zu spät. Er wurde durch zwei Schüsse getötet. Auch SA-Männer in den Bundesländern griffen zur Waffe. Doch die Unterstützung durch die Bevölkerung und das Militär blieb aus. Der Putsch schlug fehl, die Anführer wurden hingerichtet. Justizminister Kurt Schuschnigg übernahm das Kanzleramt. Hitler wollte nicht direkt eingreifen, da Mussolini zum Schutz Österreichs Militär am Brenner aufmarschieren ließ. M2 Bericht über die Ermordung von Kanzler Dollfuß Q Die Aufständischen drangen in das Arbeitszimmer des Kanzlers ein und verwundeten ihn durch mehrere Pistolenschüsse schwer. Einige Stunden lag der Kanzler ohne ärztliche Hilfe auf dem Diwan seines Arbeitsraumes, bis er gegen 18 Uhr sein Leben aushauchte. Der Geistliche, der endlich zugelassen wurde, fand ihn tot auf. (nach: Neue Freie Presse, 26.7.1934) M3 Engelbert Dollfuß (Foto 1934) M4 Bundeskanzler Dr. Dollfuß ermordet Q Von Aufrührern, die sich Uniformen von Heeresangehörigen und Polizei verschafft hatten, wurde Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß tödlich verletzt. Der Kanzler musste verbluten, da die Aufrührer das Gebäude besetzt hielten, sodass dem schwerverletzten Regierungschef keine ärztliche Hilfe gebracht werden konnte. Eine Gruppe nationalsozialistischer Terroristen verschaffte sich Eingang ins Radiogebäude. Mit vorgehaltener Pistole zwangen sie den Ansager, eine falsche Meldung über den Rücktritt der Regierung zu verlautbaren. (nach: Illustrierte Kronen Zeitung, 26.7.1934) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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