Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 35 „Achse Berlin – Rom“ Mussolini wollte zusammenhängende italienische Kolonien in Ostafrika schaffen und ließ daher 1935 Abessinien (= Äthiopien) erobern. Die Westmächte erhoben Einspruch. Um nicht isoliert zu sein, verständigte sich Mussolini mit Hitler. Damit verlor Österreich die italienische Unterstützung gegen den zunehmenden Druck Hitlers, Österreich an das Deutsche Reich anzuschließen. Berchtesgaden Im Februar 1938 lud Hitler Schuschnigg zu einer Konferenz nach Berchtesgaden in seine Residenz Berghof, die er häufig für internationale Verhandlungen nutzte. Dort drohte er Schuschnigg mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, sollte er nicht das Verbot der NSDAP in Österreich aufheben und Nationalsozialisten in die Regierung holen. Großbritannien, Frankreich und Italien lehnten es ab, Österreich gegen die Machtübernahme der Nationalsozialisten zu unterstützen. Arthur Seyß-Inquart* Daraufhin übertrug Schuschnigg dem Nationalsozialisten Seyß-Inquart das Innenministerium, setzte aber für den 13. März 1938 eine Volksbefragung über ein „freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Österreich“ an. Hitler drohte wieder mit Einmarsch und zwang Schuschnigg am 11. März 1938 zum Rücktritt. In seiner Abschiedsrede bat er, den einmarschierenden deutschen Truppen keinen Widerstand entgegenzusetzen. Seyß-Inquart wurde für zwei Tage Bundeskanzler und danach „Reichsstatthalter“. M6 Schuschnigg und Hitler in Berchtesgaden D Der Zeitpunkt für eine allgemeine Bereinigung und für eine freie und rückhaltlose Aussprache zwischen den Chefs der beiden beteiligten Regierungen war in den letzten Wochen gekommen. Die beiden haben nun in einer eingehenden und offenen Unterhaltung eine Reihe von Maßnahmen geprüft, die Beziehungen zwischen Österreich und dem Deutschen Reich freundschaftlicher zu gestalten als bisher, eine Entwicklung, die von beiden Seiten aufrichtig gewünscht wird. (nach: Neue Freie Presse, 16.2.1938) M8 Totenfeier für den am 25. Juli 1934 ermordeten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß am Wiener Heldenplatz (Foto 8.8.1934) M7 Regierungsumbildung D Nach Beratungen, die bis in die frühen Morgenstunden andauerten, wird Bundeskanzler Dr. Schuschnigg dem Bundespräsidenten eine Umbildung des Kabinetts vorschlagen. (nach: Neues Wiener Tageblatt, 26.7.1934) Ikonisches Bild Ikonisch bedeutet „anschaulich“ oder „drastisch“. Ein Bild, das den Betrachtenden eine Stimmung oder ein Ereignis und dessen Wirkungen eindringlich vor Augen führt, wird oft gezeigt und kann im Laufe der Zeit ikonisch werden. 1 Erkläre mithilfe von M1 die politische und religiöse Einstellung von Kanzler Dollfuß. (PSK II) 2 Zeige Widersprüche in der Darstellung der Geschehnisse zwischen M2 und dem Schulbuchtext auf. (HFK II) 3 Analysiere das Porträt M3. Erläutere, wie sich der Kanzler hier inszeniert. (PMK II) 4 Begründe mithilfe des Schulbuchtextes, wieso das Bild M5 als ikonisch angesehen werden kann. (PMK II) 5 Verfasse mithilfe des Schulbuchtextes und Informationen aus M2, M4 und M5 eine eigene Darstellung der Ereignisse während des Juli-Putsches. (HFK III) 6 Interpretiere die Inszenierung der Totenfeier (M7). Vergleiche diese Sicht auf Dollfuß mit M1. (HFK III) 7 Stelle mithilfe des Schulbuchtextes fest, welche wesentliche Information in den Zeitungsberichten M6 und M7 fehlt. Nenne mögliche Gründe dafür. (HSK II) 8 Beurteile die Bitte Schuschniggs, auf Gewalt gegen die deutschen Truppen zu verzichten. (PUK III) Ende 19. Jh. 1938 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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