Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 37 Judenverfolgung Jüdische Menschen durften keine Parks, Theater oder Kinos mehr besuchen. Jüdische Beamte, Künstler, Ärzte und Wissenschaftler durften ihre Berufe nicht mehr ausüben. Jüdischer Besitz wie Geschäfte oder Wohnungen wurde „arisiert“. Totalitäres Regime Die Nationalsozialisten gingen hart gegen Menschen, die Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus waren oder von denen sie es dachten, vor: Zehntausende Österreicherinnen und Österreicher unterschiedlicher politischer Richtungen wurden von der „Gestapo“ verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Das Erzählen eines politischen Witzes oder das Hören eines ausländischen Radiosenders konnten im Gefängnis enden. Auf das Verteilen von Flugblättern gegen den Nationalsozialismus stand die Todesstrafe. Es gab aber auch in Österreich Menschen, die Widerstand leisteten. M7 „Anschluss“ Österreichs (Propagandapostkarte, Franz Köck (1886–1975), 1938) M5 Publikum am Heldenplatz: Heinz Kienzl, geb. 1922, hatte eine jüdische Mutter. Q Ich erinnere mich an die jubelnden Massen – wir selbst mussten Teil davon sein, auch wenn ich nie gejubelt habe. Unser Lehrer brachte unsere Klasse zum Heldenplatz, um Adolf Hitler genug Publikum zu bieten. Ja. Der Heldenplatz war bummvoll. Wir waren gute Turner und sind gleich auf die Ringstraßenbäume hinaufgeklettert. Hitler hielt seine Rede, die Menschen schrien. Sie dachten, sie marschieren jetzt mit den Deutschen in ein Paradies, doch sie sind in die Hölle gegangen. (nach: H. Jankowski, Die Presse, 11.3.2018) 1 Erläutere in M1 die Begriffe „Friedensdiktat“, „Missgunst“ und „Unverstand der ganzen Welt“. (PSK II) 2 Arbeite aus M2 die Begründungen Hitlers für den Einmarsch deutscher Truppen in Österreich heraus. Bewerte sie. (PSK II) 3 Untersuche M3 nach der Methode auf S.32. (PMK I, PMK II, PMK III) 4 Erkläre, was das Propagandawort „Gleichschaltung“ für die Betroffenen bedeutete. (PSK II) 5 Finde heraus, was in M4 die Begriffe „proklamieren“, „Bollwerk“ und „Mission“ bedeuten. Erläutere, wie Hitler die Rolle Österreichs in der Vergangenheit und dessen künftige Verantwortung darstellt. (HOK II) 6 Fasse M5 und M6 zusammen. Untersuche, was die Erzählenden vom Nationalsozialismus halten. (HMK III) 7 Interpretiere M7. Erläutere, worin die Propaganda in dieser Darstellung besteht. (PMK III) M6 Aus dem Tagebuch der Lehrerin Karola V. aus Zell am See Q 12. März 1938: Alle Landes- und Bezirkshauptleute sind ihres Amtes enthoben. Um acht Uhr ging der Fackelzug los, die Schule mit den Lehrern, SA und SS, Frauenschaft, Bund deutscher Mädchen und eine Menge anderer Leute. Fast ganz Zell war auf den Beinen. Mit „Sieg Heil“- und „Heil Hitler“-Rufen zogen wir durch die beflaggte Stadt. 14. März 1938: Heute kam Frau J. mit der herrlichen Nachricht: Der Anschluss ist bereits vollzogen! Wir waren ganz sprachlos vor Freude. Am Vormittag kam eine Schar Flugzeuge, die kühne Schleifen über den See und die Stadt zogen. Am Nachmittag wird Hitler in Wien sprechen. Viele Juden wollten bereits die Stadt verlassen, doch wurde ihnen das Geld vorher abgenommen. 15. März 1938: Seit Sonntag ist herrliches „Hitler-Wetter“. Vormittags sprach Hitler auf dem Heldenplatz, Nachmittag war große Truppenparade. (nach: Salzburger Nachrichten, 9.3.2013) 1938 1945 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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