Zeitbilder 4, Schulbuch

4 So arbeitest du mit dem Buch „Zeitbilder“ Damit du dich in deinem neuen Geschichtebuch besser zurechtfinden kannst, gibt es hier einen kurzen Wegweiser: 102 103 Wir trainieren Kompetenzen 1945 M1 Plakat Sozialistische Partei 1945 M5 Plakat Kommunistische Partei 1945 M6 Plakat Österreichische Volkspartei 1945 M2 Bundeskanzler Leopold Figl, Regierungserklärung vor dem Nationalrat, 21.12.1945 Q Es wird heuer leider kein Weihnachten sein, so wie wir es gerne haben möchten. Auf den Christbäumen, so wir welche haben, wird ein schönes Päckchen voll Sorgen hängen. Trotzdem wollen und dürfen wir an diesem Weihnachtsabend, wo zum ersten Mal wieder die Kerzen in einem neuen demokratischen Österreich leuchten, versprechen, dass wir Stück um Stück und Stein um Stein gemeinsam zusammenlegen können für den Neuaufbau unseres geliebten Österreichs. Und nun wollen wir an die Arbeit gehen. (nach: bundeskanzleramt.gv.at) M3 Bundeskanzler Leopold Figl, Weihnachtsrede 1945 Q Ich kann euch zu Weihnachten nichts geben, ich kann euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle zum Heizen, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann euch nur bitten: Glaubt an dieses Österreich. (nach: mediathek.at) Neutralität 4 Fasse jeden der drei Standpunkte mit eigenen Worten zusammen. Definiere die Bezeichnungen „Mythos“ und „Feigheit“ in diesem Zusammenhang. Stelle fest, ob und in welcher Rolle die NATO erwähnt wird. Erkläre mithilfe der drei Texte den Unterschied zwischen militärischer und politischer Neutralität. (PSK II) M7 PRO: Ein lebendiger Mythos – Conrad Seidl D Kaum etwas definiert das Selbstverständnis der Republik Österreich so deutlich wie die Neutralität. Gern wird erzählt, dass der Zweiten Republik von der russischen Besatzungsmacht 1955 die Neutralität als Preis für deren Abzug aufgedrängt worden sei. Das ist nur ein Teil der Wahrheit – in Wirklichkeit taucht sie ein Jahrzehnt vorher in einem Memorandum von Heinrich Raab, dem Bruder des Staatsvertragskanzlers Julius Raab, auf. Ein Mythos ist auch, dass uns die Neutralität ewigen Frieden bringe – den verdanken Nationen kluger Außenpolitik und adäquater militärischer Stärke. Der Nutzen der Neutralität liegt in ihrem staatstragenden Mythos: Gerade das Bundesheer hat daran kräftig mitgewirkt, um halbwegs ausgerüstet zu werden. Politiker aller Couleur haben mit unterschiedlichen Akzenten den Faden weitergewoben – mit flexibler Handhabung funktioniert die Neutralität sehr gut. So bleibt der nationale Mythos lebendig – und Österreich frei von Bündnissen und militärischen Stützpunkten fremder Nationen. (nach: Der Standard, 19.11.2022) M8 NEUTRAL: Es ist, was es ist – Katharina Mittelstaedt D Österreich ist ein durch und durch neutrales Land. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die Neutralität in Österreich immerwährende Popularität genießt: In einer Standard Umfrage vom Mai erklärten 71% der Befragten, dass das Land neutral bleiben soll. Es gibt allerdings auch gute Argumente gegen die heimische Neutralität. Allein könnte das heimische Heer das Land nicht verteidigen. Längst nimmt Österreich ohnehin an Auslandseinsätzen teil und kooperiert mit der NATO. Aktuell denkt die Regierung sogar über eine Beteiligung am europäischen Luftabwehrsystem Sky Shield nach. Ob sich das mit der Neutralität vereinbaren ließe? Wenn Österreich möchte, werden Wege gefunden, sagen Militärexperten. Die Neutralität sei oft nicht mehr als eine Frage der Auslegung. Solange sich in der Bevölkerung nicht überraschend die Stimmung dreht, wird sich die Politik hüten, etwas zu ändern. Es ist, was es ist, sagen gelernte Österreicher. (nach: Der Standard, 19.11.2022) M9 KONTRA: Schluss mit der Feigheit – Michael Völker D Die Neutralität wurde uns von den Russen vorgegeben. Das spricht nicht gegen die Neutralität, wird aber gerne vergessen. Die Neutralität, so wie wir sie anwenden, ist in erster Linie eines: feig. Österreich versucht mit einer Tarnkappe durch die weltpolitischen Unwegsamkeiten zu steuern. Aber gerade der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat gezeigt, dass Österreich nicht neutral ist, nicht neutral sein kann und es hoffentlich auch nicht sein will. Wir stehen an der Seite der Ukraine und beziehen klar gegen den Aggressor Position. Das ist nicht neutral, das ist eine anständige und aufrechte Position. Österreich verlässt sich auf die Staaten, die es umgeben. Irgendwer wird uns schon beschützen. Das ist unredlich. Österreich soll sich deklarieren, sich einbringen und aktiv an einem Bündnis teilnehmen. Das muss nicht zwangsläufig die NATO unter amerikanischer Dominanz sein. Das wäre im Idealfall ein europäisches Bündnis, das auf eine gemeinsame Verteidigung, ein gemeinsames Heer, eine gemeinsame Strategie setzt. (nach: Der Standard, 19.11.2022) 1 Beschreibe die drei Wahlplakate. Erläutere, welche Erinnerungen und Ängste M1 und M5 ansprechen. Erkläre den Unterschied zu M6. (PMK II) 2 Vergleiche die Ausschnitte der beiden Reden M2 und M3. Erkläre, wie darin Probleme und Hoffnungen zum Ausdruck kommen. Beurteile die Botschaft des neuen Kanzlers vor dem Nationalrat und dem Volk. (PMK III) 3 Erläutere die Ansichten des Zeichners über politische Koalitionen (M4). Bewerte seine Sichtweise mithilfe des Schulbuchtextes auf S. 87. (PMK III) M4 Koalition (Karikatur, Schwarwel, 4.7.2010) 114 Anwendungsbereich 7: Aspekte von Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert 115 1968 heute Aktuelle Konflikte M1 OSZE Hamburg (Karikatur, RABE, 9.12.2016) M4 Kalter Krieg in der Ukraine (Karikatur, Kostas Koufogiorgos, 19.1.2022) Atomsperrvertrag und Abrüstungsverträge Der Atomwaffensperrvertrag (1968) sollte atomare Aufrüstung und Weitergabe von Kernwaffen verbieten. Er wurde bisher von 191 Staaten unterzeichnet (Stand 2025). Die Atommächte Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan sind keine Mitglieder. Seit 1972 schlossen die USA und die UdSSR Abkommen über Rüstungsbegrenzungen (Vernichtung aller Mittelstreckenraketen, Verringerung atomarer Sprengköpfe, Verringerung der Truppenstärken in Europa). Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Ab 1973 versuchten europäische Staaten, die USA, Kanada und die UdSSR, sich durch Beratungen politisch anzunähern und eine Vertrauensbasis zu schaffen. 1975 unterzeichneten sie die „Schlussakte von Helsinki“. Darin verpflichteten sie sich zu friedlicher Konfliktlösung, Anerkennung bestehender Grenzen, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der Staaten sowie zur Einhaltung der Menschenrechte. Weitere Konferenzen überprüften, ob die Schlussakte eingehalten wurde. Mit dem Ende des Kalten Kriegs endete auch die KSZE. Mit Sitz in Wien hat die Nachfolgeorganisation der KSZE 57 Mitglieder und elf außereuropäische Partnerstaaten. Sie arbeitet für Frieden und Sicherheit. M2 Atomwaffensperrvertrag Artikel I Q Jeder Kernwaffenstaat, der Vertragspartei ist, verpflichtet sich, Kernwaffen und sonstige Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber an niemanden weiterzugeben und einen Nichtkernwaffenstaat weder zu unterstützen noch zu ermutigen noch zu veranlassen, Kernwaffen oder sonstige Kernsprengkörper herzustellen oder sonst wie zu erwerben oder die Verfügungsgewalt darüber zu erlangen. (nach: ris.gv.at) M3 Der Ukrainer Pjotr (16) erzählt. O Ich stamme aus Charkiw. Meine Mutter ist Ukrainerin, mein Vater Russe. Mit den Angriffen Russlands hatten wir nicht gerechnet. Plötzlich war es mir peinlich, Halbrusse zu sein. Mama und Oma arbeiteten im Reha Zentrum. Am 24.2.2022 um fünf Uhr früh kam die Nachricht vom Angriff auf unsere Stadt. Schnell packten wir und flohen in den Keller des Reha Zentrums. Uns Kindern wurde gesagt, dass alles gut würde, aber wir durften nicht hinauf. Nur die Erwachsenen gingen einkaufen. Russische Panzer kamen in die Stadt, alle mussten im Keller bleiben. Nachrichten gab es nur über soziale Netzwerke. Kämpfe sah ich nicht, aber wir konnten die Flugzeuge hören. Ein paar Tage später war es plötzlich ruhiger, und wir verließen den Keller. Es gab auch Züge Richtung Westen, aber dort durften keine Haustiere mitfahren. Ein Freund mit einem Auto fuhr nach Westen. Wir haben nicht lange nachgedacht und fuhren mit. Unser Hund durfte auch mit, da es unvorstellbar war, ihn zurückzulassen. Vier Tage waren wir unterwegs und durften in Kindergärten und Schulen schlafen. An der Grenze trafen wir auf österreichische Hilfe. Meine Freunde sind jetzt auf viele Länder verteilt. Ich finde es sehr nett von allen Menschen, die uns geholfen haben. Wir hatten trotz allem Glück. Ob ich jemals zurückkann, weiß ich nicht: Es gibt keine Arbeit in der Ukraine. Außerdem hätte ich als Halbrusse in der Ukraine Schwierigkeiten. Aber vor den Russen habe ich Angst. (Oral History, Gespräch mit Pjotr, 2023) Rüstungsausgaben Die Militärausgaben betrugen im Jahr 2024 weltweit mindestens 2,5 Billionen Dollar. Davon gaben die USA etwa 900 Mrd. Dollar aus. China liegt mit ca. 300 Mrd. an zweiter Stelle. Die Entwicklung neuer Waffensysteme verursacht enorme Kosten. Waffenverkäufe sind aber ein sehr gutes Geschäft. USA US Präsident George Bush sen.* verkündete nach dem Ende des Kalten Krieges eine neue Weltordnung. Unter der Führung der USA sollten alle Staaten der Welt in Frieden und Freiheit leben können. Dazu kam es nicht. Seit 1990 gab es jährlich weltweit 20 bis 35 kriegerische Konflikte, in denen Millionen Menschen getötet oder vertrieben wurden. Unter US Kommando führte die NATO auch ohne Zustimmung der UNO einen Luftkrieg gegen Serbien (1999). Als islamistische Terroristen am 11. September 2001 das New Yorker World Trade Center zum Einsturz brachten (9/11), riefen die USA zum Krieg gegen den Terror auf. Anschließend wurde im Auftrag der UNO das Taliban Regime in Afghanistan gestürzt. Im Jahr 2003 führten die USA ohne UNO Zustimmung einen weiteren Krieg gegen den Irak und stürzten Diktator Saddam Hussein. Russland Schon Ende 2021 gab es im Westen Befürchtungen, Russland könnte eine Invasion in die Ukraine planen. Der russische Präsident Putin hatte seit Jahren einen Stopp der NATO Osterweiterung gefordert, die er als Bedrohung für Russland sah. Invasionspläne bestritt er. Doch am 24. Februar 2022 begann die russische Invasion in die Ukraine. Seitdem (Stand 2025) führt Russland mit Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung und Zerstörung einen Angriffskrieg. NATO und EU M5 Nachruf auf George Bush senior D Seine Präsidentschaft endete vor mehr als einem Vierteljahrhundert. Das ist eine halbe Ewigkeit. Die Welt befand sich im Um und Aufbruch. Hoffnungen auf eine friedliche, geeinte Welt blühten auf. Es nützt nichts, der Welt, die Bush Senior hinterließ, nachzutrauern. Nostalgie muss sich in Behauptungswillen verwandeln. Trump, Putin und Xi sollten auf Europäer wie eine Eisdusche nach dem Mittagsschlaf wirken, als radikale Wachmachkur. Denn sie haben ja etwas zu verteidigen, ihre Werte, die liberale Demokratie. (nach: Tagessspiegel, 6.12.2018) M6 Zerstörungen durch russische Soldaten in der Ukraine (Foto 2023) beschlossen weitreichende Sanktionen gegen Russland. Viele Menschen flohen ins Ausland oder in den Westen der Ukraine. Die Ukraine erhält humanitäre Hilfslieferungen, aber auch Waffenlieferungen vor allem aus den USA, Großbritannien, Polen und Deutschland. Wiederholt droht Putin auch mit dem Einsatz atomarer Waffen. Volksrepublik China, Afrika, Naher Osten China erkennt die Autonomie des westlich orientierten Inselstaates Taiwan nicht an und sieht das mit den USA verbündete Land als chinesische Provinz. Immer wieder provoziert China durch Seemanöver und Spionageballons Taiwan und die USA. Die Kolonialmächte zogen in Afrika willkürliche Grenzen ohne Rücksicht auf Kulturen und Sprachen der Bevölkerung. Das führte zu vielen Kriegen in und zwischen den mittlerweile unabhängigen Staaten. Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern sind nach wie vor (Stand 2025) nicht beigelegt. Provokationen am Tempelberg von Jerusalem, der Bau israelischer Siedlungen in Palästinensergebieten und Angriffe auf Israel vom Gazastreifen aus führen immer wieder zu gewalttätigen und kriegerischen Auseinandersetzungen. 1 Analysiere mithilfe von M1, wie der Zeichner das OSZETreffen in Hamburg sieht. Erläutere die abgebildeten Symbole. (PSK II) 2 Fasse M2 in eigenen Worten zusammen. Erläutere das Ziel des Atomwaffensperrvertrags. (PSK II) 3 Arbeite Pjotrs Probleme aus M3 heraus. Nimm Stellung, wie es dir in so einer Situation ginge. (HOK III) 4 Beurteile die Aussage der Karikatur M4 im Jänner 2022. Erläutere auch, warum der Zeichner den Begriff „Kalter Krieg“ verwendet. (PMK III) 5 Vergleiche mithilfe von M5 die Stimmung der Menschen nach dem Ende des Kalten Kriegs mit der heutigen. Erkläre, wovor der Verfasser warnt. (PSK II) 6 Erzähle, was einem Kind passiert sein könnte, sodass sein Teddy (M6) liegen bleibt. (PUK III) 7 Recherchiere, wie es zur Abspaltung Taiwans von der VR China kam. (PSK II) 8 Recherchiere die aktuelle Lage im Nahen Osten. (PSK II) 23 22 Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus M1 Benito Mussolini besucht am 25. September 1937 Adolf Hitler in Berlin. Sie nehmen an einer Militärparade teil. (Farbillustration, 1937) p6ka74 In diesem Kapitel erfährst du über: • die Kommunistische Diktatur in der Sowjetunion (Russland). • faschistische Diktaturen in Italien, Österreich und im Deutschen Reich (Nationalsozialismus). • das Ende der Ersten Republik und den Nationalsozialismus in Österreich. • das Leben der Menschen in Diktaturen. • die Vorgeschichte, den Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkriegs. 1 Sprecht in der Klasse darüber, was ihr bereits über Faschismus, Nationalsozialismus oder Kommunismus wisst. Schreibt Schlagwörter zu diesem Thema auf ein Plakat. (HFK II) 2 Beschreibt das Bild M1. (HMK I) 3 Diskutiert, was der Künstler oder die Künstlerin damit aussagen wollte. (HMK III) 1921 Gründung der ersten faschistischen Partei Europas in Italien 1921 Friede von Versailles 1922 Gründung der UdSSR In Italien gelangt Mussolini an die Macht. 1924 Stalin wird Nachfolger von Lenin. 1933 Nationalsozialistische Machtübernahme im Deutschen Reich: Hitler wird „Führer und Reichskanzler“. ab 1934 Austrofaschismus unter Dollfuß und Schuschnigg 1935 / 1936 Achse Berlin – Rom 1936–1939 Spanischer Bürgerkrieg 12. März 1938 „Anschluss“ Österreichs 1. September 1939 Deutsche Truppen greifen Polen an. 22. Juni 1941 Das Deutsche Reich greift die Sowjetunion an. 7. Dezember 1941 Japan greift Pearl Harbor an. August 1942– Februar 1943 Schlacht um Stalingrad 6. Juni 1944 DDay 8. Mai 1945 Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa 6. und 9. August 1945 Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki 29. September 1938 Münchner Abkommen 15. März 1939 Besetzung der Tschechoslowakei Auftaktseiten Jedes der sechs Großkapitel dieses Buches beginnt mit zwei besonders gestalteten Seiten, den Auftaktseiten. Bild, Text und Zeitleiste sollen dir einen ersten Eindruck davon geben, was dich in dem folgenden Kapitel erwartet. Diese Seiten wollen auch deine Neugier wecken. 166 Anwendungsbereich 11: Medien und politische Kommunikation in Gegenwart und Zukunft 167 167 Auf einen Blick Wir trainieren Methoden Menschen-, Grund- und Freiheitsrechte Menschenrechte gelten für alle Menschen, Grundrechte schützen Menschen im Staat vor staatlicher Willkür. Kinderrechte: Gesetzlich verankert sollen sie eine lebenswerte Umgebung für alle Kinder schaffen. Minderheitenrechte schützen in Österreich die Rechte von Volksgruppen, zB Sloweninnen und Slowenen, Kroatinnen und Kroaten, Ungarinnen und Ungarn sowie Roma und Sinti. Politische Mitbestimmung politische Vertretungen: Nationalrat, Landtag, Gemeinderat / Bezirksparlament, Bundespräsidentin / Bundespräsident, EU Parlament Wahlberechtigte: Österreicherinnen und Österreicher, Bürgerinnen und Bürger eines Bundeslandes, Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde, EU Bürgerinnen und EU Bürger Parlament, Landtage und Jugendschutz drei Gewalten im Staat: Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Verwaltung), Judikative (Rechtsprechung) Parlament: Nationalrat (Abgeordnete der Parteien) und Bundesrat (Ländervertretung) Landtage = Landesparlamente der neun Bundesländer Jugendschutzgesetze sind Landesgesetze, bei Ausgehzeiten, Rauchen und Alkohol sind sie seit 2019 bundeseinheitlich geregelt. Bürgerbeteiligung (direkte Demokratie) Volksbegehren: Wahlberechtigte verlangen eine Diskussion im Nationalrat. Volksabstimmung: Der Nationalrat bzw. die Regierung fragen die Wahlberechtigten über ein Gesetz. Volksbefragung: Der Nationalrat fragt die Wahlberechtigten vor einem Gesetzesbeschluss. Medien und politische Kommunikation Radio → Fernsehen → Internet → Mobilfunk Social Media: Vorteile sind zB eine rasche Informationsweiterleitung und die Möglichkeit, sich weltweit zu vernetzen. Nachteile sind zB Hasspostings, Shitstorms oder Fake News. Öffentlichkeitsarbeit der Politik: Fernsehen und soziale Medien Künstliche Intelligenz schafft ua vermeintlich „echte“ Fotos. Ich kenne Menschen , Grund – und Freiheitsrechte sowie demokratische Werte. Ich kann erklären, wer in Österreich welche politischen Vertretungen wählen darf. Ich kann die Aufgaben der politischen Vertretungen benennen. Ich kenne den Aufbau des Parlaments und der Landtage sowie Jugendschutzgesetze. Die Elemente der direkten Demokratie in Österreich sind mir ein Begriff. Ich weiß, dass soziale Medien Vor , aber auch Nachteile haben, und verstehe, wie sie von der Politik genutzt werden. Ich kann politische Reden analysieren und interpretieren. M1 Alexander Van der Bellen hält am 6. Oktober 2021 im Rahmen des Festaktes zum 75-jährigen Jubiläum er Austria Presse Agentur im Wiener Arsenal die Rede „Fundamente des Rechtsstaats“. 1 Analysiere und interpretiere M1 und M2 nach der Methode auf S.160. (PMK I, PMK II, PMK III) Nenne das Thema und beschreibe die Art der Rede. Analysiere den Inhalt. Ermittle Schlüsselwörter, Argumente, Gliederung und Wahrheitsgehalt. Stelle fest, wer die Rede in welcher Absicht gehalten hat. Finde heraus, wer die Rede hörte und ob sie schriftlich veröffentlicht wurde. Analysiere, ob informiert oder an das Publikum appelliert wird. Stelle fest, wann, wo und zu welchem Anlass die Rede gehalten wurde. Erörtere das Ziel der Rede. Bewerte die Rede (Vortrag und Inhalt) aus heutiger Sicht. Überprüfe, inwieweit Alexander Van der Bellen durch die Geste in M1 den Inhalt von M2 verdeutlicht. 2 Höre die Rede M3 auf Youtube an. Vergleiche sie mit dem Statement in M1 und M2 vom 6.10.2021. Überprüfe, inwieweit sich seine Sicht auf die Ereignisse ändert. (PMK III) 3 Arbeite aus M3 heraus, wie Alexander Van der Bellen die Notwendigkeit seiner Rede an das Volk begründet. (PMK II) M3 „Unsere Demokratie ist gerüstet für alle möglichen Situationen, so auch für diese.“ (Rede vom 8.10.2021, https://www.youtube.com/watch?v=OFvhk5CGCDM&t=13s; Suchbegriffe: Demokratie – gerüstet – Van der Bellen – Rede; Screenshot 4.9.2023) 10.12.1948 1955 1958 1967 1989 Gründung des ORF ORF Fernsehen ORF Farbfernsehen UN: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte UN Kinderrechtskonvention 1991 1994 1996 2019 2024 Start des Internets erstes digitales Mobilfunknetz in Österreich erstes Smartphone ORF Haushaltsabgabe bundeseinheitliche Regelung mancher Jugendschutzgesetze M2 Rede „Fundamente des Rechtsstaats“ am 6.10.2021 Q Wir sind heute Zeugen eines doch sehr ungewöhnlichen und schwerwiegenden Vorganges geworden. Es gab Hausdurchsuchungen, und die Staatsanwaltschaft ermittelt in einer neuen Causa. Gerade bei solchen Vorgängen ist es wichtig, sich auf die Fundamente unseres Rechtsstaates zu besinnen: Dazu zählen die Gewaltentrennung zwischen Legislative, Exekutive und Justiz. Es ist Aufgabe der Staatsanwaltschaften, Verdachtsmomenten, unabhängig vom Ansehen der Person, nachzugehen, sowie Belastendes und Entlastendes zu ermitteln. Momentan wissen wir nur, dass es Erhebungen der Staatsanwaltschaften gibt. Es ist das gute Recht jedes Betroffenen, öffentlich seine eigene Meinung zu den ihn betreffenden Erhebungen zu äußern. Und es ist selbstverständlich erlaubt, sachliche Kritik an der Justiz zu üben. Der von einem Abgeordneten geäußerte Generalverdacht der Parteilichkeit gegenüber der Staatsanwaltschaft jedoch zeugt von mangelndem Respekt vor der Bundesverfassung. Das ist eine unzulässige Grenzüberschreitung. Im Sinne der Gewaltentrennung müssen die Strafverfolgungsbehörden unbeeinflusst arbeiten können. Unsere liberale Demokratie, der Rechtsstaat und die unabhängige Arbeit der Justiz sind für unsere Republik zentral. (nach: bundespraesident.at) Auf der Zeitleiste sind wesentliche Ereignisse der behandelten Epoche oder des Themas eingetragen. Themenseiten Jedes Großkapitel umfasst mehrere Einzelthemen, die in der Regel auf jeweils einer Doppelseite bearbeitet sind. Textzeugnisse aus der Geschichte oder Tatsachenberichte sind in Kästchen hervorgehoben. Ein Sternchen tragen alle die Namen und Begriffe, die am Schluss des Buches wie in einem Lexikon erklärt werden. Auf einen Blick Die Zusammenfassungen am Ende eines jeden Großkapitels wollen dir zeigen, was du aus diesem Abschnitt der Zeitbilder in Erinnerung behalten solltest. Wir trainieren Kompetenzen Am Ende eines Großkapitels findest du ein Kompetenztraining. Es gibt dir die Möglichkeit, deine erworbenen Kenntnisse anzuwenden. Wir trainieren Methoden Am Ende eines Großkapitels findest du ein Methodentraining. Es gibt dir die Möglichkeit, deine erworbenen Kenntnisse anzuwenden. Der Zeitstreifen zeigt dir, welcher Zeitraum auf der Doppelseite behandelt wird. Am Ende jeder Doppelseite findest du Fragen und Arbeitsaufträge. Hier fordern wir dich auf, die im Buch vorher dargestellten Informationen zu überdenken, zu wiederholen, zusammenzufassen oder deine Meinung zu einem Thema zu äußern. Q Quellentexte, also Texte, die uns aus vergangenen Zeiten zur Verfügung stehen O Oral history, also Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. D Darstellungen von Geschichte Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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