Zeitbilder 4, Schulbuch

42 Jugendliche in Diktaturen des 20. Jahrhunderts M1 Stalin mit einem kleinen Buben bei einem Moskauer Sportfest (Foto 1946) M4 Hitler mit einem kleinen Buben (Foto Eva Braun (1912–1945), 1930) M5 Mussolini zeichnet einen Buben der Balilla aus. (Foto 1940) Diktatoren und Kinder Diktatoren zeigten sich auf Propagandaplakaten und Fotos häufig mit Kindern und Jugendlichen. So wollte sich der Diktator als „Vater des Volkes“ zeigen. Erziehung Diktatoren achten darauf, Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer Ideologie zu erziehen. Sie sollen keine eigenen Ideen und keine Toleranz gegenüber Andersdenkenden entwickeln. Jugendorganisationen Um dies sicherzustellen, gründeten Diktatoren Jugendorganisationen. Meist war es Pflicht, dabei zu sein. Die Kinder wurden im Sinne der Partei beeinflusst. Uniformen, Rituale und Symbole (Fahnen, Abzeichen, Grußformeln, Lieder) stärkten das Gemeinschaftsgefühl. Sportveranstaltungen, Spiele und Ausflüge sollten die jungen Leute begeistern, dienten aber auch der Vorbereitung auf einen zukünftigen Militäreinsatz. Wer sich in einer Jugendorganisation besonders bewährte, konnte später Karriere in Politik oder Militär machen. Komsomol Anders als faschistische Jugendorganisationen war der sowjetische Komsomol anfangs keine Massenorganisation. Nur wenige kluge, fleißige und für den Kommunismus begeisterte Jugendliche durften Mitglieder des Komsomol werden. Sie hatten später in der UdSSR wichtige Positionen in Politik und Wirtschaft. Sie sollten tatkräftig mithelfen, das Land in eine kommunistische Gesellschaft umzuwandeln. Tätigkeiten für den Staat Die Mitglieder des Komsomol arbeiteten bei der Kollektivierung und Industrialisierung mit. Die Hitlerjugend half bei der Ernte und sammelte Geld für das Winterhilfswerk, Altmetall und Altpapier. Der Reichsarbeitsdienst war zunächst für Burschen, dann auch M3 Hitler über Erziehung (1940) Q Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. Es wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Sie sollen mir in den schwierigsten Proben die Todesfurcht besiegen lernen. Das ist die Stufe der heroischen Jugend. Aus ihr wächst die Stufe des Gottmenschen. (nach: H. Steinhaus, Hitlers Pädagogische Maximen, 1981) Italien NS-Deutschland Ständestaat Österreich 1922–1943 1933–1945 1933–1938 Jugendorganisation Balilla Hitlerjugend Österreichisches Jungvolk Pflichtmitgliedschaft ja ja nein, aber es war vorteilhaft Uniform (für Buben) schwarzes Hemd, Fez, hellblaues Halstuch brauner Blouson, schwarzes Halstuch mit Lederring, schwarze Kniebund- oder kurze Hose olivgrünes Hemd, schwarze Krawatte, grüne Mütze Alter 6–18 10–18 6–18 vormilitärisch (für Buben) ja ja ja Motto glauben – gehorchen – kämpfen „Blut und Ehre“ M2 Faschistische Jugendorganisationen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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