Zeitbilder 4, Schulbuch

Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 45 Die Welle – ein Experiment Anfälligkeit für Diktaturen heute Manche sehen auch heute noch Diktaturen positiv. Experimente haben gezeigt, dass Menschen für diktatorische Systeme anfällig sind. Ein berühmtes Experiment fand 1967 an einer High School in Kalifornien statt. Damals fragten Schülerinnen und Schüler ihren Geschichtelehrer, warum sich die Deutschen nicht gegen die brutale Nazi-Herrschaft gewehrt hätten. Daraufhin führte der Lehrer mit ihnen ein Experiment durch. Morton Rhue schrieb über dieses Experiment 1981 den Roman „Die Welle“ („The Wave“). „Die Welle“ – der Film (2008) Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel drehte 2008 darüber den Film „Die Welle“. Die Handlung versetzte er in die deutsche Gegenwart: An einem Gymnasium gestaltet ein Lehrer eine Projektwoche zum Thema „Staatsform Autokratie“ (d.h. Diktatur). Nachdem die Schülerinnen und Schüler seine Frage: „Ihr seid also der Meinung, dass eine Diktatur bei uns nicht mehr möglich wäre?“ bejahen, beginnt er sein Experiment. Er will den Schülerinnen und Schülern begreiflich machen, wie eine Diktatur entsteht. Zunächst beginnt der Versuch harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft. Schon nach wenigen Tagen aber entwickelt sich eine richtige „Bewegung“ – „Die Welle“. Sie hat einen „Führer“, eine Art Uniform, ein Symbol. Bald werden Andersdenkende ausgeschlossen, es kommt zu Gewalt, die „Welle“ gerät außer Kontrolle, … M19 Plakat zum Film „Die Welle“ (Regie: Dennis Gansel, Deutschland 2008) M18 Nachspiel von „Die Welle“ läuft aus dem Ruder Q In einer 4. Klasse wird im Deutschunterricht das Buch „Die Welle“ durchgenommen, anschließend wird der gleichnamige Film vorgespielt. Einige 13 und 14 jährige Schüler spielten „Die Welle“ in den Pausen nach. Im Gymnastikraum schlüpften manche in die Rolle von SS Männern, während andere die Rolle der Juden übernahmen. Letztere wurden als „Drecksjuden“ beschimpft, umhergeschubst und in einem Lagerraum für Turngeräte „eingesperrt“. Einer der Schüler kristallisierte sich als „Führer“ heraus und wandelte den „Hitler Gruß“ in einen eigenen Gruß seiner Person um. Wer sich weigerte, sei in die so genannte „Gaskammer“, den Mattenraum hinter dem Gymnastikraum, gesperrt worden. Das Spiel läuft tagelang in den Pausen, in denen offenbar keine Lehrkraft die Aufsicht führt. Erst weil das Gebrüll immer lauter wird und nach außen dringt, tritt eine Lehrerin auf den Plan und bekommt mit, was da läuft. (nach: R. Peyerl, Kurier, 8.8.2018) 1 Interpretiere M12. Vergleiche Hans‘ Gesichtsausdruck mit jenem des Buben in M9 auf S.43. (HMK III) 2 Arbeite aus M13 heraus, wie Werner Mork seine Zeit bei der HJ im Nachhinein beurteilt. (PUK II) 3 Überprüfe, welches Interview auf S. 44 die Situation auf dem Foto M14 beschreibt. (HFK III) 4 Erläutere mithilfe von M15, warum ein derartiger Führungsstil heute undenkbar ist. (PSK II) 5 Erzähle mithilfe von M16 und M17, wie es den beiden Mädchen bei der Hitlerjugend ergangen ist. (HMK III) 6 Diskutiert, ob Filme wie „Die Welle“ aufgrund von Vorfällen wie im Zeitungsbericht M18 dargestellt im Unterricht verboten werden sollten oder nicht. (HOK III) 7 Analysiere die folgenden Filmsequenzen aus „Die Welle“: Min. 11:00–13:22: Ermittle die genannten Merkmale für Diktaturen im Lehrer–Schüler-Gespräch. Min. 14:10–17:48: Arbeite die Voraussetzungen für Diktaturen, die hier genannt werden, heraus. Beschreibe Verhaltensweisen zum Motto „Macht durch Disziplin“. Min. 27:30–34:05: Arbeite heraus, welches Verhalten mit „Macht durch Gemeinschaft“ gemeint ist. Min. 37:00- 52:00: Beschreibe, was die Jugendlichen hier unter „Macht durch Handeln“ verstehen. Fasse zusammen, welche Verhaltensweisen und Symbole in diesem Film typisch für faschistische Diktaturen sind. Bewerte den Film „Die Welle“. (PHK III) 1934 heute Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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