Zeitbilder 4, Schulbuch

46 Der Weg in den Zweiten Weltkrieg M1 Karikatur (anonym, St. Louis, USA, 1930) M4 Wahlplakat zur Reichstagswahl 1928 Nationalismus Viele Deutsche empfanden den Friedensvertrag von Versailles nach dem Ersten Weltkrieg als Demütigung: Übernahme der Kriegsschuld, Gebietsabtretungen und hohe Reparationen trafen ihren Nationalstolz. Das schwierige Verhältnis zu Frankreich wurde noch schlechter. Auch Versöhnungsversuche änderten das nicht: Im Vertrag von Locarno* (1925) erklärten Deutschland und Frankreich, in Zukunft auf Kriege gegeneinander zu verzichten. Deutschland erkannte die Grenzziehung durch den Versailler Vertrag an. 1926 trat Deutschland dem Völkerbund bei. Doch der Nationalismus in Deutschland wurde stärker, nationale Parteien wurden größer. Japanischer Imperialismus Japan hatte sich bis zum Ersten Weltkrieg zur führenden Großmacht in Ostasien entwickelt. Als Siegermacht im Ersten Weltkrieg konnte es seine Machtstellung im pazifischen Raum weiter ausbauen. Japanische Truppen besetzten Teile Chinas, zB 1931 die rohstoffreiche Mandschurei. Als der Völkerbund das verurteilte, trat Japan aus und begann einen Krieg gegen China. Das faschistische Italien Mussolini wollte Italien durch Kolonien zu einer Großmacht machen (S.28). Er erinnerte gerne an das antike Reich der Römer rund um das Mittelmeer. Deshalb ließ er 1935/36 das Kaiserreich Abessinien (Äthiopien) erobern. Der Völkerbund forderte daraufhin seine Mitglieder auf, keine Rohstoffe mehr an Italien zu liefern. Daher kam es zur Annäherung zwischen Mussolini und Hitler, der Italien mit Rohstoffen unterstützte. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs eroberten italienische Truppen auch Albanien. Spanien Hitler und Mussolini leisteten militärische Hilfe im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939). Sie unterstützten den Aufstand von General Franco gegen die demokratisch gewählte Regierung mit Truppen und neu entwickelten Waffen. Auf Regierungsseite kämpften Freiwillige, Sozialisten und Kommunisten aus aller Welt. Franco siegte und errichtete eine faschistische Diktatur. Aufrüstung Seit der Machtübernahme (1933) sprach Hitler von seinem Wunsch nach Frieden. Doch er plante, „Lebensraum im Osten“ zu erobern. Ab 1935 begann Deutschland aufzurüsten. Die deutschen Rüstungsausgaben bis zu Kriegsbeginn waren höher als die Ausgaben der USA, Großbritanniens und Frankreichs zusammen. Allgemeine Wehrpflicht und die Entwicklung und Produktion von Waffen sollten Deutschland kriegstauglich machen. M2 Hitler 1935 im Reichstag Q Das nationalsozialistische Deutschland will den Frieden aus der einfachen Erkenntnis, dass kein Krieg geeignet sein würde, das Wesen unserer allgemeinen europäischen Not zu beheben, wohl aber diese zu vermehren. Was könnte ich anderes wünschen als Frieden? Deutschland braucht den Frieden, und es will den Frieden! (nach: W. Hofer, Der Nationalsozialismus) M3 Der „Friedensredner“ Hitler (US-amerikanische Karikatur, 1933) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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